Frühförderung

Frühförderung

Frühförderungskonzept der Stadt St.Gallen

In den ersten Lebensjahren eines Kindes entfaltet sich ein enormes Potenzial; es werden Grundsteine für spätere Bildungschancen gelegt.

 

"Jedes Kind strebt danach, kompetent und selbständig zu werden. [...] Es hat einen inneren Drang zu wachsen sowie sich Fähigkeiten und Kenntnisse auf seine Weise anzueignen."        Remo Largo

 

Wer kennt sie nicht - die staunenden Kinderaugen, in denen so viel Forschungseifer und Energie steckt.

 

Die Anerkennung der frühen Kindheit als "Bildungszeit" und damit die Bedeutung des frühkindlichen Alters für die spätere Entwicklung, hat in den letzten Jahren den Dialog zur Situation der Frühförderung in der Schweiz gefördert. Im Zentrum der Frühförderung stehen Anerkennung und Unterstützung der selbstbildenden Aktivitäten von Kleinkindern in ihrem natürlichen Lebensumfeld unter Einbezug der Eltern und Erziehungsberechtigten.

 

So hat sich auch die Stadt St.Gallen grundlegend mit der Frühförderungsthematik auseinandergesetzt. Als Resultat dieser Arbeit freuen wir uns, Ihnen das Frühförderungskonzept der Stadt St.Gallen präsentieren zu können. Die Grundlagen für dieses Konzept lieferten neuere Erkenntnisse aus der Forschung und die Erfahrungen, die wir in der Stadt St.Gallen aus der Pilotphase des Projekts SpiKi ("von der Spielgruppe in den Kindergarten") gewinnen konnten. Das Frühförderungskonzept bildet die Basis für eine zielgerichtete und wirkungsvolle Umsetzung verschiedener Frühförderungsmassnahmen in der Stadt St.Gallen.

 

Gedruckte Exemplare können Sie beim Amt für Gesellschaftsfragen (Tel. 071 224 54 41 oder gesellschaftsfragen@stadt.sg.ch) beziehen.

 

 

Spiki - ein Frühförderungs-Projekt der Stadt St.Gallen

Forschung und Praxis sind sich einig, dass die Wurzeln für den Erfolg in der Schule und letztlich im Leben bereits im Kleinkindalter gelegt werden. Die ersten drei bis vier Lebensjahre - also die Zeit vor dem Kindergarten - sind für die Chancengleichheit entscheidend. Gründend auf dieser Erkenntnis hat das Stadtparlament am 23. Mai 2006 vom Bericht "Förderung im Vorkindergartenalter - Projekt SpiKi" Kenntnis genommen und einem Pilotversuch von vier Jahren (bis ins Jahr 2010) zur Umsetzung und Evaluierung des Projektes in den Pilotquartieren Halden und Boppartshof zugestimmt.


Mit dem Projekt SpiKi werden den Kindern im frühen Alter systematisch ergänzende Sozial- und Sprachkompetenzen vermittelt und sie werden in ihrer Spiel-, Lern- sowie Persönlichkeitsentwicklung gezielt gefördert. Die Frühförderung im Vorkindergartenalter bedeutet aber keine Vorverlegung des Kindergarten- oder Schuleintritts und umfasst keine Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben oder Rechnen. Im Zentrum stehen die Anerkennung und Unterstützung der selbstbildenden Aktivitäten von Kleinkindern in ihrem natürlichen Lebensumfeld. Wichtige Bestandteile von SpiKi sind die Stärkung des Vorkindergartens (Spielgruppe) für Kinder ab drei Jahren und die Teilnahme von Kindern aller sozialen Schichten. Um die Frühförderung zu verbessern, werden jedoch nicht lediglich die Spielgruppenangebote ausgebaut. Vielmehr geht es darum, eine erfolgreiche Vorbereitung der Kinder auf die Schule durch die Eltern zu erreichen, indem diese mit einbezogen werden, denn ihre Rolle als Erziehende und Fördernde ist von zentraler Bedeutung.


Das Projekt SpiKi ist im Sommer 2006 in den beiden Schulquartieren Halden und Boppartshof gestartet. Die Direktion Soziales und Sicherheit hat aus den Pilotquartieren sehr positive Rückmeldungen erhalten und deshalb im Mai 2007 eine erste Überprüfung des Projekts durchgeführt. Es hat sich gezeigt, dass mit SpiKi die Erwartungen an die Kinder bei Eintritt in den Kindergarten weitgehend erfüllt werden.  Die positiven Rückmeldungen zum Projekt SpiKi aus den beiden Pilotquartieren wie auch dessen positive Beurteilung durch Fachpersonen rechtfertigten eine vorzeitige Ausweitung von SpiKi ab dem Schuljahr 2008/2009 auf drei weitere Schulquartiere der Stadt St.Gallen, nämlich Heimat-Buchwald, Engelwies und Schönenwegen-Lachen. Ab dem Schuljahr 2010/2011 werden die Schulquartiere Feldli-Schoren, Grossacker, Oberzil-Krontal, Spelterini und St.Leonhard-Tschudiwies dazukommen.


Das Projekt SpiKi wurde von der Pädagogischen Hochschule des Kantons St.Gallen evaluiert. Wie die Ergebnisse zeigen, erfahren SpiKi und seine Projektziele bei den Eltern, den schulnahen Fachpersonen wie auch bei den Spielgruppen leitenden Personen grundsätzlich eine hohe Akzeptanz. Die Eltern begrüssen die verstärkte Förderung von Spielgruppen durch die Stadt. Die SpiKi-Spielgruppen werden als sehr positiv gewertet und alle Spielgruppenleiterinnen arbeiten mit sehr grossem Engagement mit. Aus Sicht des Evaluationsteams ist ein Ausbau des Angebots und der Ressourcen wünschenswert und gerechtfertigt. Besonders positiv wird hervorgehoben, dass es mit SpiKi gelungen ist, auch in Quartieren mit einem hohen Anteil von Familien mit Migrationshintergrund die Teilnahme an der Spielgruppe zu erhöhen.

Trotz diesen positiven Ergebnissen aus der Evaluation des Projekts sind kleinere Anpassungen des SpiKi-Konzepts, insbesondere im Bereich der Qualität des Angebotes, notwendig. Dabei liegt ein besonderes Gewicht auf der Aus- und Weiterbildung wie auch fachlichen Begleitung der SpiKi-Spielgruppenleiterinnen. Das Stadtparlament hat in seiner Sitzung vom 14. September 2010 diesen Konzeptanpassungen wie auch der stadtweiten Umsetzung von SpiKi ab Schuljahr 2011/2012 zugestimmt. Ebenfalls besteht aufgrund des Parlamentsbeschlusses für die SpiKi-Kinder ab Sommer 2011 die Möglichkeit, zweimal pro Woche eine Spielgruppe zu besuchen.


Fachtagung "Frühförderung" vom 23. Juni 2007


Das Amt für Gesellschaftsfragen hat Grundlagen zum Thema "Frühförderung in der Stadt St.Gallen" zusammengestellt und möchte die Resultate und Beiträge der Fachtagung "Frühförderung" vom 23. Juni 2007 interessierten Personen und Stellen zugänglich machen.


Bei Fragen und für Anregungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

Claudia Wiedemann

Grundlagen und Resultate zur Fachtagung "Frühförderung" vom 23.Juni 2007. Die Fragestellung lautet: - Wie kommt die Frühförderung zum Kind - wo braucht es welche Hilfsangebote?

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