«Alle Jahre wieder» – der St.Galler Weihnachtsmarkt

17. Dezember 2018 16:30 von Heinz Bucher

Wenn die Sterne über St.Gallen erleuchten, die Markthäuschen die Innenstadt zieren und sich eine Menschentraube vor den Glühweinständen bildet, ist es wieder soweit – der Weihnachtsmarkt in der Sternenstadt beginnt. In diesem Jahr wurde er am 29. November feierlich eröffnet. Während 25 Tagen verkaufen Händler ihre Weihnachtsartikel und Naturalien, vom Waaghaus über den Bohl bis zur Marktgasse.

 

Textalternative zum Video: TVPM2460.MOV

Seit gut drei Wochen läuft der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt. Es ist kurz vor 17 Uhr und ich beginne meine Tour durch den Markt. Seit 2012 bin ich für die Sicherheit am Weihnachtsmarkt verantwortlich. Auch für mich als Quartierspolizist Innenstadt ist es eine besondere Zeit, denn kein anderer Anlass dauert so lange wie der St.Galler Weihnachtsmarkt.

 

Heinz Bucher Porträt

In diesem Jahr begleite ich den Weihnachtsmarkt als Einsatzleiter zusammen mit meinen Arbeitskollegen schon zum siebten Mal.

Als ich am Glühweinstand vorbeilaufe, sehe ich mir die Menschenansammlung an. Das Personenaufkommen ist noch gering, weshalb der Zugang zur Strasse frei bleibt. Von Donnerstag- bis Samstagabend kann das schon einmal anders aussehen. Sobald sich eine riesige Menschentraube bildet, sperre ich aus Sicherheitsgründen die Einfahrt zur Marktgasse oder zum Marktplatz mit einer Vauban-Barriere. Auch die Parkplatzsituation überwache ich ständig. Damit sich keine Staus bilden, informiere ich meine Kollegen frühzeitig, wenn es bei den umliegenden Parkplätzen oder Parkhäusern eng wird.

 

Menschenansammlung vor dem Glühweinstand

Heute halten sich vor dem Glühweinstand nur wenige Personen auf, das wird sich in den nächsten Tagen ändern.

Auf meiner Tour habe ich immer ein besonderes Augenmerk auf offene Taschen oder Handys, die aus den Jacken herausragen. Taschendiebstähle passieren leider sehr oft. Ich kann die Besucherinnen und Besucher darauf hinweisen und somit Schlimmeres verhindern. Heute sind jedoch alle Taschen zu und die Handys gut verstaut.

Blick auf Marktstände

Ein Prüfender Blick auf die Taschen der Besucherinnen und Besucher dient der Taschendiebstahl-Prävention.

Vor dem Waaghaus unterhalte ich mich mit einem Händler, den ich schon lange kenne. Ich werde auch immer wieder von Passantinnen und Passanten angesprochen. Daraus entstehen interessante Gespräche. Manchmal fühle ich mich mehr als Sozialarbeiter statt als Polizist. Die Menschen erzählen mir ihre Geschichten, ich höre zu und helfe wo ich kann. Diesen Kontakt schätze ich sehr und es sind schon einige Freundschaften daraus entstanden.

Gespräch zwischen Heinz Bucher und Passant

Immer wieder treffe ich bekannte Gesichter wie hier einen ehemaligen Spieler des SC Brühl.

Auf dem Rückweg in Richtung Marktgasse sehe ich meine Kollegen die durch den Weihnachtsmarkt patrouillieren und grüsse sie. An einem «normalen» Tag ist mindestens eine Patrouille unterwegs, von Donnerstag bis und mit Sonntag sind es meist mehr. Ich will den Besucherinnen und Besuchern möglichst viel Sicherheit bieten, weshalb die Polizeipräsenz an diesen Tagen jeweils grösser ist.

Polizei-Logo

Die Polizei ist auch in diesem Jahr am Weihnachtsmarkt sehr präsent und sorgt für Sicherheit.

Bevor ich meine Tour beende, schaue ich bei meinem Lieblings-Crêpes-Stand vorbei. Die Betreiberin freut sich immer, wenn ich vorbeikomme und nach dem Rechten sehe.

Vera und Heinz Bucher

Die Standbetreiberin ist mir sehr gut bekannt, auch weil sie sehr gute Crêpes verkauft.

Schliesslich mache ich mich auf zum Polizeiposten. In Gedanken bin ich schon bei den nächsten Tagen. Von Donnerstag bis Samstag wird viel los sein. Hinzu kommt der Sonntagsverkauf, der in der Adventszeit viele Menschen anzieht. Jetzt ist meine Schicht aber erst einmal vorbei. Was für Kontakte die nächsten Tage bringen, wird sich zeigen – ich freue mich darauf.

Heinz Bucher geht zurück zum Polizeiposten

Nach einem ruhigen Abend gehe ich zurück zum Polizeiposten.