Archiv für '2018 März'

    Vom Linsebühlquartier in die Olma-Hallen

    29. März 2018 13:10 von Roger Spirig

    Der neuerliche Wintereinbruch blieb an diesem Donnerstagnachmittag nicht unbemerkt: die Temperaturen befanden sich um den Nullpunkt herum, erneuter Schneefall sorgte für eine weisse Umgebung und im Quartier war es ruhig.

    Zu Beginn meines Rundganges durch das Linsebühlquartier traf ich auf eine Hand voll Wohnungsräumer, die mit dem gesamten Inventar einer mittlerweile leerstehenden Wohnung einen roten Kleinbus beluden. Die Mieterin, die polizeilich bekannt war, musste die Wohnung verlassen. Den Wohnungsräumern, die nacheinander mit gefüllten blauen Plastiksäcken und jeder Menge Ware (insgesamt 760 Kilogramm) aus der Wohnung traten, schien die Kälte offenbar nichts auszumachen. Mein kurzes Gespräch mit den Beteiligten bestätigte mir meinen ersten Eindruck: Die Räumung verlief ohne Zwischenfälle, weshalb meinerseits keine Intervention notwendig war.

    Textalternative zum Video: IMG_7994.mp4

    Einige Meter weiter nahm ich meine nächste Visitation in Angriff: das Restaurant Eri. In dem Restaurant, in welchem sich zumeist Personen afrikanischer Herkunft aufhalten, waren zu dieser Uhrzeit kaum Gäste auszumachen. Somit war, abgesehen von der im Hintergrund wahrzunehmenden Musik, alles ruhig.
    Beim Verlassen des Lokals traf ich zufällig auf meine Kollegen des Strasseninspektorats. Wir sprachen über falsch parkierte Autos, welche die Reinigungsarbeiten behinderten und ob diesbezüglich weitere Massnahmen notwendig waren.
    Dieser regelmässige und wertvolle Austausch ermöglicht es mir, zeitsparend und zielgerichtet zu agieren. Die Ausführungen meiner Kollegen führten am besagten Nachmittag allerdings zu keinen neuen Erkenntnissen bei mir, denn die Falschparker hatte ich bereits gebüsst.

    Absprachen mit dem Strasseninspektorat.

    Absprachen mit dem Strasseninspektorat.

    Das nächste anvisierte Ziel war der Spielplatz Linsebühl. Bereits aus der Ferne konnte ich erkennen, dass der Spielplatz an diesem Nachmittag menschenleer war. Der grösste Teil des kleinen Parks war schneebedeckt. Einzig die Fussspuren im Schnee liessen verlauten, dass auch in den kalten Wintertagen hier hin und wieder jemand vorbei schaut.
    Via Lämmlisbrunnen-/Konkordiastrasse kehrte ich zurück auf die Linsebühlstrasse. Zwischen den Häusern habe ich die Quartierspräsidentin, Alexandra Akeret, angetroffen, mit welcher ich ein paar Worte austauschte. Kurz darauf begegnete ich im Kaffeehaus Gallus Hufenus, Präsident des Stadt-parlaments, der mir einen wärmenden Kaffee zubereitete.

    Meine Kontrollfahrt führte mich weiter an die St. Jakob-Strasse. Vor dem Eingang kamen mir die zuständigen Projektleiter der Olma Messen entgegen, die gerade mit einem in den Olma-Hallen stattfindenden Grossanlass mit 3‘000 Besucherinnen und Besuchern alle Hände voll zu tun hatten. Um auch hier die Sicherheit der Helferinnen und Helfer sowie den späteren Besucherinnen und Besuchern zu gewährleisten, habe ich mich umgeschaut, ob allfällige Unregelmässigkeiten festzustellen waren.

    Präventivrundgang durch die Olma-Hallen.

    Präventivrundgang durch die Olma-Hallen.

    Beeindruckt von dem reibungslosen Ablauf ohne Auffälligkeiten, in welchen ich aus polizeilicher Sicht hätte einschreiten müssen, verabschiedete ich mich von den Beteiligten und fuhr zurück an die Dienststelle an der Vadianstrasse 57.

    An diesem Donnerstagnachmittag traf ich auf ein ruhiges und friedliches Linsebühlquartier. Das vielfältige, multikulturelle Quartier, in welchem Migranten, Stadtparlamentspräsidenten, Familien, Randständige und Meisterkonditoren nebeneinander wohnen, war zwar ruhiger als auch schon, doch wird die Polizei gemeinsam mit der Suchthilfe auch in Zukunft dafür sorgen, dass nicht nur die winterlichen Temperaturen der Grund dafür waren. Um während dem ganzen Jahr das friedliche Neben- und Miteinander sicherzustellen, werde ich weiterhin regelmässig meine Rundgänge durchführen und den Austausch mit der Bevölkerung suchen.

     

    Roger Spirig

    Quartierpolizist Nord-Ost/Süd-Ost/St.Fiden

    Mit Fackeln, Oldtimern und Kutschen in die Innenstadt

    26. März 2018 15:35 von Andreas Bissegger

    Es gehört jeweils zur Tradition, dass die Studentenverbindungen nach dem Erhalt ihrer Masterdiplome von der Universität St.Gallen in die Innenstadt ziehen. Dazu veranstalten sie einen Umzug mit Fackeln, Oldtimern und sogar Kutschen. Auch am letzten Samstag war dies wieder der Fall und ich begleitete gleich zwei solche Umzüge. Übrigens – mein Name ist Andreas Bissegger und ich bin der Quartierpolizist vom Gebiet Langgasse/Heiligkreuz/Rotmonten. Was es bei diesem Einsatz alles zu tun gab, erfahrt ihr hier in meinem ersten Blogbeitrag.

