Jasper auf musikalischen Streifzügen

04. März 2016 15:38 von Jasper

Diese Woche möchte ich euch von meinem neuesten Abenteuer berichten. Und zwar habe ich mal den Verein „Polizeimusik St.Gallen“ (PMSG), besucht. Das war total spannend für mich. Ich möchte euch auch ein bisschen mehr über mein alles andere als hundsmiserable Gehör und was ich generell so von Musik halte erzählen.

Wir Hunde haben ja wahnsinnig gute Ohren und können Frequenzbereiche hören, die für euch Zweibeiner gar nicht mehr wahrzunehmen sind. Bei euch sind es etwa 20 bis 20.000 Schwingungen pro Sekunde. Wir Hunde hören alles, was zwischen etwa 15 bis 50.000 Hertz liegt. Ausserdem können wir unsere Ohrmuscheln bewegen und so Geräuschquellen präziser orten, als es Menschen möglich ist. Auch können wir Vierbeiner unseren Gehörsinn selektiv einsetzten. Das heisst, dass ich zum Beispiel Hintergrundgeräusche wie Musik vollkommen ausblenden kann, wenn ich mir ein kleines Nickerchen gönne. Aber wenn Manuel dann meinen Futternapf füllt oder ich höre, dass sich jemand dem Haus nähert, wache ich sofort auf. Praktisch, oder?

Die Musikanntinnen und Musikanten der PMSG

Aber nun zu meinem Besuch bei der PMSG. Bei meiner Ankunft im Probenraum wurde ich vom Dirigenten Ivo Mühleis mit offiziellem Pfotenschlag begrüsst. Der Dirigent erzählte mir auch gleich etwas mehr zur Geschichte des Vereins. Die Polizeimusik St.Gallen (PMSG) wurde 1918 von neun Polizisten der Stadtpolizei St.Gallen gegründet und nannte sich damals noch „Musikkorps der Stadtpolizei St.Gallen“. In den 60er Jahren wurde der Verein auch für Nicht-Polizisten geöffnet. Heute sind es etwa 35 Mitglieder und es kann jede Person, die ein Blas-/ oder Schlaginstrument spielt, Mitglied werden. Vierbeinige Mitglieder gibt es aktuell noch nicht, aber wer weiss, vielleicht kann sich das ja mit mir ändern: So ein bisschen Gejaule als Begleitung würde sich doch sicher super machen, oder?

Offizieller Pfotenschlag mit dem Dirigenten Ivo Mühleis

Die Instrumente, die von den Mitgliedern gespielt werden, reichen von Holz- und Blechblasinstrumenten über verschiedene Saxofon-Arten, Trompeten und Tubas zu Triangeln und Kesselpauken. Die Mitglieder treffen sich wöchentlich am Mittwochabend zum Üben. Vor grossen Konzerten und Wettbewerben gibt es Zusatzproben. Apropos Konzerte: Der Verein tritt nicht nur an polizeilichen Anlässen wie Jubiläen oder Brevetierungen auf, sondern auch bei privaten Events, wie der Olma, dem Stadtfest oder Umzügen. Pro Jahr sind es etwa 15 Anlässe. Ausserdem nimmt die PMSG auch hin und wieder an Wettbewerben teil.

Aber genug der Theorie – nun  ich wollte Action. Eifrig habe ich mich daran gemacht, die Musikantinnen und Musikanten der PMSG kennenzulernen, den Proberaum zu erkunden und habe mich überall persönlich vorgestellt, wie es sich für einen anständigen Polizeihund eben gehört!

Nachdem ich mich mit allem vertraut gemacht hatte und dank des Dirigenten mit reichlich Fachwissen ausgestattet war, dachte ich mir „So schwer kann das ja nicht sein.“ und habe mich gleich mal selbst ans Werk gemacht und die musikalische Leitung der Gruppe übernommen.

Jasper gibt den Takt an

Das war aber gar nicht so einfach wie es beim Ivo aussah. Deswegen habe ich mich danach lieber wieder auf etwas konzentriert, was ich ziemlich gut kann und mit Manuel für Fotos posiert. Cheese!

Manuel spielt übrigens selbst kein Instrument. Schade für die PMSG, denn die würde sich sehr über weitere Mitglieder aus den Polizeikorps freuen. Ich persönlich habe auch nicht so viel Interesse an Musik. Dass im Auto beispielsweise Radio im Hintergrund läuft, daran bin ich gewohnt und weiss, dass keine Reaktion von mir erwartet wird und ich es somit getrost ignorieren kann.

Den Musikern der PMSG habe ich auch nur ganz kurz beim Proben selbst zugehört, denn ich muss sagen, dass ich den Besuch an sich schon so wahnsinnig aufregend fand, dass mich zu viel Musik zusätzlich überfordert hätte. Aber ich fand es sehr spannend die ganzen Instrumente genau in Augenschein zu nehmen und so viele neue Leute kennenzulernen. Ich muss sagen, dass der Abend eine sehr aufregende und tolle Erfahrung für mich war. Allerdings glaube ich auch, dass ich in meinem jetzigen Job besser aufgehoben bin und das Dirigieren und Musizieren künftig wieder den Profis überlassen werde.


 








1 Kommentare
  • Maria 08. März 2016 10:30
    Jasper, so ein Hund, das ist ein Geschenk des Himmel's. Mein Mann und ich wünschen weiter viel Erfolg mit diesem intelligenten und schönen Jasper.