Peruanische Fans bringen Feststimmung nach St.Gallen

    05. Juni 2018 17:27 von Thomas Christen

    Am Sonntag standen der Kybunpark und dessen Umgebung ganz im Zeichen der Farben Rot und Weiss. Nicht, weil die Schweizer Fussballnationalmannschaft dort ein Spiel bestritt. Nein. Es war das peruanische Nationalteam, das sich im Rahmen eines Vorbereitungsspiels für die bald beginnende Weltmeisterschaft in Russland mit dem Team aus Saudi Arabien in St.Gallen gemessen hat. Den südamerikanischen Zauber, welchen die zahlreich angereisten peruanischen Fans in St.Gallen versprühten, lag bereits zur Mittagszeit in der Luft. Das Spiel begann zwar erst um 20 Uhr, doch die angereisten Fans nutzten den gesamten Nachmittag, um zu lautstarker Musik zu tanzen und zu feiern.

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    Das freudige Fussballereignis stellte die Stadtpolizei und mich als Quartierpolizist von Winkeln vor grössere Herausforderungen - zumal parallel im Gründenmoos am CSIO die letzten Wettkämpfe ausgetragen wurden. Somit war ich heute stärker denn je auf die gute Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen angewiesen. Denn schliesslich schaute ich auch immer wieder am CSIO nach dem Rechten.

    Für die klare Aufgabenverteilung und die Beseitigung aller Unklarheiten versammelten wir uns zu unserem ersten Abspracherapport. Hierbei klärten wir, wo die eintreffenden Reisebusse eingewiesen werden oder wer sich wo positioniert. Da wir ein vorwiegend friedliches Fussballfest erwarteten, konzentrierten wir uns primär darauf, dass die beiden Events, Fussballspiel und CSIO, ungestört voneinander stattfinden konnten und dass die Verkehrslage jederzeit unter Kontrolle war.

    Fanaufmarsch im Kybunpark. Wir sicherten die Lage und den Verkehr.

    Fanaufmarsch im Kybunpark. Wir sicherten die Lage und den Verkehr.

    132 Reisebusse brachten die peruanischen Fans aus verschiedensten Ländern Europas nach St.Gallen. Hierfür war ein vorgängig intensiv ausgearbeitetes Verkehrskonzept seitens der Stadtpolizei notwendig. Um die Masse der Busse zu stemmen, mussten einzelne Parkplätze für Autos aufgehoben und einige Besitzer für die Nutzung von Privatparkplätzen angefragt werden. Sowohl die Signalisierung als auch die Einweisung der Reisebusse verliefen ohne Probleme.

    Kurz nach 17:30 Uhr versammelten sich einige hundert peruanische Fans in der Nähe vom Bahnhof Winkeln zu einem Fanmarsch. Die Fans hüpften und tanzten in fröhlicher Manier zu lateinamerikanischen Gesängen entlang der Herisauerstrasse bis zum Kybunpark. Wir sorgten dafür, dass die Strasse zu diesem Zeitpunkt verkehrsfrei blieb und dass die Sicherheit aller Beteiligten gewährleistet war.

    Wir positionierten uns anlässlich des Fanmarsches.

    Wir positionierten uns anlässlich des Fanmarsches.

    Kurz vor Matchbeginn leerte sich die Plattform ums Stadion merklich. Der Lärm und somit die Menschenmassen verlagerten sich ins Stadioninnere, was uns eine kurze Verschnaufpause ermöglichte. Wir begaben uns in unsere wohlverdiente Pause und rekapitulierten die Phase vor dem Spiel. Der nächste Abspracherapport, der die Phase nach dem Spiel thematisierte, stand direkt nach unserer Verpflegungspause an. Das Ziel war es, die gute Arbeit vor Spielbeginn zu wiederholen.

    Als die Stadionuhr schliesslich nur noch einige Minuten Restspielzeit anzeigte, waren wir alle wieder auf unseren Posten positioniert. In dieser Phase war es wichtig, dass das Stadion reibungslos geleert wird und die Verkehrslage vor dem Stadion nicht kollabierte. Zudem sollten die Fans sicher und schnell zu ihren Reisebussen gelangen.

