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Historische Altstadt

Karlstor

Karlstor

Es ist das einzig erhaltene und reichste der einst acht St.Galler Stadttore. Bereits Abt Ulrich Rösch hatte im 15. Jahrhundert ein eigenes Tor verlangt, das ihm den Zutritt ins äbtische Umland ermöglichen sollte, ohne vorher eines der städtischen Tore passieren zu müssen.

Nach Absprachen mit der Stadt wurde das Tor 1569/70 errichtet. Die Ausführung des Bauwerks leitete Werkmeister Caspar Graf. Der Durchlass ist benannt nach Karl Borromäus, der anlässlich seiner Inspektionsreise durch das Schweizerland 1570 auch St.Gallen besuchte. Dabei hat er das Tor durchschritten, laut Legende als Erster überhaupt. Nach 1805 dienten die über dem Durchlass liegenden Etagen als Gefängnis, heute als Untersuchungsgefängnis des Kantons St.Gallen.

Von acht Rechteckfenstern eingerahmt, prangt an der Südwand des Torbaus ein monumentales Sandsteinrelief, das 1569/70 von Bildhauer Baltus von Salmansweiler geschaffen wurde (seit 1993 unter modernem Schutzdach). Das Relief ist ein wichtiges Werkbeispiel für den Stilübergang von der Spätgotik zur Renaissance.

Gallusplatz

Gallusplatz

Am Gallusplatz nahm die städtische Siedlungsentwicklung ihren Anfang.  Unmittelbar vor den Klostermauern liessen sich Handwerker und andere Leute nieder, die als erste St.Galler nicht zur klösterlichen Gemeinschaft gehörten. Ihre Siedlung, die bereits im 10. Jahrhundert belegt ist, dehnte sich allmählich in nördlicher Richtung aus.

Innerhalb der St.Galler Altstadt wirkt der Gallusplatz ungewöhnlich grosszügig. Er wird an seinem westlichen Ende durch eine Gebäudezeile begrenzt, die aus dem Haus zum Strauss (Webergasse Nr. 26), der Liegenschaft Gallusstrasse Nr. 30 sowie den Häusern zur Wahrheit (Gallusstrasse Nr. 32) und zur Jägerei (Gallusstrasse Nr. 34) besteht. Die teils massiv, teils in Fachwerk errichteten Häuser haben ihren ursprünglichen spätgotischen Charakter weitgehend erhalten. Spätere Aus- und Anbauten, beispielsweise die verhältnismässig schlichten Erker, stammen vorwiegend aus der Barockzeit.

Mitten auf dem Platz erinnert ein 1936 von Rudolf Seitter gestalteter Brunnen an den heiligen Gallus. Den Namen Gallusplatz trägt dieses Gebiet allerdings erst seit 1865, zuvor hiess es viel prosaischer "Loch" beziehungsweise "im Loch oben".

Haus zum Pelikan

Prachtserker beim Haus zum Pelikan

Das Haus zum Pelikan an der Schmiedgasse 15 gehört zu den schönsten Altstadthäusern von St.Gallen. Der prachtvolle Erker wurde wahrscheinlich zu Beginn des 18. Jahrhunderts vom damaligen Besitzer David Huber erbaut. Der Name Pelikan ist seit 1733 belegt. Das Haus wechselte im 18. und 19. Jahrhundert oft den Besitzer und wurde mehrfach um- und ausgebaut, verputzt, repariert und renoviert. Der wunderschöne Prunkerker wurde 1994 mit dem Erkerpreis, einer st.gallischen Auszeichnung, geehrt.

Der Erker besitzt sechs Brüstungsfelder. Die äusseren vier Brüstungsfelder stellen die vier Erdteile Europa, Asien, Afrika und Amerika dar; Australien fehlt. Die vier Erdteile repräsentieren die Menschheit. Der Pelikan, der den Erker bekrönt, steht in einem Nest, das der Dornenkrone Christi nachgebildet ist, und symbolisiert den Erlösertod Christi. Engelsdarstellungen (geflügelte Köpfe) weisen ebenfalls auf den religiösen Grundgedanken hin. Im Erdgeschoss ist ein Café/ Restaurant eingerichtet.

Stadtkirche St.Laurenzen

Stadtkirche St.Laurenzen

Die evangelisch-reformierte Stadtkirche St.Laurenzen liegt in unmittelbarer Nähe des Stiftsbezirks und weist noch heute auf die einstige Rivalität zwischen der protestantischen Stadt und dem katholischen Galluskloster hin.

Gegründet im 9. Jahrhundert und vor 1170 mit Pfarrrechten ausgestattet, kam es ab 1413 zu einem Neubau unter der Leitung von Michel von Safoy (Salem). Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erschien die Kirche jedoch als ein durch vielfältige An- und Umbauten entstelltes Gebilde. Im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts setzte daher eine intensive Diskussion um eine Neugestaltung der Stadtkirche ein, die 1850–1854 nach Plänen von Johann Georg Müller, Ferdinand Stadler und Johann Christoph Kunkler ausgeführt wurde. Die beiden augenfälligsten Veränderungen waren die Rückversetzung der Westfassade, die vollständig neu aufgebaut wurde, sowie die markante Erhöhung des Turms. Mit der Kirche St.Laurenzen in der neugotischen Gestalt erhielt die damals noch mehrheitlich reformierte Stadt einen Bau von denkmalartiger Grösse.

