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Geschichte

Nicht umgesetztes Projekt eines Klosterneubaus. Federzeichungvon Pater Gabriel Hecht, um 1720/26.

Die Geschichte des Klosters beginnt mit Gallus, der sich 612 im Steinachtal niederliess. Bald schon sammelten sich Schüler um ihn, die auch nach seinem Tod (an einem 16. Oktober um 640) eine Gemeinschaft bildeten. Der Priester Otmar führte am Gallusgrab das Klosterleben ein, das sich später nach der Benediktsregel ausrichtete. Es wurden Wohnstätten für die Mönche, eine Kirche aus Stein, eine Herberge für Arme und ein Haus für Aussätzige gebaut. Die Schenkung umfangreichen Landes durch alemannische Einwohner brachte dem Kloster bedeutenden Grundbesitz. Vom 9. bis 11. Jahrhundert entwickelte sich das Kloster zu einer der wichtigsten Kultur- und Bildungsstätten nördlich der Alpen. In der Schreibwerkstatt entstanden Bücher von einmaliger Ausführung.

Im Spätmittelalter kam es zu einem Niedergang des Klosters, was sich erst unter Abt Ulrich Rösch (1463-1491) wieder ändern sollte. Er führte das Kloster zu neuer Blüte und fasste dessen verstreuten Besitz zu einem Staat zusammen, genannt Fürstabtei St.Gallen. Zur Alten Landschaft zwischen Rorschach und Wil (dem Fürstenland) erwarb er 1468 die Grafschaft Toggenburg. Ausserdem besass die Abtei auch im Rheintal zahlreiche Rechte. Die Fürstabtei St.Gallen zählte 1798 eine Bevölkerung von rund 100 000 Menschen; damit gehörte sie zu den grössten staatlichen Gebilden auf dem Gebiet der Alten Eidgenossenschaft. Nach der Reformation konnte das Kloster wieder eingerichtet werden.

Im 17. und 18. Jahrhundert kam es zur letzten Blütezeit. Vom Glanz dieser Epoche zeugen vor allem die grossartigen Barock- und Rokokobauten im Stiftsbezirk. Dem geistlichen Fürstentum stellten sich jedoch seit den 1780er Jahren auch grosse Probleme. An den schlechten Finanzen und der Frage des Mitspracherechts des Kapitels spaltete sich die Gemeinschaft. Ausserdem breitete sich in Europa der Geist der Aufklärung aus, der die auf Freiheit, Gleichheit und die Befreiung von Abgaben hoffen liess. 1789 brach in Frankreich die Revolution aus. Ihr Geist griff bald auf die Schweiz über. Trotz Zugeständnissen, die das Kloster seinen Untertanen machte, gärte es überall. Dem realitätsfernen Abt, Pankraz Vorster, entglitten die Abtei und der Klosterstaat. Unter dem Einfluss des Ersten Konsuls von Frankreich, Napoleon Bonaparte, ging 1803 der ehemalige Fürstenstaat im neuen Kanton St.Gallen auf. 1805 wurde auch das Kloster aufgehoben. Zurück blieb ein reiches Erbe.

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