Mirjam Kradolfer

Mirjam Kradolfer (geb. 1979) ist im Bereich Fotografie tätig. Dabei konzentriert sie sich auf das Genre Selbstportrait. Sie beschäftigt sich intensiv mit ihrem Gesicht und ihrem Körper. Als Referenz und Forschungsmaterial dienen ihr oft Personen aus historischen Abbildungen. Mit den „Alterierten Porträts“ hat sie 2007 bereits eine bemerkenswerte Foto-Serie geschaffen. Der Zyklus beruht auf Fotografien von August Sander, der anfangs 20. Jahrhunderts verschiedene einfache Personen ablichtete. Kradolfer hat die Gesichtsaudrücke der Portraitierten mit dem eigenen Antlitz nachgestellt, fotografiert und isoliert, um diese passgenau in die digitalen Originale zu montieren. Zu diesem Schaffenszyklus gehören weitere Arbeiten mit historischem Bildmaterial, welches die Künstlerin editiert und verfremdet. Serien von „Inszenierten Fotografien“ folgten und folgen: Die Künstlerin setzt sich in einem bestimmten Setting in Szene. Neu möchte Kradolfer die Bildherstellung erweitern, indem sie eine Projektion mit dem Setting überlagert. Ihr kostümierter Körper im inszenierten Raum soll sich mit der projizierten Bildvorlage vermengen. Diese Situation soll wiederum fotografiert werden und stellt das endgültige Werk dar. Die Eingabe von Mirjam Kradolfer zeichnet sich durch eine herausragende Qualität aus und sticht aus den übrigen Bewerbungen hervor. Obwohl die St.Galler Künstlerin bereits 2008 einen Werkbeitrag erhalten hat, soll sie erneut ausgezeichnet werden – für ihre konsequent und vielversprechend weiter entwickelten Arbeiten.