Neu-St.Laurenzen setzt noch heute als Gegengewicht zur benachbarten Kathedrale (ehemalige Klosterkirche) einen kräftigen städtebaulichen Akzent. 1963–1979 fand eine Gesamtrestaurierung statt. Im Innern präsentiert sich St.Laurenzen als dreischiffige Basilika mit gotischen Pfeilerarkaden und rechteckigem Chor. Das Mittelschiff wird von einer flachen Holzdecke überspannt, die Seitenemporen weisen Arkaden und Masswerkbrüstungen auf. Beeindruckend ist die neugotische Chorempore. Die Chorfenster mit Glasmalereien wurden 1853 von Julius Gsell geschaffen. Aus der gleichen Zeit stammt auch der Taufstein von Karl Ulrich Rheiner.

St.Katharinen-Kloster

Innenhof des St.Katharinen-Klosters

Im Jahre 1228 als Frauengemeinschaft gegründet, stand das Kloster ab 1368 unter der Regel des heiligen Dominikus. Beim Stadtbrand von 1418 wurde es teilweise zerstört, weshalb ausser der Kirche die noch vorhandenen Gebäulichkeiten auf die Zeit nach 1500 zurückgehen, wie beispielsweise der gotische Kreuzgang, der 1504–1507 unter der Leitung von Heinrich Schradi neu erbaut wurde. 1528 wurde das Kloster im Zuge der Reformation aufgehoben und ab1594 dem evangelischen Gottesdienst überlassen.

Die dem katholischen Glauben treu gebliebenen Nonnen siedelten 1607 nach Wil über. Fortan diente der 1614/15 umgebaute Südflügel als städtische Knabenschule und beherbergte zudem die von Vadian angelegte Bibliothek, welche sich zuvor in einem Anbau der St.Mangen-Kirche befunden hatte. 1685 baute Johann Spengler die Kirche um. Aus dieser Zeit stammen wohl die viereckigen Fenster, während die flache Gipsdecke erst 1784 eingezogen wurde.

Beachtenswert sind die schmalen Felder des quadratischen Gewölbes im Kreuzgang, welche die Asymmetrie der Anlage ausgleichen. Im Westarm finden sich zwei zugemauerte Fenster, die einst zum Kapitelsaal gehörten. Am oberen Podest des Treppenturms von 1614 (in der Südwestecke des Kreuzgangs) ist eine Platte mit der Baumeisterinschrift von Lorenz Kunkler und Heinrich Steheli angebracht. hörten. Die Orgel wurde um 1805 von Johann Baptist Lang (Überlingen) gebaut.

Von 1976 bis 1978 wurde das ehemalige Kloster unter Leitung von Architekt Hans Morant vollständig restauriert. Diverse Räume werden heute für öffentliche Zwecke verwendet, wie z.B. der Ausstellungsraum im südlichen Erdgeschoss sowie der Festsaal im Obergeschoss. Dort befindet sich auch die Freihandbibliothek.

Stadthaus

Stadthaus

Das Stadthaus ist ein Beispiel eines stattlichen Wohn- und Geschäftshauses vermögender St.Galler Kaufleute. Es wurde etwa im Jahre 1590 vom Handelsmann Hans Schlumpf, einem der damals reichsten St.Galler Bürger, erbaut. Der eigenwillige Grundriss und einer der früheren Namen des Hauses – es wurde auch das "halbe Haus" genannt – könnten darauf hindeuten, dass ursprünglich noch ein Erweiterungsbau geplant war. Von 1784 bis in die 1860er Jahre beherbergte das “halbe Haus“ das st.gallische Postamt, weshalb es fortan "Posthaus" genannt wurde.

Heute heisst es "Stadthaus" und ist Sitz der Ortsbürgergemeinde St.Gallen. Dass es sich beim Erbauer des Stadthauses sowie bei den späteren Besitzern um sehr vermögende Bürger handelte, ist auch an der reichen Ausstattung im Innern ablesbar. Den Zwecken eines Handelshauses gemäss ist die Eingangshalle im Erdgeschoss beidseits von gewölbten Räumen, früheren Warenlagern, flankiert. Ein Prunkstück im Erdgeschoss ist das grosse bemalte Wappenrelief aus Sandstein, welches bis zum Abbruch 1865 am Markttor angebracht war.

Vom Reichtum der früheren Besitzer zeugt auch der Festsaal im dritten Obergeschoss. Seine auf das Jahr 1657 datierte Türe stellt die reichstverzierte Türarchitektur in St.Gallen dar. Ausserdem steht im Festsaal ein verzierter Ofen aus Winterthurer Produktion. Im Erdgeschoss des Stadthauses ist eine Ausstellung zur Geschichte der Stadt St.Gallen zu sehen. Die Darstellung des weit verzweigten Leinwandhandels, welcher der Stadt St.Gallen während Jahrhunderten zu Reichtum verholfen hat, und die Porträts der in der Tuchproduktion und im Vertrieb Tätigen schaffen einen anschaulichen Bezug zu diesem ehemaligen Handelshaus.

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