Wildes Treiben in den Gassen von St.Gallen

09. Februar 2018 13:44 von Heinz Bucher

So still wie frühmorgens um 5:30 Uhr ist es im Stadtzentrum von St.Gallen selten. Nur wenige Passanten laufen am Polizeiposten in der Innenstadt vorbei. Hier gehe ich mit meinem Kollegen Paul Widrig den Tagesablauf durch. Doch was war denn das? Eine kuriose Gestalt huscht plötzlich am Schaufenster vorbei in Richtung Vadiandenkmal.

Welcher «Teufel» treibt hier sein Unwesen?

In den Gassen der Stadt treiben sich Musikanten in knalligen Kostümen, Kinder mit bemalten Gesichtern und mysteriöse Wesen herum. Sie alle versammeln sich neben dem Vadiandenkmal für das traditionelle Aaguggete – dem Beginn der St.Galler Fasnacht. Für uns als Quartierpolizisten bedeutet das, trotz der frühen Morgenstunde, besonders wachsam zu sein.

Die Guggenmusiken trotzen dem nassen und kalten Wetter.

Währendem immer mehr Menschen aus allen Richtungen zur Neugassbühne kommen, gehen wir unseren Aufgaben nach. Wir weisen den Guggen die zur Verfügung gestellten Parkmöglichkeiten zu oder bahnen auch einmal einem Lieferwagen den Weg durch die Personengruppen.

An grösseren Anlässen im Stadtzentrum wie der Fasnacht bin ich als Quartierpolizist immer vor Ort.

Hie und da werde ich von einem bekannten Gesicht aus meinem Quartier begrüsst. Und auch der Präsident der St.Galler Fasnacht Bruno Bischof zeigt, dass er die Anwesenheit der Stadtpolizei schätzt. 

Der Präsident der St.Galler Fasnacht ist im Kostüm des Fasnachtskomitees gekleidet.

Pünktlich um 6:00 Uhr beginnt es neben dem Vadiandenkmal zu trommeln, trompeten und posaunen. Die St.Galler Gugge WIRUS und die Adlerbrüeter aus Mörschwil geben auf der Neugassbühne den Takt vor. Zahlreiche Guggerinnen und Gugger stimmen mit ein und machen so viel Lärm wie nur möglich. Dies hebt die Stimmung unter den – teilweise doch etwas müden – Zuschauenden deutlich. Die Fasnacht hat damit offiziell auch in der Stadt St.Gallen begonnen.

Wäre Vadian nicht festgemauert, würde er sicher auch bald im Takt der Guggenmusik wippen.

Aufmerksam beobachte ich das fröhliche Treiben und behalte stets den Überblick. Zwischendurch mische ich mich auch unter die Menschen und spüre dabei die gute Stimmung unter den Anwesenden. Toll, dass die Fasnacht so fröhlich und gesittet begonnen hat. Da freue ich mich umso mehr auf die nächsten Tage in meinem Quartier und vor allem auf den grossen Fasnachtsumzug am Sonntag. Lassen Sie sich nur nicht von den mysteriösen Gestalten in den Gassen erschrecken, die sind ganz gewöhnlich für diese Jahreszeit.

Heinz Bucher

Quartierpolizist St.Mangen/Zentrum


 








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