    Die Fanklänge verstummten aber auch mit dem Schlusspfiff nicht – es gab schliesslich auch einen 3:0-Sieg der peruanischen Equipe zu feiern. So jubelten auch zu diesem Zeitpunkt noch hunderte Fans ausgiebig auf der Treppe beim Haupteingang. Während die einen also noch nicht den direkten Heimweg anvisierten und weiterhin „grande fiesta“ machten, waren den anderen die Strapazen des langen Tages ins Gesicht geschrieben. Beim Verlassen des Stadions schauten mich dann auch oftmals ahnungslose Gesichter an, die auf der Suche nach ihrem Reisebus oder dem Bahnhof waren. Trotz der sprachlichen Barriere gelang der Informationsaustausch und somit konnte ich vielen auf ihrem Heimweg behilflich sein. In einem Fall konnten wir sogar dazu beitragen, dass die Fahrgäste eines defekten Busses verpflegt und mit einem Ersatzbus zurück nach Mailand reisen konnten.

    Wir haben gewonnen! Die Fans feiern den Sieg der peruanischen Nationalmannschaft.

    Wir haben gewonnen! Die Fans feiern den Sieg der peruanischen Nationalmannschaft.

    Nachdem die letzten Fans, die vor ihrer Heimreise noch auf die Ausfahrt des Mannschaftscars gewartet hatten, das Areal verliessen, hiess es für uns Feierabend. Wir können auf einen friedlichen und erfolgreichen Einsatz zurückblicken.

    Uns war es ein Anliegen, dass die beiden sportlichen Events, die unweit voneinander stattgefunden haben, ohne jeweilige Beeinträchtigung über die Bühne gingen. Wir können mit Stolz sagen, dass uns dies gelungen ist.

    Quartierpolizist Winkeln

    Thomas Christen

    Kindernachmittage auf der Kreuzbleiche und in Winkeln

    28. Mai 2018 15:29 von Christian Gisler

    Im Laufe der letzten Woche fanden auf der Kreuzbleiche und in Winkeln Kindernachmittage statt, bei welchen ich das Polizeiauto und meine beiden Polizeihunde vor neugierigen Kindergesichtern vorführen durfte. Der Kindernachmittag auf der Kreuzbleiche wurde vom Quartierverein St.Otmar organisiert und fand bei regnerischem Wetter statt. Der zweite Kindernachmittag ging in einem kleineren Rahmen und bei deutlich besseren Wetterbedingungen in Winkeln über die Bühne. Meine beiden Kollegen, Quartierpolizist Thomas Christen und Manuel Egger samt Jasper, unterstützen mich in Winkeln mit spannenden Ausführungen ihrerseits. Von unserer guten und engen Zusammenarbeit konnten die anwesenden Kinder und ihre Eltern profitieren, denn jeder trug auf seine Art und Weise zu einem erfolgreichen und spannenden Kindernachmittag bei.

    Der zweite der beiden Kindernachmittage fand in Winkeln statt.

    Der zweite der beiden Kindernachmittage fand in Winkeln statt.

    Die Vorführung des Polizeiautos war ein Teil des Programms. Mit grossen Augen begutachteten die Kinder die Demonstration des Einsatzmaterials, welches im Polizeiauto mitgeführt wird. „Für was ist dieses orange Ding?“, fragte ein Kind. „Dieses orange Ding wird Pylone genannt und wir stellen es beispielsweise bei einem Verkehrsunfall auf“. Das Frage-Antwort-Spiel ging auch beim übrigen demonstrierten Equipment in diesem Stil weiter und so stand ich Rede und Antwort. Aber was wäre ein Polizeiauto ohne Blaulicht und Sirene? Natürlich durften diese beiden polizeitypischen Elemente bei der Kindervorführung nicht fehlen. Als das Blaulicht und die Sirene schliesslich eingeschaltet waren, konnte die grosse Begeisterung der Kinder darüber niemandem entgehen.

