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Bahnhof Nord – Ergebnisse der dialogischen Testplanung liegen vor

Syntheseplan

Von Ende Juni bis Ende Oktober entwickelten vier eingeladene Planer-Teams Gestaltungs- und Lösungsvorschläge aufgrund der partizipativ erarbeiteten Rahmenbedingungen zur Entwicklung und Aufwertung des Gebiets Bahnhof Nord. Die Ergebnisse liegen nun vor und werden am Ergebnis-Forum vom Mittwoch, 30. November 2016, 19.00 Uhr, in der Lokremise zusammen mit der Öffentlichkeit reflektiert und diskutiert.


Das grosse öffentliche Interesse und der hohe städtebauliche und politische Stellenwert verlangen eine umfassende Planung des Gebiets Bahnhof Nord. Dabei  geht es über das Füllen von vorhandenen Baulücken hinaus, um die fragmentarische Wirkung der heutigen Situation zu verbessern, mit der Absicht einen lebendigen, vielfältigen, sozialen und zukunftsfähigen Ort zu schaffen. Folgende Ziele werden dabei verfolgt: 

  • Ausloten der nutzungsmässigen und städtebaulichen Entwicklungsmöglichkeiten zur Stärkung der Zentrumsfunktion in der Innenstadt
  • Präzisierung der städtebaulichen und verkehrlichen Rahmenbedingungen mit Nutzungshinweisen für die Entwicklung des stadteigenen Areales Lagerstrasse sowie der weiteren Areale
  • Aufwertung des öffentlichen Raumes innerhalb des gesamten Betrachtungsperimeters
  • Partizipatives Vorgehen unter Einbezug betroffener und interessierter Kreise

Partizipativ erarbeitete Rahmenbedingungen

Unter Einbezug verschiedener Anspruchsgruppen und der Öffentlichkeit wurden die Rahmenbedingungen für die Testplanung erarbeitet. Aufgrund dessen entwickelten vier eingeladene Planer-Teams von Ende Juni bis Ende Oktober 2016 städtebauliche Konzepte für eine künftige Entwicklung. Die Ergebnisse der vier Teams liegen vor und sind in einem breit abgestützten Beurteilungsgremium diskutiert und bewertet worden.

Städtebauliche Konzepte

Die erarbeiteten Konzepte sind als mögliche Lösungsstrategien zu verstehen und nicht als zu realisierende Projekte, obschon sie teilweise bereits präzise ausgearbeitet sind. Der Realisierungshorizont der einzelnen Baufelder ist unterschiedlich, Gespräche mit Grundeigentümern und eine sorgfältige Erarbeitung von den entsprechenden Planungserlassen sind erforderlich.

Konzept Thomas K. Keller Architekten GmbH

Das Konzept von Thomas K. Keller Architekten GmbH mit Kollektiv Nordost GmbH sieht einen visionären Transformationsprozess basierend auf der ehemaligen kleinteiligen Parzellen- und Bleichenstruktur vor, um die Randbereiche des Gebietes mit unterschiedlich hohen Gebäuden zu verdichten. Die weitreichenden Umgestaltungen stellen auch die geschützte Wohnzeile entlang der Rosenbergstrasse in Frage. Der ganze heutige Parkplatz des Kantons wird nicht bebaut und wird zur multifunktionalen Freifläche als «Stadtforum des 21. Jahrhunderts» deklariert.

Das Beurteilungsgremium erachtet den Transformationsprozess in weiten Teilen als utopisch, da kaum Realisierungspotenzial besteht.

Konzept Barão Hutter GmbH

Eine atmosphärische Stimmung vermittelt das Konzept von Barão Hutter GmbH mit Claudio Bäggli, Francesco Giammona und Jürg Schmid, dessen Herzstück das Spezialgebäude «St.Gallen Mitte» mit einer multifunktionalen Nutzung als co-working-space ist. Gleichzeitig dient das Gebäude als Aufenthaltsbereich und Unterstand für die Nutzenden des Fernbusangebotes. Als Sofortmassnahme wird ein «Chiosco» zur Belebung des Platzes vor der Fachhochschule vorgeschlagen. Entlang der Lagerstrasse Nord sollen Stadtvillen entstehen, welche eine publikumsorientierte Nutzung im Erd- und ersten Obergeschoss aufweisen und wo darüber gewohnt werden kann.

Das Projekt weist einen geringen Flächenzuwachs aus.  Das Beurteilungsgremium bewertet den Vorschlag als einfühlsam erarbeitetes Konzept. Hingegen vermögen die Stadtvillen städtebaulich nicht zu überzeugen und das Projekt wird wegen schwieriger Rentabilität kritisiert.

