
Verwaltung und Regierung
Servicebereich
Sie sind hier:
Tonhalle St.Gallen: Studienauftrag zu Verbesserungen an der Bühne
Die Akustik im grossen Tonhallesaal gibt seit längerer Zeit zu Kritik Anlass. Aufgrund des Korbgewölbes über der Orchesterbühne treten Schallbündelungen auf. Die Folge ist ein oftmals zu hoher Musikschallpegel und ein unausgeglichener Klang. Auch die Bühnenanordnung ist nicht ideal. Das jetzige Podest mit der festen Stufenanordnung ist unflexibel. Damit kann den Anforderungen einer breit gefächerten Aufführungspraxis des Orchesters nicht ausreichend Rechnung getragen werden.
Nun soll der Bühnenbereich der Tonhalle umgebaut und die Akustik den heutigen Anforderungen angepasst werden. Die Stadt St.Gallen hat zu diesem Zweck ein Wettbewerbsverfahren in Form eines Studienauftrags an fünf Planungsteams veranstaltet.
Die intensiv bearbeiteten und sehr unterschiedlichen Projekte machen deutlich, dass es unter den gegebenen Voraussetzungen mit dem hochwertigen architektonischen Baudenkmal und dem für heutige Anforderungen des Konzertbetriebs inzwischen eher kleinen Saalvolumen mit rund 6 m3/Person nicht möglich sein wird, ein Maximum für die Akustik zu erreichen ohne wesentliche Bausubstanz zu zerstören und vorzügliches Saal-Ambiente zu verlieren.
Das Beurteilungsgremium kam zum Schluss, dass das Musikerlebnis in der Tonhalle ein Optimum aller drei genannten Bereiche braucht und dieses Optimum am Besten vom Projekt des Planungsteams Bosshard Vaquer Architekten, Zürich mit Arau Acustica, Barcelona (E), zu erwarten ist. Auf überzeugende Art wird über dem Orchester ein neues, schwebendes Raumelement platziert. Orthogonal zueinander gedrehte, stehende Holztafeln mit Blattgold belegt, bilden über der Bühne einen akustisch wirksamen und gleichzeitig offenen, durchlässigen „Himmel“. Damit und mit einer geringen Absenkung und Abflachung der Bühne wird übermässiger Klang abgebaut und die Klangbündelungen entfallen. Mit einem minimalen gestalterischen Aufwand und mit Selbstverständlichkeit wird ein Maximum an Wirkung erzielt. Der vorgeschlagene Schall-Streukörper ist ein überzeugend einfaches und schönes Objekt, das dank seiner Dimensionen und Form im
sonst unangetasteten Saal eigenwertig bestehen kann. Die Qualitäten des Saales bleiben bewahrt und werden dazu noch unterstützt. Der Stadtrat hat nun diesem Planungsteam den Zuschlag für die weitere
Bearbeitung erteilt.
Hochbauamt
Amtshaus
Neugasse 1
9004 St.Gallen
Telefon 071 224 55 82
Fax 071 224 50 45
