Vom Linsebühlquartier in die Olma-Hallen

29. März 2018 13:10 von Roger Spirig

Der neuerliche Wintereinbruch blieb an diesem Donnerstagnachmittag nicht unbemerkt: die Temperaturen befanden sich um den Nullpunkt herum, erneuter Schneefall sorgte für eine weisse Umgebung und im Quartier war es ruhig.

Zu Beginn meines Rundganges durch das Linsebühlquartier traf ich auf eine Hand voll Wohnungsräumer, die mit dem gesamten Inventar einer mittlerweile leerstehenden Wohnung einen roten Kleinbus beluden. Die Mieterin, die polizeilich bekannt war, musste die Wohnung verlassen. Den Wohnungsräumern, die nacheinander mit gefüllten blauen Plastiksäcken und jeder Menge Ware (insgesamt 760 Kilogramm) aus der Wohnung traten, schien die Kälte offenbar nichts auszumachen. Mein kurzes Gespräch mit den Beteiligten bestätigte mir meinen ersten Eindruck: Die Räumung verlief ohne Zwischenfälle, weshalb meinerseits keine Intervention notwendig war.

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Einige Meter weiter nahm ich meine nächste Visitation in Angriff: das Restaurant Eri. In dem Restaurant, in welchem sich zumeist Personen afrikanischer Herkunft aufhalten, waren zu dieser Uhrzeit kaum Gäste auszumachen. Somit war, abgesehen von der im Hintergrund wahrzunehmenden Musik, alles ruhig.
Beim Verlassen des Lokals traf ich zufällig auf meine Kollegen des Strasseninspektorats. Wir sprachen über falsch parkierte Autos, welche die Reinigungsarbeiten behinderten und ob diesbezüglich weitere Massnahmen notwendig waren.
Dieser regelmässige und wertvolle Austausch ermöglicht es mir, zeitsparend und zielgerichtet zu agieren. Die Ausführungen meiner Kollegen führten am besagten Nachmittag allerdings zu keinen neuen Erkenntnissen bei mir, denn die Falschparker hatte ich bereits gebüsst.

Absprachen mit dem Strasseninspektorat.

Absprachen mit dem Strasseninspektorat.

Das nächste anvisierte Ziel war der Spielplatz Linsebühl. Bereits aus der Ferne konnte ich erkennen, dass der Spielplatz an diesem Nachmittag menschenleer war. Der grösste Teil des kleinen Parks war schneebedeckt. Einzig die Fussspuren im Schnee liessen verlauten, dass auch in den kalten Wintertagen hier hin und wieder jemand vorbei schaut.
Via Lämmlisbrunnen-/Konkordiastrasse kehrte ich zurück auf die Linsebühlstrasse. Zwischen den Häusern habe ich die Quartierspräsidentin, Alexandra Akeret, angetroffen, mit welcher ich ein paar Worte austauschte. Kurz darauf begegnete ich im Kaffeehaus Gallus Hufenus, Präsident des Stadt-parlaments, der mir einen wärmenden Kaffee zubereitete.

Meine Kontrollfahrt führte mich weiter an die St. Jakob-Strasse. Vor dem Eingang kamen mir die zuständigen Projektleiter der Olma Messen entgegen, die gerade mit einem in den Olma-Hallen stattfindenden Grossanlass mit 3‘000 Besucherinnen und Besuchern alle Hände voll zu tun hatten. Um auch hier die Sicherheit der Helferinnen und Helfer sowie den späteren Besucherinnen und Besuchern zu gewährleisten, habe ich mich umgeschaut, ob allfällige Unregelmässigkeiten festzustellen waren.

Präventivrundgang durch die Olma-Hallen.

Präventivrundgang durch die Olma-Hallen.

Beeindruckt von dem reibungslosen Ablauf ohne Auffälligkeiten, in welchen ich aus polizeilicher Sicht hätte einschreiten müssen, verabschiedete ich mich von den Beteiligten und fuhr zurück an die Dienststelle an der Vadianstrasse 57.

An diesem Donnerstagnachmittag traf ich auf ein ruhiges und friedliches Linsebühlquartier. Das vielfältige, multikulturelle Quartier, in welchem Migranten, Stadtparlamentspräsidenten, Familien, Randständige und Meisterkonditoren nebeneinander wohnen, war zwar ruhiger als auch schon, doch wird die Polizei gemeinsam mit der Suchthilfe auch in Zukunft dafür sorgen, dass nicht nur die winterlichen Temperaturen der Grund dafür waren. Um während dem ganzen Jahr das friedliche Neben- und Miteinander sicherzustellen, werde ich weiterhin regelmässig meine Rundgänge durchführen und den Austausch mit der Bevölkerung suchen.

 

Roger Spirig

Quartierpolizist Nord-Ost/Süd-Ost/St.Fiden


 








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