Konzept Boltshauser Architekten AG

Boltshauser Architekten AG mit Müller Illien Landschaftsarchitekten GmbH weisen einen pragmatischen und konzeptionell realen Grundgedanken aus mit einzelnen Ergänzungen zum Bestand und einer Setzung eines Hochhauses neben der Lokremise. Der Freiraum erstreckt sich über den Vorbereich der Fachhochschule bis zur Lokremise und weist einen zentralen Platz als Gleishain aus. Die Villa Wiesental wird mit einem Winkelbau ergänzt.

Das Beurteilungsgremium beurteilt die Lage des Hochhauses sowie den Ergänzungsbau der Villa Wiesental als fragwürdig.

Konzept Meili Peter Architekten AG

Das Konzept von Meili & Peter Architekten AG mit Gruppe für Architektur GmbH, Vogt Landschaftsarchitekten AG und IBV Hüsler Verkehrsplanung AG weist einen Stadtteil mit urbanem Charakter aus. Die Stadtentwicklung erfolgt primär über das Ausformulieren von Freiräumen. Die Passanten erfahren eine Abfolge von gut proportionierten Freiräumen unterschiedlicher Qualitäten, wie dem Baumhain bei der Ankunft der Bahnhofsunterführung im Osten, dem Fachhochschulplatz, dem Quartierplatz «Plaza Mayor» und dem baumbestandenen Park der Villa Wiesental. Zur klaren Fassung des Fachhochschulplatzes und als Auftakt zur Bildung einer Stadtsilhouette wird ein Hochhaus platziert, welches entlang dem Gleiskörper gefolgt wird von einem niedrigeren Baukörper. Ebenfalls wird eine Aufwertung der Rosenbergstrasse durch eine dichtere Bepflanzung sowie durch einen Rücksprung des Erdgeschosses im Bushaltestellenbereich vorgeschlagen.

Das Beurteilungsgremium sieht in diesem Konzept ein gutes Potential für eine Gesamtstrategie.

Erkenntnisse Beurteilungsgremium

Als Erkenntnisgewinn des Beurteilungsgremiums werden verschiedene Teilaspekte zur Weiterverfolgung empfohlen. Das gewählte Verfahren der dialogischen Testplanung lässt dies zu. Grundlage zur Weiterverfolgung bildet das Konzept von Meili Peter Architekten mit Gruppe für Architektur GmbH. Weiter geprüft werden sollen der «Chiosco» und die Idee des Co-working-space als Nutzung von Barão Hutter GmbH. Ebenso einfliessen soll beim «Leopard» an der St. Leonhard-Strasse ein Ergänzungsbau sowie nördlich davon eine zusätzliche Raumschicht. Prüfenswert scheint auch eine Strassenkorrektur der St.Leonhard-Strasse zugunsten eines vergrösserten Gartens der Villa Wiesental. 

Das Klubhaus bleibt in einem ersten Realisierungshorizont bei allen Konzepten erhalten. Beim Konzept von Meili & Peter Architekten AG dauerhaft mit Bezug zum neuen Quartierplatz.

Ergebnis-Forum 30. November 2016, 19.00 Uhr

Über die Erkenntnisse der dialogischen Testplanung wurde mit dem Beurteilungsgremium, den verschiedenen Anspruchsgruppen sowie den Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern bereits Gespräche geführt. Weiter findet am Mittwoch, 30. November 2016, 19.00 Uhr, in der Lokremise zum Abschluss der Partizipationsphase das Ergebnis-Forum mit der Öffentlichkeit statt.

Patrizia Adam, Florian Kessler und Meinrad Morger, Fachexperte Beurteilungsgremium informieren dann über die bisherigen Erkenntnisse. Auch beim Ergebnis-Forum wird die partizipative Methode des World-Cafés angewendet und entspricht dem Prozess des Themen-Forums vom 25. April 2016.

Weiteres Vorgehen

Anschliessend werden Empfehlungen zuhanden des Stadtrates erarbeitet, basierend auf den Erkenntnissen des Beurteilungsgremiums, des Reflexionsgespräches mit den Anspruchsgruppen und dem Input des Ergebnis-Forums sowie den Gesprächen mit Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern.

Der Stadtrat erhält Anfang 2017 die Empfehlung aus dem partizipativen Prozess zur Entwicklung und Aufwertung des Gebiets Bahnhof Nord. Bis Im Frühjahr 2017 wird der Stadtrat über das weitere Vorgehen entscheiden und die Öffentlichkeit darüber informieren.

Textalternative zum Video


Medienmitteilungen - Bahnhof Nord – Ergebnisse der dialogischen Testplanung liegen vor (28.11.2016 10:30)



 

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