Archiv für '2018 Juli'

    «Bedenklich»: Immer wieder Abfall auf den Drei Weieren

    24. Juli 2018 17:17 von Christoph Graf und Paul Widrig

    Es ist Freitagmorgen, 6.30 Uhr. Wir, die Quartierpolizisten Christoph Graf und Paul Widrig, patrouillieren zu Fuss auf den Drei Weieren. Diese sind im Sommer ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt aus der ganzen Region. Umso wichtiger ist es für uns Polizisten, präsent zu sein und wenn nötig Kontrollen durchzuführen. An diesem Morgen begegnen uns buntgekleidete Jogger mit Ohrstöpseln auf der Bitzistrasse. Hie und da spazieren Hundehalterinnen und Hundehalter mit ihren Liebsten an uns vorbei. Frühaufsteher schwimmen bereits ihre ersten Bahnen im Weiher. Es scheint, dass Mensch und Natur im Naherholungsgebiet Drei Weieren im Einklang sind.

    Textalternative zum Video: IMG_1303.MOV

    Abfall – ein bekanntes Problem

    Kurze Zeit später, auf unserem Rundgang beim Möslenguet, müssen wir erst einmal leer Schlucken. In der vergangen Nacht feierten Nachschwärmer offensichtlich eine «feuchtfröhliche» Party. Die Liegewiese vom städtischen Freibad ist übersät mit Alu-Dosen, Bierflaschen, Glasscherben, Pizzakartons, Plastikbechern, Zigarettenstummeln und noch vielem mehr. Dies, obwohl mehrere Abfallkübel vorhanden sind und der Glas-Container gleich beim Eingang zum Möslenguet steht. Der Bademeister, Michael Hanselmann, ist bereits mit dem Aufräumen beschäftigt. Bewaffnet mit einer Greifzange und einem Müllsack, sammelt er emsig den ganzen Müll zusammen. «Immer das Gleiche mit diesen Nachtschwärmern!», seufzt Hanselmann. Vor allem ärgerlich ist, dass ein paar Plastikflaschen von den Nachtschwärmenden ins Wasser geworfen wurden. Der Abfall muss nun vom Boot aus herausgefischt werden. Natürlich helfen wir Herr Hanselmann dabei und schippern mit dem Bademeister im Rettungsboot auf den Mannenweiher. Bereits nach kurzer Zeit haben wir diverses Leergut mit dem Netz aus dem Wasser gefischt. Der herumliegende Abfall ist ein bekanntes Problem auf den Drei Weieren. Dennoch hat sich das Littering in den vergangenen Jahren massiv verringert. Immer mehr Besuchende sorgen für Ordnung und räumen auf. Trotzdem – ein paar Nachtschwärmer hinterlassen noch Spuren.

    Flaschen auf den Drei Weieren

    Was auf den ersten Blick als «unaufgeräumt» aussieht, entpuppt sich als gutgemeintes Handeln. Hier haben Nachtschwärmende die Flaschen auf den Müllcontainer gestellt, um keinen Lärm beim Entsorgen zu machen.

    «Vielen Dank Polizei»

    Zurück auf den Drei Weiern zeigt die Uhr mittlerweile 17 Uhr an. Auf dem Rundgang treffen wir im Freibad Mannenweiher überall auf gutgelaunte Badegäste. Fröhliches Lachen und Kinderstimmen sind auf dem ganzen Badeareal zu hören. Es ist angenehm warm und alle geniessen die Sonne auf den Liegewiesen in vollen Zügen. Mehrere Jugendliche springen vom Sprungbrett aus ins kühle Wasser. Die Wassertemperatur beträgt stolze 24 Grad. Auch beim Milchhüsli herrscht inzwischen reger Betrieb. Kühle Getränke, Glace und Süssigkeiten gelten bei den Besuchenden als Tagesrenner. Immer wieder sprechen uns Passanten, Anwohnende oder Badegäste auf unserer Fusspatrouille an: «Wir sind froh, dass sich die Polizei vermehrt auf den Drei Weieren zeigt und für Ordnung sorgt!», bedanken sich die Leute bei uns. Natürlich hören wir solche Komplimente gern.

    Drei Weieren

    Die Drei Weieren sind besonders im Sommer ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt.

    Um 22.30 Uhr stehen wir zum dritten Mal einsatzbereit auf den Drei Weieren. Diesmal treffen wir hauptsächlich junge Leute auf dem Möslenguet, beziehungsweise Dreilinden an. Die Jugendlichen geniessen noch die letzten Sonnenstrahlen. Immer mit dabei ist das Smartphone. Die Teenies zeigen sich gegenseitig Bilder und Videos, lachen und schwatzen wild durcheinander. Immer wieder wird die Musik vom Handy oder den Boxen zu laut. Wir weisen die Teenager daraufhin, die Geräte leiser zu stellen. In dieser schönen Atmosphäre wird natürlich auch getrunken und gegessen. Bei unserem Abendspaziergang bitten wir die jungen Nachtschwärmer daher gleich, ihren Abfall in einem Abfallkübel zu entsorgen und den Platz ordentlich zu hinterlassen.

    Abfall auf den Drei Weieren

    Am Abend sind die Drei Weieren ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche, die meist bis spät in die Nacht feiern oder einfach nur «chillen».

    Ein Aufruf an die Bevölkerung

    Am nächsten Tag erhalten wir mehrere Reklamationen aus der Bevölkerung. Vermehrt liege wieder Abfall auf den Drei Weieren herum. Wir machen uns sofort auf den Weg zur Anlage und laufen alle Wege bis zur Mülenenschlucht ab. Dort stellen wir fest, dass die Steinach vergangene Nacht als Entsorgungsort missbraucht wurde. Im Verlaufe des Tages wird der Müll von uns aus dem Fluss geborgen.

