Neues Jahr, neuer Quartierpolizist

    24. Januar 2020 14:00 von Meinrad Müller

    Meinrad Müller – sportbegeisterter Hundeliebhaber, Familienmensch und seit 31 Jahren Polizist. Seit Anfang Jahr bin ich als Quartierpolizist für die St.Galler Stadtteile Dietli-Hölzli-Schoren, Lachen, Rosenberg und St.Otmar zuständig. Gerne zeige ich Ihnen in diesem Blogbeitrag, was mich dabei in meiner ersten Zeit so beschäftigt hat.

    Pünktlich zum Jahreswechsel wartete bei der Stadtpolizei St.Gallen eine neue Herausforderung auf mich: Von der Einsatzzentrale wechselte ich wieder an die Front, genauer gesagt ins Quartier Dietli-Hölzli-Schoren, Lachen, Rosenberg und St.Otmar. Wie es bei einem Jobwechsel üblich ist, musste ich mich zuerst etwas in die neue Aufgabe einfinden. Klar kenne ich die Polizeiarbeit seit über drei Jahrzehnten, jedoch bringt meine neue Funktion wieder völlig andere Tätigkeiten und Arbeitsabläufe mit sich, als ich es von der Einsatzzentrale gewohnt war.

    Meinrad Müller im Büro der Quartierpolizei

    Auch Büroarbeit, zum Beispiel Journal führen, gehört zur Arbeit eines Quartierpolizisten.

    Am Anfang war es besonders hilfreich, meinen Kollegen von der Quartierpolizei über die Schulter zu schauen und sie zu begleiten. So konnte ich ein Gespür dafür entwickeln, was es heisst, Quartierpolizist zu sein. Teamarbeit wird bei der Polizei grossgeschrieben – dies ist auch in der Quartierarbeit nicht anders. Zwar hat jeder «sein» zugeteiltes Quartier, aber man tauscht sich untereinander aus und nicht selten geht man auch einmal in ein anderes Quartier aushelfen, zum Beispiel bei Veranstaltungen. So war ich beispielsweise in meiner dritten Woche für einmal im Zentrumsquartier im Einsatz. Der dortige Quartierpolizist Heinz Sieber war für eine polizeilich begleitete Kundgebung froh um meine Unterstützung. Im Gegenzug dafür wird er mich bei einem baldigen Wochenendeinsatz begleiten. So wäscht eine Hand die andere, das schätze ich sehr.

    Heinz Sieber und Meinrad Müller

    Teamarbeit ist alles! Hier war ich mit Quartierpolizist-Kollege Heinz Sieber im Einsatz.

    Als das Oberstufenzentrum Schönau an einem kalten Montagmorgen Mitte Januar ins Skilager fuhr, hatte ich meine erste Feuerprobe im «eigenen» Quartier. Es galt, während dem Verladen den Strassenverkehr zu regeln und die Carabfahrten zu koordinieren, damit die Sicherheit sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für alle anderen Verkehrsteilnehmenden gewährleistet war.

    Andreas Bissegger und Meinrad Müller

    Bei meinem ersten Einsatz im eigenen Quartier begleitete mich Andreas Bissegger, Quartierpolizist im Stadtteil Langgasse, Heiligkreuz, Rotmonten.

    Verkehrsregelung durch Quartierpolizisten

    Mehrere Cars fuhren die Schülerinnen und Schüler in die Wintersportorte. Im regen Morgenverkehr waren gute Koordination und Verkehrssicherung unabdingbar.

    Der Einsatz war eine gute Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen. Bis jetzt hatte ich noch gar nicht die Zeit, mich überall im Quartier vorzustellen, daher nutzte ich diese Möglichkeit und gab den Verantwortlichen der Schule auch gleich meine Visitenkarte ab, damit sie mich immer erreichen können. Durch den persönlichen Kontakt kann ich eine gute Vertrauensbasis schaffen.

    Neuer Quartierpolizist stellt sich vor.

    Ein persönlicher Ansprechpartner schafft Vertrauen.

    Trotz winterlicher Temperaturen würde ich meine neue Aufgabe schon jetzt nicht mehr gegen das warme Büro eintauschen wollen. Dafür ist die Arbeit eines Quartierpolizisten zu spannend und abwechslungsreich. Voller Freude blicke ich meinem neuen Berufsalltag entgegen und bin gespannt auf alles, was mich erwartet, denn eins bleibt bei der Polizeiarbeit überall gleich: Kein Tag gleicht dem anderen und die Zeit vergeht wie im Flug.

    Sagenumwobenes Bruggen-Quartier am Silvestervorabend

    31. Dezember 2019 11:00 von Kurt Würth

    Am Abend vor Silvester herrscht im Bruggen-Quartier Aufruhr. Der Schwarze Rappensteiner, der einmal in einer eisigen Nacht einem verirrten Pilger den Einlass in seine Burg verwehrt hatte und fortan verflucht war, reitet dann nämlich übers Land und bringt Schrecken und Leid mit sich. Zumindest laut der alten Römpelsage. Das wollen sich die Römpler natürlich nicht gefallen lassen und versuchen daher Jahr für Jahr, den Schwarzen Rappensteiner durch den traditionellen Römpeltanz zu verbannen. Auch ich bin mit von der Partie und kümmere mich während des Anlasses um die Sicherheit.

    Gruppenfoto

    Römpler in Vollmontur, flankiert vom Quartierpolizisten und fleissigen Helfern.

    Tambouren

    Die Tambouren geben den Takt an.

    Bei der Römpeltradition ziehen die Römpler mit furchteinflössenden Masken und viel Getöse durch die Strassen. Dabei tragen sie den Römpel mit sich, eine riesige Figur, die beim Vertreiben der bösen Geister helfen soll. Danach folgt der Römpeltanz um das Römpelfeuer beim Schulhaus Bruggen. Es werden Lieder gesungen und die Römpelsage, welche hinter dem Brauch steckt, wird erzählt. Auch für das leibliche Wohl der Zuschauerinnen und Zuschauer ist gesorgt – es gibt heissen Punsch oder Glühwein und eine traditionelle Römpelwurst. Diese basiert auf einem Geheimrezept und wird extra fürs Römpeln hergestellt.

    Traditionelle Römpelwürste

    Das Rezept der Römpelwurst ist geheim. Es gibt sie ausschliesslich an der Römpeltradition in Bruggen.

    Meine Aufgabe bei diesem Anlass ist es, als Quartierpolizist für die Sicherheit zu sorgen. Dazu regle ich beispielsweise den Verkehr auf der Strasse, damit die Römpler sicher über die Strasse tanzen können. Als Quartierpolizist schätze ich die Zusammenarbeit mit Quartiervereinen wie dem Römpelverein Straubenzell sehr. Durch den regelmässigen Austausch ist man gegenseitig immer informiert und kann tief verankerte Traditionen wie das Römpelfeuer in einem gut organisierten und sicheren Rahmen weiterleben lassen – zur Freude von jährlich zirka 150-200 Anwesenden, denen ich mit meiner Arbeit einen tollen sagenumwobenen Abend ermögliche.

    Der Quartierpolizist regelt den Verkehr.

    Der Quartierpolizist regelt den Verkehr, damit der Römpeltanz sicher von statten gehen kann.