Archiv für 'Juli 2017'

    Turbulenter Nachmittag in der Shopping Arena

    14. Juli 2017 13:06 Von Thomas Christen

    Am Mittwochnachmittag, 12. Juli 2017, standen mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Shopping Arena und ich unter Strom – ein 4-jähriger Junge wurde vermisst. Kaum hatten wir den Jungen gefunden, wurde bereits eine weitere Person vermisst. Ein zweieinhalbjähriges Mädchen hatte ihre Mutter verloren. Nachdem auch ihre Mutter gefunden wurde, ging für mich ein ereignisreicher Nachmittag zu Ende.

    Ich tausche mich mit der Dame am Informationsschalter in der Shopping Arena aus

    Ich tausche mich mit der Dame am Informationsschalter in der Shopping Arena aus

    4-jähriger Junge ausgebüxt

    Fast täglich befinde ich mich in meinem Quartier Winkeln. Am Mittwochnachmittag, als ich im Kybunpark in meinem Büro Schreibarbeiten erledigte, erhielt ich einen Anruf von der Einsatzzentrale der Stadtpolizei St.Gallen. Sie wiesen mich an, sofort zum Informationsschalter in der Shopping Arena zu gelangen. Dort traf ich auf ein verunsichertes Elternpaar. Ihr 4-jähriger Sohn wurde vermisst.  Sie erzählten mir, dass sie während eines Rundgangs durch das IKEA-Möbelhaus mit ihrem Sohn ein Spiel machten. Die Eltern sollten links an einem Stand vorbeilaufen und der Sohn rechts. Dabei sollte der Stand möglichst schnell umrundet werden. Doch der Junge tauchte nie am anderen Ende auf. Verzweifelt auf der Suche nach ihrem Sohn, informierten die Eltern die Sicherheitsverantwortliche des Möbelhauses. Diese wiederum rief bei der Einsatzzentrale der Stadtpolizei St.Gallen an, welche mich benachrichtigte. Nachdem mir die Eltern ihre Geschichte erläutert hatten, versammelte ich alle involvierten Stellen beim Informationsschalter der Shopping Arena. Das Sicherheitsteam der IKEA, die Hauswarte der Shopping Arena sowie die Eltern entsandte ich in bestimmte Bereiche der Shopping Arena. Sie alle sollten dort nach dem Jungen suchen.

    Am Abend bin ich froh, dass beide Kinder wohlbehalten zurück bei ihren Eltern sind

    Am Abend bin ich froh, dass beide Kinder wohlbehalten zurück bei ihren Eltern sind

    Mit dem Bus auf dem Nachhauseweg

    Doch nach längerer Zeit war noch immer keine Spur von ihm. Um das weitere Vorgehen zu planen, brauchte ich mehr Informationen über den Jungen und dessen Verhalten. In Gesprächen erwähnte der Vater, dass er Buschauffeur sei und sein Sohn sich sehr für Busse und das Busfahren interessiere. Wir gingen nun davon aus, dass sich der Junge selbständig in einem Bus auf den Nachhauseweg gemacht haben könnte. Anhand dieser Informationen bat ich die bereits entsandte motorisierte Patrouille beim Zuhause der Familie vorbeizufahren. Da der Junge dort nicht anzutreffen war, informierten wir die Einsatzzentrale, damit diese die Meldung des vermissten Jungen an alle VBSG-Chauffeure weiterleiten konnten. Tatsächlich entdeckte ein Chauffeur den 4-Jährigen in seinem Bus. Bei der Haltestelle Theater wurde der Junge unserer Patrouille übergeben. Diese brachte ihn sicher zu den Eltern nachhause. Der Fall war für mich erfolgreich abgeschlossen.

    Mädchen sucht ihre Mutter

    Doch als ich am Informationsschalter stand, um den Beteiligten der Shopping Arena sowie IKEA die positive Nachricht zu überbringen, zupfte es an meinem Hosenbein. Mit Tränen in den Augen schaute mich ein zweieinhalbjähriges Mädchen an. Im Gespräch wiederholte sie nur immer wieder „Mami, Mami…“. Erst nachdem ich ihr Vertrauen gewonnen hatte, nannte sie mir ihren Namen.
    Ich bat die Dame am Informationsschalter die Mutter des Mädchens auszurufen. Hier gab es jedoch ein Hindernis. Den namentlichen Aufruf musste ich zuerst verfügen, da die Rezeptionistin nicht Leute willkürlich ausrufen darf. Nachdem der Ausruf getätigt war, tauchte wenige Minuten später die Mutter der Kleinen auf. Als auch das Mädchen wieder bei ihrer Mutter war, endete für mich ein turbulenter Nachmittag. Froh über den glücklichen Verlauf beider Vorfälle, machte ich mich wieder an die Schreibarbeit in meinem Büro.