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Stiftsbibliothek (Barocksaal)

Stiftsbibliothek Foto: Bodenseetourismus

Der Westflügel des Klosters, in dem sich der weltbekannte Barocksaal befindet, wurde 1758/59 nach Plänen der Baumeister Peter (Vater) und Peter Franz Xaver Thumb (Sohn) erbaut. Der Saal gilt als einer der schönsten barocken Bibliotheksräume im Bodenseeraum. Er besitzt eine ausserordentliche Ausstrahlung: Die Bibliothek zieht wegen dieses Raums und der in ihm gezeigten Ausstellungen jährlich rund 120'000 Gäste an; damit gehört sie zu den meistbesuchten Museen der Schweiz.

Die Grundfläche des Saals bildet ein Rechteck. Aus ihm wächst eine fünf Joche zählende Wandpfeilerhalle (die Pfeiler stehen in die Halle eingerückt), die zwei Stockwerke einnimmt. Ein Gewölbe mit Stichkappen über den Fensternischen – hier lasen und schrieben die Mönche (man beachte die noch bestehenden Klapptische) – überfängt den Saal. Auf halber Höhe führt eine Galerie mit vor- und zurückschwingenden Wangen rund um den Raum. Am Fussboden zeichnen sich vier grosse Sterne und rankenartige Schlingungen ab. Die Holzausstattung, die Harmonie der Bücherrücken sowie das Gewölbe mit Stuckaturen und Fresken prägen den Raum; Kontraste, Farben und Formen gehören zur Gesamtplanung, deren Teile aufeinander abgestimmt sind.

Die Holzausstattung ist ein Werk von Bruder Gabriel Loser, dem die klostereigenen Werkstätten zur Verfügung standen. Den Stuck modellierten 1761/62 Johann Georg und Matthias Gigl, die Gemälde schuf 1762/63 Josef Wannenmacher. Letztere handeln von den Wissenschaften, mit denen sich die Mönche des Klosters St.Gallen beschäftigt haben. Gemalt sind aber auch die Kirchenväter, die als Chronisten und Theologen für die Mönche grosse Vorbilder waren. In der Hauptachse des Saales sind die ersten vier Konzilien der Christenheit dargestellt.

In den Nischen, die über den Pilastern (Halbsäulen) angebracht sind, stehen 20 Putten als Verkörperung von Wissenschaften, Künsten und Handwerkssparten. Die Figuren dürften im Umfeld von Bildhauer und Konzeptor Christian Wentzinger entstanden sein. In den Lünetten (Süd, Nord) sind zwei Gemälde zu sehen: Jesus im Grab (Kopie nach Hans Holbein) und der 1599 im Grab unversehrt vorgefundenen Leib der heiligen Cäcilia. – An der Balustrade (Nord, Süd) verweisen die beiden zeitgenössischen Porträts auf die Äbte Cölestin Gugger von Staudach (Auftraggeber und erster Bauherr der Bibliothek) und Beda Angehrn (zweiter Bauherr und Vollender der Bibliothek).

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