Archiv für '2019 Juli'

    Die Weieren verwandeln sich in ein Filmstudio

    12. Juli 2019 14:59 von Christoph Graf

    Auf den ersten Blick scheint es bei den Weieren so zu sein wie immer. Vielleicht etwas ruhiger. Ein rotweisses Band sperrt den Weg zum Mannenweier ab, auf einem Schild daneben steht «Dreharbeiten». Auch beim Badehaus zieren rotweisse Absperrbänder die Türen. Auf der anderen Seite des Badehauses angelangt, wird man von einem Holzkonstrukt überrascht. Eine Fahrbahn verläuft dem steilen Hang entlang, eine Rampe endet über dem Wasser. 

    Für die grösste Actionszene im Film wird ein Stuntman mit einem umgebauten Einkaufswagen die Holz-rampe runter rollen.

    Für die grösste Actionszene im Film wird ein Stuntman mit einem umgebauten Einkaufswagen die Holzrampe runter rollen.

    An diesem Donnerstag, 11. Juli 2019, steht für mich ein ganz spezieller Einsatz bevor. Denn bei den Weieren wird eine Szene für den Jugendfilm «iCarus» gedreht, sogar mit Stuntman! Es ist ein Jugendpräventionsfilm. In einer Szene will die Hauptrolle mit einem etwas umgebauten Einkaufswagen eine Holzrampe runterfahren und für einen Moment lang fliegen, bis er dann im Wasser landet. Das Ganze will er nur aus einem Grund: Mehr Follower auf Social Media. So viel zum Produkt, das entstehen soll.

    Die beiden Hauptdarsteller im Film «iCarus».

    Die beiden Hauptdarsteller im Film «iCarus».

    Immer mehr Leute der Filmcrew versammeln sich vor Ort und treffen die letzten Vorbereitungen. Die Kamera wird positioniert, am umgebauten Einkaufswagen werden letzte Anpassungen vorgenommen, die Regisseurin gibt Anweisungen. Es wimmelt nur noch von Mitarbeitenden der Filmcrew. Überall stehen grosse Taschen mit Filmmaterial, unvorstellbar, was wohl alles da drin sein muss. Langsam verwandelt sich der Ort zu einem richtigen Hollywood-Filmset, so stelle ich es mir zumindest vor. Auch ich treffe Vorbereitungen: Ich begutachte das Gelände, spreche mich mit der Regisseurin sowie dem Konstrukteur der Rampe ab. Während dem Filmdreh bin ich für die Absperrung und Sicherheit zuständig. Denn bei diesem riskanteren Dreh wird der Ort zu einem Gefahrenbereich. Auch zuvor habe ich einige Vorbereitungen getroffen. Einerseits mussten Parkplätze für die Filmcrew organisiert werden. Sie brauchten zudem eine Zufahrtsbewilligung, denn bei den Weieren gilt Fahrverbot.

    Bald beginnt der Dreh und ich kümmere mich um die Sicherheit auf dem Gelände.

    Bald beginnt der Dreh und ich kümmere mich um die Sicherheit auf dem Gelände.

    Alles scheint langsam aber sicher am richtigen Platz zu sein. Und schon beginnen die Dreharbeiten. «Schauspieler zum Set», «Sound-Check», «Kamera-Check», «Ruhe, wir drehen». Gespannt schaue ich auf die Schauspieler. Auf Knopfdruck scheinen sie in ihrem Element zu sein. Sie spielen, als wären sie in ihrer eigenen Welt. Doch dicht um sie herum steht der Kamera- und Tonmann, eine hält die Klappe, einer das Mikrofon, einer kontrolliert den Text, die Regisseurin ist auf die Schauspieler konzentriert. Die Szene wird ganze drei Mal gedreht. Jedes Mal mit anderen Kameraeinstellungen. Jede Aufnahme klappt aufs erste Mal. Doch nun kommt der spannendste Teil: der Stunt.

    Nun sind die Schauspieler am Zug: Die Szene vor der Fahrt ins Wasser wird gedreht.

    Nun sind die Schauspieler am Zug: Die Szene vor der Fahrt ins Wasser wird gedreht.

    Bald beginnt der Stunt.

    Bald beginnt der Stunt.

    Um beim Stunt für die nötige Sicherheit zu sorgen, sind auch unsere Polizeitaucher vor Ort. Einerseits müssen sie den Einkaufswagen wieder aus dem Wasser bringen, und falls etwas mit dem Stuntman passieren würde, wären sie für die Erste Hilfe vor Ort. Auch der Rettungswagen ist nicht weit.

    Bald geht es los. Taucherbrille auf, ein Sprung ins kühle Nass und die Polizisten schwimmen sich in Position.

    Der Stuntman sitzt schon mal Probe.

    Der Stuntman sitzt schon mal Probe.

    Die Taucher bereiten sich auf ihren Einsatz vor.

    Die Taucher bereiten sich auf ihren Einsatz vor.

    Als erstes wird eine Testfahrt mit dem Einkaufswagen ohne Stuntman gemacht. Drohnen mit Kameras heben sich in die Lüfte. Alle sind gespannt, ob die Konstruktion auch wirklich funktioniert. Drei, zwei, eins: Der Wagen wird losgelassen. Er rollt die Rampe runter und landet mit einem Platschen im Wasser – scheint wie geplant zu funktionieren. Die Taucher suchen nach dem Wagen und hieven ihn zusammen mit Mitarbeitenden der Filmcrew auf den Steg.

    Der Testlauf wird ohne Mann an Bord durchgeführt.

    Der Testlauf wird ohne Mann an Bord durchgeführt.

