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Werkbeiträge 2016

Symbolbild Kunst

Die Stadt St.Gallen vergibt 2016 sechs Werkbeiträge in der Höhe von je CHF 10‘000. Ziel ist es, St.Galler Kulturschaffenden die Entwicklung und Realisierung von interessanten Projekten zu ermöglichen. Insgesamt wurden 33 Bewerbungen (Vorjahr 31) beurteilt. Davon stammen 23 aus dem Bereich der Bildenden Kunst, fünf aus dem Bereich der Musik, zwei aus dem Bereich der Literatur, zwei aus dem Bereich Tanz und eine aus dem Bereich Film. Auf Empfehlung der Kommission für Kulturförderung hat der Stadtrat folgenden Kulturschaffenden einen Werkbeitrag zugesprochen:


Michael Bodenmann

Michael Bodenmann wird die grosse Anzahl seiner auf Reisen in China entstandenen Fotografien neu kontextualisieren und einer distanzierten Betrachtung zugänglich machen, ohne dass die persönliche Geschichte verschwindet. Seine eigenen Aufnahmen ergänzt er mit Scans von chinesischen Postkarten. Gemeinsam mit den Bildern des Künstlers eröffnen die kommerziellen Fotografien assoziationsreiche Bildwelten. Sie spiegeln sich auch im Titel für seine Arbeit: „Research for Peace, Love, Warrior, Dragon“ bezieht sich auf einzelne Wörter, die als Schriftzeichen auf diversen touristischen Plakaten und Werbeflächen scheinbar völlig willkürlich als Dekoration auftauchen. Bodenmann will die Fotoserie mit weiterem Bildmaterial ergänzen und eine allgemeine Ästhetik des vermeintlich Exotischen herausarbeiten. Zudem begibt er sich auf die Suche nach einer gültigen Form für die Präsentation der aus heterogenen Quellen zusammengestellten Bilder.

Tine Edel

Tine Edel hat sich während der vergangenen zwei Jahre mit dem Thema Dämmerung und Nacht auseinandergesetzt und will nun chemische, lichttechnische und manuelle Einwirkungen auf die lichtempfindliche Silberschicht erforschen. Sie arbeitet auf der Basis ihrer eingehenden Recherche zur Geschichte der Fotografie und deren Methoden. Dabei konzentriert sie sich schwerpunktmässig auf die Arbeit mit einer alten, mehrere Kilogramm schweren Grossbildkamera. Mit dieser wird ein riesiges Negativ in Postkartengrösse produziert. Durch Einlegen von Fotopapier können dabei auch auf direktem Weg interessante Negativbilder erzeugt werden. Mit ihren Experimenten möchte Edel die Grenzen der Doppelbelichtung, der Negativ-Positiv-Kombination und der Bleichung ausloten und dazu Eingriffe auf dem Fotopapier erproben.

Annina Thomann

Annina Thomann studierte an der Hochschule der Künste Bern Bildende Kunst und Kunstvermittlung. Ein Erasmussemester führte sie 2011 an die Rietveld Academy nach Amsterdam. Dort arbeitete sie vor allem im Departement für Keramik und gewann einen ersten Einblick ins Arbeiten mit dem Material. Diese Erfahrungen sollten sie prägen. Durch den Umstand, dass sie keine eigentliche Ausbildung als Keramikerin besass, scheiterte sie oft am eigenwilligen Material; es erlaubte ihr aber, einen unbeschwerten Zugang zu bewahren, nicht geprägt von einem handwerklich-technischen, sondern vom künstlerisch-experimentellen Ansatz. Um sich nicht durch die Ofengrösse einschränken lassen zu müssen, kombiniert Annina Thomann inzwischen ihre zumeist rohrförmigen Objekte aus Porzellan mit anderen Materialien (Plastikrohre, Gummi- oder Veloschläuche). Es entstehen überraschende Arbeiten voller Spannung und Gegensätze (weiss/farbig, starr/flexibel, zerbrechlich/unzerstörbar), die ins Unendliche wachsen und als Installationen und je nach Raum unterschiedlich präsentiert werden können.

