Achtung: Taschendiebe machen keine Ferien

09. Juli 2019 08:09 von Paul Widrig

Schon früh morgens herrscht reger Publikumsverkehr auf dem Areal des Hauptbahnhofs St.Gallen. Die Leute springen mit ihrem Gepäck zum Bahnhof und wollen dort rechtzeitig den Zug erwischen. Die Anderen eilen zum Busbahnhof und drängen sich in den Linienbus. Dieser ist vollbesetzt mit Fahrgästen. Eine ideale Zeit für Gelegenheitsdiebe sowie organisierten Diebesbanden.

Auch während der Ferienzeit sind Taschendiebe aktiv. Darum fand am Dienstag, 3. Juli, auf dem Bahnhofsplatz ein Präventionstag zum Thema «Taschendiebstahl» statt. Die Quartierpolizisten Heinz Sieber, Roger Spirig und ich sind mit unserem Einsatzwagen «Vadiana» sowie Plakaten und Flyern zum Thema Diebstahl-Prävention ausgerüstet.

Kinder mit ihren Müttern oder Grosseltern mit ihren Enkeln kommen zu uns und wollen wissen, was die Stadtpolizei hier tut. Die neugierigen Kinder wollen eigentlich nur unseren Einsatzwagen besichtigen und freuen sich, wenn sie darin Platz nehmen dürfen. Sogar Gummibärli gibt es zum Abschied und ein Foto mit dem Polizisten.

Passanten werden durch uns zum Thema Taschendiebstahl beraten und die Kinder dürfen das Polizeiauto besichtigen.

Wir Quartierpolizisten sprechen die Passanten aber auch aktiv auf ihr Verhalten an und zeigen auf, wie sie sich vor Diebstählen schützen können. Bei einer Person zum Beispiel ist der Reisekoffer unbeaufsichtigt oder bei einer anderen liegt die Handtasche mit Wertsachen unverschlossen neben ihr auf der Sitzbank. In solchen Fällen klären wir die Leute auf und zeigen, wie sie sich vor Diebstählen schützen können. Das ist auch in unseren Flyern nachzulesen, die wir abgeben.

Ich persönlich trage beispielweise in den Ferien die wichtigsten Dinge wie grössere Geldbeträge, Kreditkarten und Reisepass in einer Bauchtasche unter meiner Jacke. Diese kleine Vorsichtsmassnahme genügt, um wirkungsvoll die Angriffsfläche für Taschendiebe zu verringern.

Öffentliche Verkehrsmittel sind für Taschendiebe die beliebtesten Orte, um Fahrgäste oder Touristen zu bestehlen. Besonders verdächtig ist es, wenn man abrupt und heftig angerempelt wird. Wir empfehlen auch den Rucksack oder die Handtasche vorne zu tragen. So hat man sein Gepäck stets im Blick. Generell ist es an Orten mit viel Personen wichtig, seine Tasche im Blick zu haben. Auch Ablenkungen sorgen dafür, dass man schnell seinen Rucksack auf dem Rücken vergisst.

Abgelenkt ist man ein ideales Ziel für Taschendiebe (Foto nachgestellt).

Die Taschendiebe halten sich auch in Cafés oder Restaurants auf. Eine über die Stuhllehne gehängte Jacke oder Tasche ist für solche Diebe ein gefundenes Fressen. Wenn der Dieb mit dem Rücken zu seiner Beute sitzt, hat er Zeit, den Inhalt der Tasche zu erkunden. Wertsachen sollten am besten immer am Körper getragen werden. Die Handtasche oder der Rucksack ist zwischen den Füssen am sichersten.

Eine Tasche oder ein Rucksack an der Stuhllehne ist ein gefundenes Fressen für Taschendiebe (Foto nachgestellt).

Unsere Präventionstätigkeit führen wir auf dem ganzen Bahnhofsareal durch und beenden diese um 15.30 Uhr. Bei den Passanten kam die Aktion gut an und es gab immer wieder interessante Gespräche. Ausserdem unterhielten wir uns mit einer direkt betroffenen Frau, welcher gerade das Portemonnaie im Bus gestohlen wurde. Wir waren ihr behilflich und empfahlen ihr, bei der Kantonspolizei St.Gallen Anzeige zu erstatten.

Die Quartierpolizei führt regelmässig Präventionsaktionen zum Thema Taschendiebstahl auf dem ganzen Stadtgebiet durch, um die Bevölkerung zu sensibilisieren.


 








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