In Bruggen wird es für kurze Zeit orientalisch

    07. Juni 2019 09:48 von Kurt Würth

    Am Dienstag, 4. Juni, feiert die islamische Kultur ihren höchsten Feiertag: den Bayram. In der Tanzschule in Bruggen treffen sich Leute aus dem arabischen Raum, um gemeinsam zu beten. Für mich ist es bereits das 11. Mal, dass ich für die Sicherheit und Ordnung an diesem Anlass zuständig bin.

    Eine Stunde vor Beginn des Gebets scheint alles noch ganz ruhig zu sein. Georg Strässle von der Tanzschule vermietet schon seit über 10 Jahren seine Räume für diesen Anlass. «Innert Minuten wird der Tanzsaal zu einer Moschee», sagte er. Wir besprechen kurz die Lage, dann gehen Strässle und ich auf Position, um die Autos einzuweisen. Sogar fünf Helfer vom Anlass unterstützen uns. Langsam trudeln die ersten Leute ein. Alle haben sich herausgeputzt: Einige tragen ein festliches Kleid, lang und bunt. Andere sind ganz klassisch im Anzug unterwegs.

    Gläubige in festlichen Kleidern

    Traditionelle Kleidung scheint vielen an diesem hohen Feiertag wichtig zu sein.

    Immer mehr Leute treffen nach und nach ein. Viele bekannte Gesichter scheinen sich zu begegnen: Sie begrüssen sich mit „Salam aleikum“, umarmen sich und klopfen sich auf den Rücken. Dann verschwinden sie im Gebäude. Alle 10 Minuten hält ein voller Bus an, der danach fast leer seine Weiterfahrt aufnimmt. Etwa 600 Leute treffen sich zu diesem wichtigen Anlass. Nicht nur von den umliegenden Kantonen reisen sie an, Berner oder auch Gläubige aus dem Fürstentum Lichtenstein und Vorarlberg sind dabei. Noch an zwei weiteren Orten in der Stadt wird der Bayram gefeiert, im Quartier Winkeln und Lachen. Der Bayram ist ein Opferfest und es ist das Fest des Fastenbrechens. Man beschenkt sich mit Süssigkeiten, nachdem zuvor der Ramadan war, der Fastenmonat der Muslime. Dieser findet im neunten Monat des islamischen Mondkalenders statt und verschiebt sich jährlich um etwa 11 Tage. Und nun wird für die nächsten 40 Tage der Bayram gefeiert. Auch dieser endet wieder mit einem Fest, jedoch nicht ganz so gross wie dieses hier.

    Bild Gläubige

    Auch mit dem Bus reisen viele Gläubige an.

    Ich weise die Autos ein, helfe, wo es mich braucht und beobachte die Situation. Alles scheint – wie immer – friedlich zu verlaufen.

    Um Punkt 9 Uhr ist niemand mehr draussen zu sehen. Es wird ruhig und drinnen beginnt das Gebet. Etwa fünf Minuten dauert es und danach verschwinden die ersten schon wieder – die Arbeit ruft. Nachdem die grössten Feierlichkeiten vorbei sind, gehe auch ich ins Gebäude, wo ich herzlich empfangen werde. Ich weiche den vielen Schuhen auf dem Boden aus – sie werden für den Gebetsraum ausgezogen – und mache mich auf zum Gebetssaal der Herren. Ich lasse es mir nicht nehmen ein Foto mit dem Imam, Ali Awais Mohamed, zu schiessen. Der Imam ist vergleichbar mit einem Priester. Aber nicht nur er steht im Rampenlicht, auch mit mir wollen ein paar Gläubige ein Foto machen. Nach einigen Gesprächen mache auch ich mich wieder auf den Weg zurück auf den Polizeiposten.

    Foto von Quartierpolizist, Imam und Tanzsaalbesitzer

    Nach dem Gebet nimmt sich der Imam Zeit für ein Foto (v.l. Kurt Würth, Imam Ali Awais Mohamed, Georg Strässle).

    Quartierpolizist mit Gläubigen

    Selfie-Stunde mit dem Quartierpolizist.

