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Stickereiblüte

Broderbrunnen

Der vom Toggenburger Bildhauer August Bösch geschaffene und 1896 auf dem Lindenplatz aufgestellte Brunnen erinnert an die erstmalige Versorgung der Stadt mit Bodenseewasser. Thematisch verwandt mit Arnold Böcklins Meeresidyllen, steht im Zentrum des Brunnens eine Nymphengruppe, welche die Segen spendenden Kräfte des Wassers symbolisiert.

Der Überlieferung nach liess Bösch zur Gestaltung der Nymphe ein Aktmodell aus Zürich kommen, was eine allgemeine Entrüstung und eine polizeiliche Anordnung zur Rückreise der Dame nach sich zog. Erst als sich Bösch weigerte, am Brunnen weiterzuarbeiten, gestand man dem Bildhauer künstlerische Freiheit zu und liess ihn gewähren.

Zeit und Witterung haben den ursprünglichen Figuren (aus Galvanobronze über Gipskern) zugesetzt,. 1998–2000 wurde ein Bronzeabguss hergestellt. Das restaurierte Original befindet sich heute im Innenhof des Völkerkundemuseums.

Stickereigeschäftshaus Oceanic

Das 1904/05 erstellte Stickereigeschäftshaus Oceanic bildete den Auftakt zur Grossüberbauung der St.Leonhard-Strasse. Architekten waren die Zürcher Pfleghard & Haefeli, Bauherr der Stickereiunternehmer Carl Fenkart, der sich auch gleich eine Wohnung im ersten Stock einrichten liess. Mit der wellenartig geschwungenen Fassade und dem stelzbeinigen Erdgeschoss wirkt das Haus Oceanic wie eine mit Reliefs und Ornamenten ausgestattete Zierkommode und beherrscht noch heute den Strassenraum zwischen der ehemaligen Börse (UBS am Multertor) und dem Bahnhof.

Um die Bedeutung seines Stickereiunternehmens noch zu unterstreichen, erteilte Fenkart dem Bildhauer August Bösch den Auftrag, die Aussenfassaden mit allegorischen Figuren zu verzieren. Die Flachreliefs befinden sich im ersten Obergeschoss und stellen antike Schicksalsgöttinnen dar. Sie halten über fünf Hauptfelder hinweg den Lebensfaden des Menschen in der Hand, was als Sinnbild für dessen steigende und fallende physische und geistige Kraft in den verschiedenen Lebensaltern aufzufassen ist. An der östlichen Fassade sind Adam und Eva dargestellt.

Hauptbahnhof

Die Gestaltung des zwischen 1911 und 1915 angelegten Bahnhofplatzes sowie der umliegenden Gebäude geht auf einen Wettbewerb von 1907 zurück. Um das neue Aufnahme- und Postgebäude und den Gaiserbahnhof erstellen zu können, mussten 13 Liegenschaften abgebrochen werden. Grundriss und Baumasse sind dem Vorbild der Piazza d’Erbe in Verona nachempfunden. Dass die Stimmung auf dem Bahnhofplatz doch nicht gleich wie am Ursprungsort empfunden wird, liegt am – oft garstigen – Wetter und am motorisierten Verkehr.

Der Hauptbahnhof wurde 1911–1913 nach Plänen von Alexander von Senger erbaut. Es handelt sich um eine Eisenbetonkonstruktion, die mit Hausteinen verkleidet ist. Architekturgeschichtlich steht von Sengers Bau dem damals neuentdeckten Barockstil nahe. Man spürt beim Anblick des segmentförmig vortretenden Mittelbaus den Einfluss der Klosterkirche und des süddeutschen Barocks. Indem der Reisende also gleichsam von der Stiftskirche empfangen werden sollte, wirkt der Bahnhof wie ein modernes Stadttor.

Kulturzentrum Lagerhaus

In den letzten Jahren hat sich am westlichen Ende der Davidstrasse und zu beiden Seiten der St.Leonhardsbrücke eine rege Kulturszene entwickelt. Das Städtische Lagerhaus (Davidstrasse 40–46) wurde 1902/03 von Max Hoegger erbaut. Heute befinden sich darin die Kunst Halle Sankt Gallen, das Museum im Lagerhaus, das Architektur Forum Ostschweiz, die Frauenbibliothek Wyborada, eine Tanzschule, ein Jugendzentrum, zwei Kunstgalerien, Architektur- und Designbüros usw.

Die Kunsthalle Sankt Gallen (Nr. 40) wurde 1985 als Ausstellungsort für St.Galler Künstlerinnen und Künstler gegründet und ist seit 1992 am heutigen Ort. 2004 bezog die Institution neue Räumlichkeiten im Erdgeschoss und hat sich auch vermehrt der nationalen und internationalen Kunstszene angenähert. Heute finden regelmässige Wechselausstellungen mit schweizerischen und internationalen Kunstschaffenden statt. Hinzu kommen eine Dokumentationsstelle für Ostschweizer Künstlerinnen und Künstler sowie eine Bibliothek.

Das Architekturforum Ostschweiz ist Ort der Auseinandersetzung, des Austausches und der Meinungsbildung zu Themen der Baukultur. In Zusammenarbeit mit Fachverbänden und Schulen koordiniert und organisiert das Forum Aktivitäten in Architektur, Städtebau, Raumund Landschaftsplanung sowie Ingenieurbaukunst.