André Meier

André Meier, geboren 1974, studierte Trompete und Komposition an der Hochschule der Musik-Akademie Basel. Er absolvierte diverse Weiterbildungen in Improvisation und computerunterstützter Komposition. Nebst seiner musikpädagogischen Tätigkeit am Konservatorium Winterthur widmet sich André Meier vorwiegend der Neuen und improvisierten Musik. Er spielt im DUO THAND mit dem Musik-Elektroniker Thomas Peter, daneben tritt er als freischaffender Musiker sowohl solistisch als auch kammermusikalisch auf. André Meier wird sich mit seiner Forschungs-/Kompositionsarbeit „observing systems“ vertieft mit computergestützter Komposition auseinandersetzen und grammatikalisch/klangliche Algorithmen für Elektronische Musik entwickeln. Als Ausgangslage dienen sogenannte „nicht-triviale Bots“, die er entweder adaptiert oder selber programmiert. In „observing systems“ sollen diese Entscheidungen neue klangliche Realitäten generieren. Was der Hörer letztlich wahrnimmt, ist dann nicht ein ursprünglich komponiertes Stück, sondern das Ergebnis der musikalischen Entscheidungen der „Bots“.

Rotes Velo Tanzkompanie/Hella Immler und Exequiel Barreras

Die Rotes Velo Tanzkompanie wurde im Jahr 2011 unter der Leitung von Exequiel Barreras und Hella Immler in St. Gallen gegründet. In kurzer Zeit hat sich die Kompanie in der freien zeitgenössischen Tanzszene etabliert. Dank der Zusammenarbeit mit verschiedenen Kulturschaffenden unterschiedlicher Nationalitäten und Genres werden dem Zusammenspiel der Ausdrucksmittel Tanz, Theater und Musik keine Grenzen gesetzt. Zum fünfjährigen Bestehen möchte die Rotes Velo Tanzkompanie das bisher entstandene Schaffen zusammenführen und Profis mit Laien, Kindern, alten Menschen sowie Jugendlichen und Erwachsenen in einer Tanz-Theater-Performance vereinen. Mit dem Projekt „ALLES GUETI!!“ soll jedoch weit mehr als nur eine Vorstellung erarbeitet werden. Der Prozess zur Entstehung des Stückes ist ein unabdingbarer Faktor, die darstellende und die Performance-Kunst an verschiedene Generationen und Gesellschaftsschichten heranzuführen.

Ninian Green

Ninian Green (*1987 in St.Gallen) sammelte erste Erfahrungen mit dem Medium Film während seiner Gymnasialzeit. 2008 wirkte er als Drehbuchautor, Produzent und Erster Regieassistent am Film „Zufallbringen“ von Dennis Ledergerber mit, der 2009 an die Solothurner Filmtage eingeladen wurde. 2014 schloss Ninian Green sein Filmstudium an der ZHdK mit dem Bachelor ab. Danach wirkte er an zahlreichen nationalen und internationalen Kinoproduktionen mit. In seinem Dokumentarfilmprojekt „The Raisin“ beschäftigt sich Green mit Fragen der Identität, Herkunft, Integration bzw. Assimilation, Ver- und Entwurzelung. Neben einer Familiengeschichte erzählt der Film auch ein Stück St.Galler Theater- und Stadtgeschichte. Unter der Direktion von Wolfgang Zörner besass das Theater mit hochkarätigen Opernaufführungen ein Renommee, das weit nach Deutschland ausstrahlte. „The Raisin“ wurde als Europapremiere in die Schweiz geholt und war das erste Musical, in dem ausschliesslich schwarze Darsteller mitwirkten. Der Dokumentarfilm beleuchtet auch, was dieses dreimonatige Gastspiel 1979 in St.Gallen auslöste.


Medienmitteilungen - Werkbeiträge 2016 (02.05.2016 09:27)



 

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