    Andreas Bisseger im Büro

    Im Büro bereite ich mich auf den Einsatz vor.

    Mein Dienst begann kurz vor 17 Uhr. Im Büro ging ich gedanklich nochmals den Einsatz durch. Wie verläuft die Umzugsroute, wo müssen wir überall den Verkehr regeln, was für Einsatzmaterial muss ich mitnehmen? Eine gute Vorbereitung ist wichtig, denn wenn der Umzug einmal gestartet ist muss alles reibungslos verlaufen. Jedoch ist dies nicht mein erster Umzug und so hält sich meine Nervosität in Grenzen. Dennoch hoffe ich natürlich immer, dass alles gut verläuft.

    So mache ich mich frühzeitig an den Besammlungsort des ersten Umzugs. Dieser beginnt auf der Dufourstrasse. Einige Studierende warten bereits und kommen sogleich auf mich zu. Wir machen die letzten Absprachen. Ein wichtiger Absprachepunkt sind für mich die Fackeln, welche sie während des Umzugs mit sich tragen. Diese müssen fachgerecht entsorgt werden und es darf nichts passieren. Die Umzugsteilnehmer haben aber vorgesorgt – einige tragen Wasserkübel mit, mit welchen die Fackeln gelöscht werden können. Zudem haben sie auch Abfalleimer für die Entsorgung dabei. Dann geht es plötzlich schnell, denn pünktlich um 17.40 Uhr soll es losgehen. Alle machen sich bereit. Auch ich steige in den Patrouillenwagen und positioniere mich an der Spitze des Umzugs. Gefolgt von der Fahne der Verbindung, den Studierenden mit den Fackeln und einem Oldtimer-Postauto.

    Letzte Absprachen mit dem Verantwortlichen der Studentenverbindung.

    Letzte Absprachen mit dem Verantwortlichen der Studentenverbindung.

    Die Studentenverbindung auf dem Weg in die Innenstadt.

    Die Studentenverbindung auf dem Weg in die Innenstadt.

    Schnellen Schrittes geht’s auf der Müller-Friedberg-Strasse in Richtung Stadtzentrum. Das gelbe Blinklicht auf dem Patrouillenauto soll andere Personen auf den Umzug aufmerksam machen. Zudem gebe ich dem Gegenverkehr stets Handzeichen, dass sie vorsichtig fahren sollen. Dies klappt bestens und wir kommen ohne Zwischenfälle am Ziel an der St.Jakob-Strasse an.

    Mittels Handzeichen mache ich den Gegenverkehr auf den Umzug aufmerksam.

    Mittels Handzeichen mache ich den Gegenverkehr auf den Umzug aufmerksam.

    Die Studentenverbindung folgt mir auf dem Unteren Graben.

    Die Studentenverbindung folgt mir auf dem Unteren Graben.

    Nach dem ersten Umzug geht’s für eine kleine Stärkung zurück auf den Polizeiposten. Doch viel Zeit habe ich nicht. Um 19 Uhr steige ich wieder in den Patrouillenwagen und mache mich auf den Weg zum zweiten Umzug. Dieser startet an der Varnbüelstrasse. Nach kurzer Absprache mit den Verantwortlichen stellt sich der Umzug auf. Nebst den Fahnen, den Studierenden, dem Oldtimer-Postauto fahren zusätzlich drei Kutschen mit. In der Dämmerung werden die Fackeln angezündet – jetzt kommen diese deutlich besser zur Geltung, als beim Umzug vorher. Wiederum marschieren die Stundenverbindungen dem Patrouillenwagen nach und singen dabei Lieder.

    Umzugsstart an der Varnbüelstrasse.

    Umzugsstart an der Varnbüelstrasse.

    Die Kutschen und die Studierenden mit Fakeln auf der Varnbüelstrasse.

    Die Kutschen und die Studierenden mit Fakeln auf der Varnbüelstrasse.

    Als wir im Stadtzentrum ankommen ist es bereits dunkel geworden. Da wir auf den öffentlichen Strassen unterwegs sind schalte ich das Blaulicht ein. So werden wir frühzeitig von den anderen Verkehrsteilnehmenden bemerkt, sodass diese an den Kreuzungen anhalten. Nach 2-3 Minuten sind wir auch schon wieder weg und die Kreuzung ist wieder normal befahrbar. So bringe ich auch diese Stundenverbindungen sicher an ihren Zielort.

    Um die Sicherheit zu gewährleisten fahre ich mit Blaulicht voraus.

    Um die Sicherheit zu gewährleisten fahre ich mit Blaulicht voraus.

    Die Studentenverbindung trifft am Ziel ein.

    Die Studentenverbindung trifft am Ziel ein.

    Dort geht für die Studierenden die Feier aber wohl erst richtig los – doch das haben sie sich nach Erhalt ihrer Masterdiplome verdient. Mit dem Abschluss der Umzüge habe ich meinen Auftrag ebenfalls erledigt und ich bin froh, ist alles so gut verlaufen. So mache ich mich auf den Weg zurück auf den Polizeiposten, wo der Feierabend auf mich wartet.

    Geschafft - den Patrouillenwagen stelle ich in der Garage ab und mache Feierabend.

    Geschafft - den Patrouillenwagen stelle ich in der Garage ab und mache Feierabend.

    Andreas Bissegger 

    Quartierpolizist Langgasse/Heiligkreuz/Rotmonten