    Der Einkaufswagen wird zurückgestossen und befestigt. Wieder Sound-Check, Bild-Check, alle auf Position. Ich halte die Passanten auf, damit sie nicht ins Bild laufen. Alle starren gespannt zur Rampe. Gleich geht’s los. Das Surren ertönt und die Drohne hebt erneut ab. Der Stuntman kontrolliert ein letztes Mal den Helm, rückt sich nochmals in Position. Die Regisseurin gibt das Zeichen für den Start. Alle sind ruhig und der Einkaufswagen rollt die Rampe runter…

    Der Wagen rollt...

    Der Wagen rollt...

    …scheinbar geübt springt der Stuntman aus dem Wagen…

    …scheinbar geübt springt der Stuntman aus dem Wagen…

    …und landet sicher im Wasser.

    …und landet sicher im Wasser.

    Achtung: Taschendiebe machen keine Ferien

    09. Juli 2019 08:09 von Paul Widrig

    Schon früh morgens herrscht reger Publikumsverkehr auf dem Areal des Hauptbahnhofs St.Gallen. Die Leute springen mit ihrem Gepäck zum Bahnhof und wollen dort rechtzeitig den Zug erwischen. Die Anderen eilen zum Busbahnhof und drängen sich in den Linienbus. Dieser ist vollbesetzt mit Fahrgästen. Eine ideale Zeit für Gelegenheitsdiebe sowie organisierten Diebesbanden.

    Auch während der Ferienzeit sind Taschendiebe aktiv. Darum fand am Dienstag, 3. Juli, auf dem Bahnhofsplatz ein Präventionstag zum Thema «Taschendiebstahl» statt. Die Quartierpolizisten Heinz Sieber, Roger Spirig und ich sind mit unserem Einsatzwagen «Vadiana» sowie Plakaten und Flyern zum Thema Diebstahl-Prävention ausgerüstet.

    Kinder mit ihren Müttern oder Grosseltern mit ihren Enkeln kommen zu uns und wollen wissen, was die Stadtpolizei hier tut. Die neugierigen Kinder wollen eigentlich nur unseren Einsatzwagen besichtigen und freuen sich, wenn sie darin Platz nehmen dürfen. Sogar Gummibärli gibt es zum Abschied und ein Foto mit dem Polizisten.

    Passanten werden durch uns zum Thema Taschendiebstahl beraten und die Kinder dürfen das Polizeiauto besichtigen.

    Passanten werden durch uns zum Thema Taschendiebstahl beraten und die Kinder dürfen das Polizeiauto besichtigen.

    Wir Quartierpolizisten sprechen die Passanten aber auch aktiv auf ihr Verhalten an und zeigen auf, wie sie sich vor Diebstählen schützen können. Bei einer Person zum Beispiel ist der Reisekoffer unbeaufsichtigt oder bei einer anderen liegt die Handtasche mit Wertsachen unverschlossen neben ihr auf der Sitzbank. In solchen Fällen klären wir die Leute auf und zeigen, wie sie sich vor Diebstählen schützen können. Das ist auch in unseren Flyern nachzulesen, die wir abgeben.

    Ich persönlich trage beispielweise in den Ferien die wichtigsten Dinge wie grössere Geldbeträge, Kreditkarten und Reisepass in einer Bauchtasche unter meiner Jacke. Diese kleine Vorsichtsmassnahme genügt, um wirkungsvoll die Angriffsfläche für Taschendiebe zu verringern.

    Öffentliche Verkehrsmittel sind für Taschendiebe die beliebtesten Orte, um Fahrgäste oder Touristen zu bestehlen. Besonders verdächtig ist es, wenn man abrupt und heftig angerempelt wird. Wir empfehlen auch den Rucksack oder die Handtasche vorne zu tragen. So hat man sein Gepäck stets im Blick. Generell ist es an Orten mit viel Personen wichtig, seine Tasche im Blick zu haben. Auch Ablenkungen sorgen dafür, dass man schnell seinen Rucksack auf dem Rücken vergisst.

    Abgelenkt ist man ein ideales Ziel für Taschendiebe (Foto nachgestellt).

    Abgelenkt ist man ein ideales Ziel für Taschendiebe (Foto nachgestellt).

    Die Taschendiebe halten sich auch in Cafés oder Restaurants auf. Eine über die Stuhllehne gehängte Jacke oder Tasche ist für solche Diebe ein gefundenes Fressen. Wenn der Dieb mit dem Rücken zu seiner Beute sitzt, hat er Zeit, den Inhalt der Tasche zu erkunden. Wertsachen sollten am besten immer am Körper getragen werden. Die Handtasche oder der Rucksack ist zwischen den Füssen am sichersten.

    Eine Tasche oder ein Rucksack an der Stuhllehne ist ein gefundenes Fressen für Taschendiebe (Foto nachgestellt).

    Eine Tasche oder ein Rucksack an der Stuhllehne ist ein gefundenes Fressen für Taschendiebe (Foto nachgestellt).

    Unsere Präventionstätigkeit führen wir auf dem ganzen Bahnhofsareal durch und beenden diese um 15.30 Uhr. Bei den Passanten kam die Aktion gut an und es gab immer wieder interessante Gespräche. Ausserdem unterhielten wir uns mit einer direkt betroffenen Frau, welcher gerade das Portemonnaie im Bus gestohlen wurde. Wir waren ihr behilflich und empfahlen ihr, bei der Kantonspolizei St.Gallen Anzeige zu erstatten.

    Die Quartierpolizei führt regelmässig Präventionsaktionen zum Thema Taschendiebstahl auf dem ganzen Stadtgebiet durch, um die Bevölkerung zu sensibilisieren.