Das Museum im Lagerhaus (Nr. 44) wurde 1988 von der im gleichen Jahr errichteten Stiftung für schweizerische naive Kunst und Art brut gegründet. Stiftung und Museum haben das Ziel, Interesse und Verständnis für die verschiedenen Bereiche der Kunst zu wecken und zu fördern. Die Institution geniesst einen weit über die Stadt St.Gallen hinausreichenden Ruf.

Lokremise

Die Lokremise wurde 1903 bis 1911 von Carl Moser im französischen Rotondentypus erbaut und gilt als Pionierbau der Eisenbetonkonstruktion. Sie ist mit 80 Metern Durchmesser das grösste erhaltene Ringdepot der Schweiz. Zum Areal der Lokremise gehören auch der Wasserturm sowie das benachbarte Badhaus.

Nach Aufhebung des Betriebs als Lokdepot stand die Remise jahrelang leer. Im Jahr 1999 baute eine private Kunstgalerie die Lokremise sanft um und nutzte sie bis 2004 in den warmen Monaten für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Seit 2006 engagieren sich der Kanton St.Gallen sowie Konzert und Theater St.Gallen in der Lokremise. In der fast dreijährigen, sehr erfolgreichen Provisoriumsphase wurden gegen 550 Veranstaltungen durchgeführt.

Die Neueröffnung nach dem Umbau zum Kulturzentrum war im Herbst 2010. Neben Tanz und Theater findet auch das St.Galler Programmkino Kinok seine neue Heimat in der Lokremise. Ein grosszügiger Ausstellungsraum erweitert den Wirkungsraum des Kunstmuseums, und ein ganztägiger Gastronomiebetrieb belebt diesen zentral gelegenen Kulturbetrieb zusätzlich.

Museumsquartier

Eines der schönsten und einheitlichsten Quartiere St.Gallens ist das Museumsquartier, das Ende des 19. und anfangs des 20. Jahrhunderts erbaut wurde. An der östlichen Notkerstrasse stehen vier öffentliche Bauten von hoher architektonischer Qualität unmittelbar nebeneinander: Das Schulhaus an der Notkerstrasse 20 (heute Kantonsschule am Brühl) wurde 1910/11 als Handelshochschule erstellt und beherbergte später die jetzige Universität St.Gallen, welche heute auf dem Rosenberg beheimatet ist. Das langgezogene Gebäude verfügt über einen turmartigen Mittelteil mit flacher Kuppel. Ein Sandsteinrelief von Karl Hänny zeigt allegorische Figuren, die den Handel und den Verkehr darstellen.

In unmittelbarer Nachbarschaft – und mit ähnlicher architektonischer Gewichtung – steht die Kantonsbibliothek mit den beiden Stadtarchiven (Ortsbürgergemeinde und Politische Gemeinde) und der Vadianischen Sammlung. Hier kann wohl vom schönsten Schweizer Bibliotheks- und Archivbau der Zeit um 1900 gesprochen werden! Die Fassadengestaltung des 1905 bis 1907 errichteten, Vadiana genannten Gebäudes lehnt sich an die italienische Renaissance an. Markant ist der zentrale Eingangsrisalit mit kräftigem Portal und geschweiftem Giebel. Die Bildhauerarbeiten (Relief mit Stadtwappen, Sandsteineule) stammen vom gebürtigen Holländer Henri Gisbert Geene, dessen Werken man in der Stadt St.Gallen an weiteren Gebäuden begegnet.

Beachtenswert sind auch die qualitätvolle Kunstverglasung und die weitgehend originale Innenausstattung im Treppenhaus. Östlich der Kantonsbibliothek befindet sich das Schulhaus Bürgli, erbaut von 1890 bis 1892. Ebenfalls den Namen Bürgli trägt die auf der gegenüberliegenden Strassenseite stehende Villa, Nr. 25. Bei ihr handelt es sich um einen reich instrumentierten Wohnbau im Stil eines Loireschlosses. Architekt war 1887 der St.Galler August Hardegger, der das Herrschaftshaus mit einem französischen Mansarddach und zwei Eckrundtürmen ausstattete.

Tonhalle

Das erste Konzerthaus St.Gallens wurde 1890 an der Dufourstrasse erbaut, mangels Interesse aber bereits 1895 wieder geschlossen und umgestaltet. Nach langwierigen Planungen wurde die Tonhalle 1906 bis 1909 nach Plänen von Julius Kunkler erbaut. Kunkler verdankte den Auftrag wohl der Tatsache, dass er elf Jahre als erster Geiger im Städtischen Orchester mitgewirkt hatte. Die Konstruktion in armiertem Beton stammt vom Eisenbetonpionier Robert Maillart, die Aussenverkleidung erfolgte in verputztem Backstein. Der Baukörper wurde im damals modernen neobarocken Stil gestaltet, so dass von "Eisenbetonbarock" gesprochen werden kann. Auf der Eingangsseite befindet sich über dem Obergeschoss reiche Bauplastik mit allegorischen Figuren. 1992/93 fand eine Gesamtrenovation der Tonhalle statt, bei der auf der Westseite ein Glasvorbau angefügt wurde (heute Restaurant Concerto).

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