    Die Kinder durften das Auto aber nicht nur von aussen begutachten, sondern auch auf den Sitzen Platz nehmen und sich für einen kurzen Moment wie richtige Polizistinnen und Polizisten fühlen. Es fand ein regelrechtes Gerangel im Fahrzeuginnern statt. „He, ich will mich auch mal hinters Steuer setzen!“, war nur eine von den vielen Hintergrundkonversationen der Kinder, die ich während den Gesprächen mit den Eltern aufgeschnappt habe.

    Ein weiteres Highlight für die Kinder waren die Darbietungen der beiden Polizeihunde Lyonnesse und Balko. Von Lyonnesse, meiner Personenspürhündin, haben wahrscheinlich die meisten schon einmal etwas gehört. Wir sind bereits seit 10 Jahren gemeinsam unterwegs und konnten schon so mancher Personenspur nachgehen. Aber Balko? Balko ist das neuste tierische Mitglied der Stadtpolizei St.Gallen.

    Die Stadtpolizei St.Gallen erhielt mit Balko neuen tierischen Zuwachs.

    Die Stadtpolizei St.Gallen erhielt mit Balko neuen tierischen Zuwachs.

    Er ist ein deutscher Schäferhund und erst 16 Wochen alt. In den kommenden Monaten werde ich intensiv mit Balko trainieren, damit er uns zukünftig als ausgebildeter Schutzhund zur Seite steht. Er wird die gleiche Ausbildung absolvieren wie Jasper, der diese kürzlich erfolgreich abschloss.

    Als ich ankündigte, zuerst einmal Lyonnesse aus dem Auto zu holen, beschlich einige Kinder ein mulmiges Gefühl. Sofort kamen Fragen auf, wie gross Lyonnesse denn sei oder ob sie denn beisse. Die Kinder brauchten sich aber natürlich keine Sorgen zu machen. Ich fing daher sofort mit der ersten Übung mit Lyonnesse an. Die Übung bestand darin, dass mir ein Kind einen persönlichen Gegenstand von sich gab und sich anschliessend an einem unbekannten Ort, der einige Meter entfernt war, versteckte. Zwei weitere Kinder schickte ich ebenfalls los, sich ein Versteck in der Nähe zu suchen. Dies, um Lyonnesse eine falsche Fährte zu legen. Anschliessend konfrontierte ich Lyonnesse mit dem persönlichen Gegenstand der zu suchenden Person und los ging es.

    Lyonnesse nimmt die Spur der gesuchten Person auf.

    Lyonnesse nimmt die Spur der gesuchten Person auf.

    Die Hündin liess sich von unserer falschen Fährte nicht beeindrucken und fand die gesuchte Person innert kurzer Zeit. Mit Balko führte ich eine ähnliche Übung durch. Da er im Unterschied zu Lyonesse erst in den Anfängen seiner Ausbildung ist, sah er die Person verschwinden, die er anschliessend suchen musste. Balko meisterte seine Aufgabe aber, genau wie Lyonnesse, sehr gut. Die abschliessenden Streicheleinheiten durften natürlich auch nicht fehlen. Diese wurden von den Hunden sichtlich genossen.

    Die Kinder, welche am Kindernachmittag in Winkeln teilnahmen, durften sogar noch in den Genuss von einer Vorführung von Manuel und Jasper kommen. Für einen Teil dieser Vorführung zog ich einen Schutzanzug an, damit wir eine reale Situation demonstrieren konnten, bei welcher Jasper zupackt.

    Jasper erhielt den Befehl, den „Räuber“ zu schnappen. Die Kinder schauten gespannt zu.

    Jasper erhielt den Befehl, den „Räuber“ zu schnappen. Die Kinder schauten gespannt zu.

    Die Kindernachmittage neigten sich, nachdem wir alle Programmpunkte abgespult und alle Fragen beantwortet hatten, dem Ende zu. Ich konnte in lauter strahlende und zufriedene Gesichter schauen. Meiner Ansicht nach waren die beiden Nachmittage ein voller Erfolg, wovon die Kinder hoffentlich noch ganz lange erzählen werden.

     

    Christian Gisler
    Quartierpolizist Dietli-Hölzli-Schoren/Lachen/Rosenberg/St.Otmar