Fahrerflucht lohnt sich nicht

Von Thomas Christen

Kürzlich führte ich auf der Zürcher Strasse in Winkeln eine Kontrolle durch. Diese galt Lenkern von Personenwagen sowie Chauffeuren von Lkws. Dabei stellte ich einen weissen Lieferwagen fest. Diesen hatte der Fahrzeuglenker ausserhalb der markierten Parkfelder abgestellt. Das spezielle an meiner Feststellung: Kein einziges Parkfeld war besetzt und dennoch hat der Lenker sein Fahrzeug verkehrsbehindernd parkiert.

Mit dem Gedanken, eine Ordnungsbusse auszustellen, wendete ich meinen Patrouillenwagen und parkierte auf einem der freien Parkfelder. Zeitgleich kehrte der Lenker des falsch parkierten Lieferwagens zurück zu seinem Gefährt und fuhr daraufhin auf die Zürcher Strasse. Ich begab mich ebenfalls auf die Fahrbahn, folgte dem Wagen und hielt ihn schliesslich an. Ich teilte dem Mann meine Feststellung mit und bat ihn, sein Fahrzeug zukünftig korrekt zu parkieren, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu behindern. Da er mir nicht zuhören wollte und mir zu verstehen gab, dass es ihn nicht interessierte, was ich ihm zu sagen hatte, entschied ich mich für eine allgemeine Kontrolle. Ich machte den Autofahrer darauf aufmerksam und forderte ihn dazu auf, seinen Lieferwagen auf eines der freistehenden Parkfelder zu lenken. Statt meiner Aufforderung nachzukommen, verweigerte er sich meiner Kontrolle und ergriff die Flucht. Ich notierte mir sofort das Autokennzeichen, um den Halter des Fahrzeugs ausfindig zu machen. Dank der Fotos auf den Ausweispapieren stellte ich fest, dass Halter und Lenker dieselbe Person waren. Ich kontrollierte daraufhin die nähere Umgebung auf der Suche nach der flüchtigen Person. Die Suche verlief jedoch negativ.

Kontrolle in Winkeln.

Der Lenker des Lieferwagens hat sich mit seiner Aktion gleich mehreren Tatbeständen schuldig gemacht. So hat er ausserhalb eines Parkfeldes parkiert, die durch die Polizei erteilte Weisung sowie das gegebene Zeichen nicht befolgt, seinen Ausweis auf Verlangen des Kontrollorgans nicht vorgewiesen, Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit vereitelt sowie die Kontrolle vorsätzlich behindert oder vereitelt.  

Die Fahrerflucht hat sich für den Lenker des weissen Lieferwagens nicht ausbezahlt. Denn einige Tage nach dem Vorfall erreichte ich den Mann telefonisch und konnte ihn zur Vernehmung auf dem Polizeiposten aufbieten. Er wurde zu den Tatbeständen einvernommen und anschliessend zur Anzeige gebracht. Wie das Urteil ausfallen wird, darüber entscheidet die Staatsanwaltschaft.

Ihr Quartierpolizist,

Thomas Christen 


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