Weg frei für den «Räbeliechtli-Umzug»

16. November 2018 14:06 von Andreas Bissegger

Über 150 Kinder aus der Unterstufe und aus dem Kindergarten haben heute ein wichtiges, und nicht minder schönes Abendprogramm vor sich. Begleitet von mindestens noch einmal so vielen Eltern und Geschwistern laufen sie mit «Räbeliechtli» durch das Quartier Rotmonten. Für mich ist dieser Anlass ein fixer Bestandteil im Herbst – an der Spitze des Umzugs mache ich den Weg frei.

Mit dem Triopan weise ich die Autofahrer an, vorsichtig zu fahren.

Mit dem Triopan weise ich die Autofahrer an, vorsichtig zu fahren.

Dass dies gelingt, fangen meine Vorbereitungen schon weit vor dem Umzug an. Ich studiere die Route und plane, wo ich Hinweissignale auf der Strasse platzieren muss. In diesem Jahr führt der «Räbeliechtli-Umzug» vorwiegend durch Nebenstrassen, es sollte also kein Problem sein. Einzig bei der Hochschule stelle ich kurz vor dem Start Warndreiecke hin.

Vor Ort kläre ich mit den Lehrpersonen letzte Details.

Vor Ort kläre ich mit den Lehrpersonen letzte Details.

Bevor der Umzug beim Schulhaus in Rotmonten startet, treffe ich noch ein paar letzte Abklärungen mit den verantwortlichen Lehrpersonen. Einzelne Lehrpersonen ziehen sich auch eine Warnweste über, um mich an den kritischen Kreuzungen unterstützen zu können. Langsam tröpfeln die vielen Kinder mit ihren schönen Lichtern ein. Fast alle haben sich die Mühe gemacht und selbst eine Rebe geschnitzt oder ein tolles Tiersujet gebastelt – es sieht toll aus!

Eines von den vielen schönen Lichtern.

Eines von den vielen schönen Lichtern.

Pünktlich um 17.15 Uhr geht der Umzug los – vor lauter Gesprächen mit den Leuten aus meinem Quartier habe ich das fast verpasst. Ein kurzer Spurt und schon stehe ich an der Spitze und kann die Kinder auf die Strasse einfädeln. Singend schlendern wir nun also durchs Quartier. Besonders in den Passagen, wo es nicht einmal Strassenlaternen hat, wirkt dieses Lichtermeer speziell gut.

Eine lange Lichterkette schlängelt sich durchs Quartier.

Eine lange Lichterkette schlängelt sich durchs Quartier.

Wir sind unterwegs zum Alters- und Pflegeheim Wienerberg, wo die über 150 Kinder gemeinsam Lieder für die Bewohner singen. Auch eine Blockflöten-Band hat sich extra für diesen Anlass gebildet. Ich lausche den süssen Klängen und geniesse meine kurze Pause, bevor wir den Rückweg antreten. Dieser führt  die Kinder auf die Guisanstrasse, bei welcher ich  die Autos anhalten muss. Es ist dunkel und neblig. Damit auch folgende Autos auf die kurzzeitige Sperrung aufmerksam werden, lasse ich das vorderste Auto mit brennenden Lichtern warten. Es ist ein Auto mit vier Studenten und sie überraschen mich: «Ah Räbeliechtli – da schauen wir doch gerne zu und warten fünf Minuten.»

Mit Leuchtstab und oranger Jacke mache ich mich für die Autos trotz Nebel frühzeitig sichtbar.

Mit Leuchtstab und oranger Jacke mache ich mich für die Autos trotz Nebel frühzeitig sichtbar.

Ohne Probleme gelangen wir vorbei an der Badi zurück zum Schulhaus. Für mich ist der eigentliche Einsatz nun vorbei. Noch einmal geben die Kinder alles beim Singen der extra eingeübten Liedern. Danach gibt es Suppe und Kuchen für alle – eine Elternorganisation hat das organisiert und gleich auch gekocht. Auch die Schulleiterin persönlich hilft mit und schenkt mir einen Becher Kürbissuppe ein. Während ich die Aufwärmung geniesse, komme ich ins Gespräch mit den Leuten aus meinem Quartier. Denn auch für den gegenseitigen Austausch eignet sich ein solcher Anlass sehr gut.

Eine warme Suppe schmeckt nach getaner Arbeit besonders gut.

Eine warme Suppe schmeckt nach getaner Arbeit besonders gut.

Autor: Andreas Bissegger, Quartierpolizist Langgasse, Heiligkreuz, Rotmonten


 








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