    50 Jahre Jubiläum - Happy Birthday Schulhaus Halden!

    20. Mai 2019 13:34 von Heinz Sieber und Paul Widrig

    Am Mittwochvormittag, 15. Mai, bin ich zu Fuss unterwegs in Richtung Schulhaus Halden. Eine leichte Biese weht mir ins Gesicht und es ist bitterkalt für diese Jahreszeit. Zum Glück habe ich mich warm angezogen. Beim Schulhaus angekommen, sehe ich viele Kinder mit ihren Lehrpersonen beim Üben auf dem Pausenplatz. Es wird musiziert, gesungen und sogar getanzt. Alles muss für das grosse Jubiläumsfest einwandfrei klappen.

    Am Samstag, 18. Mai, feierten Alt und Jung der 50. Geburtstag des Schulhaus Halden. Auf dem Pausenplatz konnten die Gäste diverse Köstlichkeiten essen.

    Am Samstag, 18. Mai, feierten Alt und Jung der 50. Geburtstag des Schulhaus Halden. Auf dem Pausenplatz konnten die Gäste diverse Köstlichkeiten essen.

    Mit Annina Fricker, der Schulleiterin vom Schulhaus Halden, bespreche ich die letzten Details des Quartierfests «50 Jahre Jubiläum Schulhaus Halden». Im Gespräch geht es um die Festbewilligung, das Parkplatzangebot und die Sicherheit auf dem Festareal. Diese Abklärungen sind wichtig, denn am Jubiläumstag werden zirka 1’200 Besucher erwartet.

    Das Schulhaus Halden wurde vor 50 Jahren als architektonischer, moderner Schulkomplex erbaut und eingeweiht. Die Schule befindet sich mitten in einem schönen Wohngebiet mit vielen Grünanlagen. Der Ort ist durch die öffentlichen Verkehrsmittel gut erschlossen. Zudem hat er verschiedenen Sportstätten, Geschäfte sowie mit dem Gallusmarkt ein grosses Einkaufzentrum.

    Quartierpolizist Heinz Sieber stattete den Essensstände einen Besuch ab. Insgesamt gab es Landesspezialitäten von 15 verschiedenen Nationen.

    Quartierpolizist Heinz Sieber stattete den Essensstände einen Besuch ab. Insgesamt gab es Landesspezialitäten von 15 verschiedenen Nationen.

    Am Samstag, 18. Mai, ist es endlich soweit: Wir feiern das 50-jährige Bestehen unserer Primarschule. Happy Birthday Schulhaus Halden! Um 11 Uhr treffen die ersten Besucher auf dem Schulgelände ein. Heinz Sieber, der Quartierpolizist der St.Galler Innenstadt, kümmert sich um den Verkehr ringsum das Schulhaus. Er weist den Gästen die Parkplätze zu, gibt Auskünfte und sorgt bis 17 Uhr für die Sicherheit der Festbesucher.

    Auf dem vollbesetzten Pausenplatz und im Festzelt hält die Schulleiterin Annina Fricker eine Eröffnungsrede. Zu den vielen Gästen gehören neben den Schülern, deren Angehörigen und Mitarbeitern auch ehemalige Mitarbeiter und Schüler sowie Vertreter der Stadt St.Gallen. Nach der Rede beginnt auf dem Schulareal das grosse Schulfest. Spiel, Spass und Kreativität herrscht auf dem ganzen Schulgelände.

    Durch die internationale Küche bot das Jubiläumsfest nicht nur gute Stimmung, sondern auch einen richtigen Gaumenschmaus.

    Durch die internationale Küche bot das Jubiläumsfest nicht nur gute Stimmung, sondern auch einen richtigen Gaumenschmaus.

    Die intensiven Vorbereitungen haben sich gelohnt. Die Schülerinnen und Schüler zeigen ihren Eltern, Geschwistern und Freunden, was sie während der vergangenen Wochen einstudiert oder fabriziert haben. Es wird musiziert, gesungen und getanzt. Die Festwirtschaft sorgte für das leibliche Wohl der Gäste. Es duftet herrlich nach verschiedenen Köstlichkeiten, wie beispielsweise nach Olma-Bratwürste, Süssigkeiten oder Kaffee. Es sind 37 Nationen vertreten, davon bieten 15 Nationen ihre Landesspezialitäten am Haldenfest an. Das ist wirklich ein kultureller Gaumenschmaus.

    So geht es fröhlich zu und her bis 17 Uhr. Dann ist leider Schluss und ein unvergesslicher Tag ist zu Ende. Alle sind sehr zufrieden und gehen oder fahren glücklich nach Hause. Das war ein toller Geburtstag!

    Autoren: Heinz Sieber und Paul Widrig, Quartierpolizisten