Zu viele Schnellfahrer in St.Fiden-Neudorf

02. August 2018 16:39 von Paul Widrig

Die Stadtpolizei erhielt aus der Bevölkerung vermehrt Hinweise, dass von den Verkehrsteilnehmenden auf der Tablatstrasse und Rehetobelstrasse die Höchstgeschwindigkeit nicht eingehalten werde. Daher führte ich, Quartierpolizist Paul Widrig, an einem Freitagmorgen um 8.20 Uhr mit einer «Radarpistole» im Quartier St.Fiden-Neudorf Erhebungsmessungen durch. Begleitet wurde ich von der Polizistin Fabienne Früh.

Paul Widrig mit Radarpistole

Die Polizei hat vermehrt Rückmeldungen zu Schnellfahrern im St.Fiden-Neudorf Quartier erhalten. Deshalb prüfte ich die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmenden mit einer «Radarpistole».

Die ersten Testmessungen starteten wir auf der Tablatstrasse. Ausgerüstet mit einer «Radarpistole» stand ich etwas versteckt auf dem Trottoir. Während einer Stunde mass ich die Geschwindigkeit aller Verkehrsteilnehmenden in beide Fahrtrichtungen. Meine Kollegin Fabienne Früh erfasste während dessen die Geschwindigkeitsresultate und trug sie im Protokoll ein. Insgesamt notierten wir 244 Fahrzeuge. Acht davon hielten die Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h innerorts nicht ein. Das schnellste Fahrzeug war mit 62 km/h auf der Tablatstrasse unterwegs. Während den Geschwindigkeitsmessungen wurden wir immer wieder von Passanten angesprochen. «Gut, dass sie bei uns Erhebungsmessungen durchführen!», meinte ein vorbeispazierender Mann. Auch ihm sei aufgefallen, dass auf der Tablatstrasse immer wieder zu schnell gefahren werde.

Fabienne Früh am Protokollieren

Polizistin Fabienne Früh erfasste alle Tempowerte in einem Protokoll und musste feststellen, dass die Höchstgeschwindigkeit immer wieder überschritten wurde.

Kurz vor Mittag wechselten wir unseren Standort an die Rehetobelstrasse. Dort erfassten wir bei einem geltenden Tempo von 50 km/h insgesamt 207 Verkehrsteilnehmende. 21 davon fuhren zu schnell. Ein Motorradfahrer wurde mit einer Geschwindigkeit von 81 km/h gemessen. Trotz seinem Tempo, hatte uns der Mann beim Vorbeifahren bemerkt und kam kurze Zeit später zu uns zurück. «Bin ich zu schnell gefahren?», fragte er aufgelöst. «Sie sind definitiv zu schnell gefahren!», antwortete ich ihm. Der Mann schaute bedrückt zu Boden. «Wie ärgerlich dass ich diese Busse gerade heute bezahlen muss – ich heirate in ein paar Stunden», meinte er. Der junge Motorradfahrer konnte zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, dass wir nur Testmessungen durchführten. Die «Radarpistole» ist nicht geeicht und damit ein ungenügendes Beweismittel für die Polizei. Da die Messungen nicht nicht in einem System erfasst werden, kann auch keine Busse ausgestellt werden. Ich erklärte dem Mann, dass wir nur eine Erhebungsmessung durchführten und seine Geschwindigkeitsübertretung deshalb keine rechtlichen Konsequenzen für ihn hat. Dennoch sollte er die Messung als gröbste Verwarnung ansehen und sich im Strassenverkehr zukünftig korrekt verhalten. Überglücklich stieg der Mann auf sein Motorrad und versprach, die Warnung ernst zu nehmen.

Gegen Mittag räumten wir unsere Sachen zusammen und traten den Rückweg an. Wir konnten an diesem Morgen genügend Fahrzeuge kontrollieren und daraus ein aussagekräftiges Ergebnis resultieren. Ich stellte fest, dass die Rückmeldungen aus der Bevölkerung berechtigt waren. Um das Temponiveau nachhaltig zu senken, müssen ab sofort vermehrt offizielle Geschwindigkeitskontrollen im St.Fiden-Neudorf Quartier durchgeführt werden. Überhöhte Geschwindigkeit kann zu schweren Unfällen führen. Es ist der Stadtpolizei ein Anliegen, dem entgegen zu wirken. Eine regelmässige Überwachung der Tempolimite dient der Verkehrssicherheit und damit uns allen.

 

Autor: Paul Widrig, Grossacker, Krontal, Neudorf 


 








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