Neuer Polizist im Lachen Quartier

06. Juli 2018 15:34 von Christian Gisler

Im Quartier Lachen ist seit rund drei Monaten ein neues Gesicht auf den Strassen unterwegs. Sein Name ist Balko. Doch Balko ist kein normaler Polizist. Er läuft auf vier Beinen, hat eine lange Schnauze und verpasst nie eine Gelegenheit gestreichelt zu werden. Der Deutsche Schäferhund befindet sich seit Anfang April 2018 in der Ausbildung zum Schutzhund bei der Stadtpolizei St.Gallen. Sein täglicher Begleiter bin ich, Quartierpolizist Christian Gisler. Bei mir schläft und isst Balko jeden Tag. Diese Woche waren wir zusammen in „meinem“ Lachen Quartier unterwegs. Dort lernten wir zum Beispiel das Spurensuchen. Ziel bei der Übung ist es, dass Balko über das erschnüffeln des Fussabdrucks zum Hundefutter, der Belohnung, gelangt.

Balko schaut mich erwartungsvoll an und freut sich auf die Spurensuche.

Balko schaut mich erwartungsvoll an und freut sich auf die Spurensuche.

Balko lernt das Spurensuchen

Zurzeit lernt Balko das Spurensuchen nach einer Bodenverletzung. Bei dieser Übung legte ich unter jeden Fussabdruck Hundefutter. Der Lerneffekt: Der Hund kombiniert das Futter mit dem Fussabdruck und findet somit die Spur. Als die Spur gelegt war und ich die Tür der Hundebox öffnete, sprang mir Balko schwanzwedelnd entgegen. Er merkte, dass sein Einsatz gefragt ist. Ich nahm ihn an die Leine und führte ihn zum Ausgangspunkt der Spur. Auf meinen Befehl hin begann Balko die Spur auszuarbeiten. Die Schnauze tief im Rasen vergraben, suchte er die Grünfläche nach der Bodenverletzung und dem Futter ab. Er wurde sofort fündig und schnupperte sich energiegeladen von Fussabdruck zu Fussabdruck. Am Ende der Spur angekommen, lobte ich Balko – es ist wichtig, dass der Hund merkt, dass er seine Arbeit gut macht. Mit der Zeit wird immer weniger Futter für die Aufgabe verwendet. Schlussendlich wird Balko nur noch ganz am Schluss der Arbeit eine Belohnung erhalten.

Für seine Leistung erhält Balko von mir eine kleine Belohnung.

Für seine Leistung erhält Balko von mir eine kleine Belohnung.

Ausbildung beinhaltet mehr als Spurensuche

Doch Balko kann natürlich noch mehr als Spurensuchen. Wenn er aufgehört hat zu Zahnen, wird er zum Beispiel lernen, mich und andere Personen zu verteidigen. Weiter kann er nach seiner Ausbildung Täter in einem Gebäude oder im Freien aufstöbern. Auch werde ich ihm beibringen, einen verlorenen Gegenstand oder Deliktgut wiederzufinden. Die gesamte Ausbildung dauert rund zweieinhalb Jahre. Wenn Balko die Ausbildung zum Schutzhund abgeschlossen hat, wird entschieden, ob wir uns als Team zusätzlich für weitere Arbeiten eignen. Dies könnte zum Beispiel die Suche nach Betäubungsmitteln oder Sprengstoffen sein.

Arbeiten macht durstig – eine Trinkpause für Balko.

Arbeiten macht durstig – eine Trinkpause für Balko.

Nicht nur Spass – Auch viel Arbeit

Hinter diesem Job steckt viel Herzblut. Jeden Morgen, bevor ich anfange zu arbeiten, gehe ich mit Balko und Lyonnesse, meinem zweiten Hund, spazieren. Jetzt noch getrennt, damit ich mich voll auf Balko konzentrieren kann. Auch im Verlaufe des Tages wollen beide mehrmals bewegt und beschäftigt werden.

Zudem besuchen Balko und ich wöchentlich einen halben Tag lang ein Diensthundetraining. Jetzt wo er noch klein und nicht einsatzfähig ist, muss er nicht immer zur Arbeit mitkommen. Ich nehme ihn aber oft mit, denn ich finde es wichtig, dass er sein späteres Einsatzgebiet möglichst schnell und gut kennenlernt. Ob Einkaufszentrum, Treppe oder Lift, er muss lernen immer und überall selbständig zu funktionieren.

Ausgewählt habe ich Balko bei der Zuchtstätte von der Gletscherhöhle in Pfyn TG. Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl waren für uns seine Eltern-Tiere. Vieles wird von ihnen an die Welpen vererbt. Für mich war es wichtig, einen ruhigen und sicheren Welpen auszuwählen. Im Dienst als Schutzhund sind bei der Stadtpolizei St.Gallen im Moment deutsche und belgische Schäferhunde.

Unterwegs im Lachenquartier: Es ist wichtig, dass Balko seine Umgebung kennenlernt.

Unterwegs im Lachenquartier: Es ist wichtig, dass Balko seine Umgebung kennenlernt.

Hunde mochte ich schon als Kind

Der Grund, der mich leitete Hundeführer zu werden, liegt bereits eine Weile zurück. Schon in meinen Kinderjahren war ich viel mit dem Hund meines Grossvaters unterwegs. Nach meiner Ausbildung zum Polizist, begleitete ich im Dienst öfters einen Hundeführer und seinen Schutzhund. Die Arbeit als Hundeführer gefiel mir sehr gut. Für mich wurde schnell klar, ich will das auch machen! Gesagt, getan: Nach einem halbjährigen Praktikum habe ich mich als Hundeführer beworben und 2004 meinen ersten Schutzhund, Leiko, bekommen. Auch wenn die Arbeit und der Alltag mit einem Hund oft aufwendig sind und viel Zeit beanspruchen, geniesse ich die Momente mit Balko. Der Kleine hat Power, kann aber wenn er muss, ruhig und konzentriert arbeiten. Insgesamt erfüllt er genau die Voraussetzungen die ich von ihm erwarte. Ich bin überzeugt, dass er einmal ein ganz guter Schutzhund wird. Balko stupst mit dem Kopf gegen mein Bein und schaut mich mit heraushängender Zunge an. Ich glaube er will sagen: Wir sind ein gutes Team!

Ein Tolles Team: Balko und ich haben bereits ein gutes Vertrauensverhältnis zueinander.

Ein Tolles Team: Balko und ich haben bereits ein gutes Vertrauensverhältnis zueinander.

Christian Gisler
Quartierpolizist Dietli-Hölzli-Schoren/Lachen/Rosenberg/St.Otmar 


 








1 Kommentare
  • Dani Traber 06. Juli 2018 17:43
    Viel Spass und Freude mit Balko, Christian. Vorallem aber viele erfolgreiche Einsätze als Team.
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