    Polizisten fischen Abfall

    Wieder haben Nachtschwärmer ihren Abfall im Fluss entsorgt. Der Unrat muss nun aus der Mülenenschlucht gefischt werden.

    Ein Ort wie die Drei Weiern sind für Jung und Alt, von früh morgens bis spät abends ein toller Ort um die Freizeit zu geniessen. Wenn sich aber so viele Menschen an einem Ort aufhalten, ist gegenseitige Rücksichtnahme, auch auf die Natur, wichtig. Während der Badmeister vor einigen Jahren nach einem schönen Sommerabend noch 21 Säcke mit Abfall zusammenlesen musste, sind es heut «nur» noch fünf. Das ist eine massive Verbesserung. Aber jede Plastikflasche und jede Glasscherbe ist unnötig und eine zu viel. Gerne appellieren wir daher an die Vernunft der Bevölkerung, dem Naturschutzgebiet Sorge zu tragen. Es ist schade, wenn ein so schöner Ort zugemüllt wird. Der Badmeister, wir und alle anderen betroffenen städtischen Stellen danken es Ihnen.

     

    Autoren:
    Paul Widrig, Quartierpolizist Grossacker, Krontal, Neudorf
    Christoph Graf, Quartierpolizist Riethüsli, St.Georgen, Notkersegg

    Die Schönen und die Biester

    11. Juli 2018 17:30 von Paul Widrig

    Es ist Samstagmorgen, 7. Juli 2018, Beginn eines schönen Sommertages. Die Sonne ist gerade aufgegangen und wir sind unterwegs in Richtung St.Fiden-Neudorf. Wir? Der Quartierpolizist Andreas Bissegger und ich, sowie vier Sicherheitsassistenten. Wir freuen uns auf die heutige Veranstaltung auf der Leichtathletikanlage Neudorf. Dort findet nämlich die „Schweizerische Hauptzuchtschau für Deutsche Schäferhunde“ statt. Es werden zirka 500 Personen erwartet.

    Textalternative zum Video

    Als zuständiger Quartierpolizist leite ich den polizeilichen Einsatz. Die vier Sicherheitsassistenten werden für den Verkehrsdienst und für die Parkierung eingesetzt. Mein Kollege Andreas Bissegger und ich sind für die Sicherheit auf der Leichtathletikanlage Neudorf verantwortlich. Dazu gehört auch der Informationsaustausch mit dem Organisationskomitee und dem OK-Präsidenten, Bruno Sicheneder. Kurz: Wir sorgen für einen reibungslosen Ablauf dieser Hundeveranstaltung.

    Bei unserem Eintreffen hören wir überall auf der und um die Sportanlage lautes Hundegebell. Die Hundezüchter und Hundezüchterinnen sind fleissig dabei ihre Liebsten auf Vordermann zu bringen. Die schönen Zuchthunde werden frisiert, geföhnt und natürlich auch ausgiebig gestreichelt. Sie sind am heutigen Tag die Hauptattraktion. Jeder möchte den schönsten Hund in der jeweiligen Kategorie präsentieren können. Es wird gefachsimpelt und rege der zwischenmenschliche Kontakt gepflegt. Rund um die Sportanlage sind an diesem Morgen unzählige Hundehalter mit ihren Deutschen Schäferhunden am Spazieren. Obwohl so viele Hundehalterinnen und Hundehalter mit ihren Tieren angereist sind, hat es genügend Parkplätze. Die Fahrzeuge einzuweisen, war für die Sicherheitsassistenten daher kein Problem.

    Parkplätze sind ausreichend vorhanden.

    Parkplätze sind ausreichend vorhanden.

    Worauf ich mich am Meisten freue sind aber nicht die Schönheiten, sondern die „Biester“ die auf 11:30 Uhr angekündigt sind. Dann findet nämlich die Polizeihunde-Vorführung statt. Dabei werden verschiedene Szenarien aus dem Polizeialltag mit den Polizisten auf vier Beinen gezeigt. Zum Beispiel der Einsatz von Spürhunden die Sprengstoff oder ein vermisstes Kind suchen. Oder Schutzhunde die flüchtige Täter stellen. Durchgeführt wurden die Vorführungen vom Polizeihundeführer-Verein St.Gallen-Appenzell.

    Ein Schutzhund, nachdem er den Täter gestellt hat und dieser abgeführt wird.

    Ein Schutzhund, nachdem er den Täter gestellt hat und dieser abgeführt wird.

    Zahlreiche Zuschauer erleben eine Veranstaltung ohne Zwischenfälle. Um 20 Uhr, findet die Siegesehrung aller Klassen statt und im Anschluss daran sind alle zu einem Apéro eingeladen. Die Organisatoren bedanken sich recht herzlich bei allen Beteiligten und speziell bei den Anwohnern für ihr Verständnis.

    Paul Widrig
    Quartierpolizist Grossacker, Krontal, Neudorf 

    Gruppenbild mit Kommandanten, OK-Präsident, Präsident Polizeihundeführer-Verein St.Gallen-Appenzell und Quartierpolizisten

    v.l.: Andreas Bissegger (Quartierpolizist), Carmen Zanga, Bruno Zanga und Ralph Hurni (Kommandanten Kantons- und Stadtpolizei St.Gallen), Philipp Sennhauser (Präsident Polizeihundeführer-Verein St.Gallen-Appenzell), Bruno Sicheneder (OK-Präsident), Paul Widrig (Quartierpolizist).

    Paul Widrig
    Quartierpolizist Grossacker, Krontal, Neudorf