Vom Greenkeeper, Sänger und Banker zum Polizisten
Dionys Widmer war Bankangestellter, als er merkte, dass er Zahlen eigentlich gar nicht so mag. Mit 23 Jahren verwirklichte er seinen Kindheitstraum und wurde Polizist. Nun steht er mit Herzblut im Dienst der Bevölkerung und kümmert sich bei der Stadtpolizei um die Kommunikation. Doch in ihm schlummern viele Talente – Dionys ist ein wahres Multitalent.
Dionys Widmer kennt St.Gallen, wie seine Westentasche. Er wuchs mit seinem Bruder in St.Gallen Winkeln auf und verbrachte seine Jugendjahre in der Stadt. Deshalb war für ihn klar, dass er sich nach erfolgreich absolviertem Eignungstest bei der Stadtpolizei St.Gallen bewerben würde. Dionys Widmer überzeugte und bekam die Stelle. Im Berufsalltag als Polizist erlebt Dionys viele Höhen und Tiefen. So kann es sein, dass an einem Tag ein schwerer tödlicher Unfall passiert und am nächsten Tag ein Dieb auf offener Strasse gefasst wird. Leid und Freude liegen sehr nahe beieinander. Trotzdem liebt Dionys Widmer seinen Beruf. Die Arbeit findet er sehr sinnstiftend. Bei der Stadtpolizei fand Dionys nicht nur sein berufliches, sondern auch sein privates Glück. Während etlicher Stunden war er mit Franziska auf Streife unterwegs und so wurde vor zehn Jahren aus Freundschaft Liebe. Zusammen sind sie heute nicht nur Polizisten, sondern auch stolze Eltern zweier Kinder. Geschäftliches und Privates trennen sie jedoch strikt. Obwohl er sich von seinen Kindern schnell um den Finger wickeln lässt und hin und wieder ein grosszügiger Papi ist, färbt sein Beruf auch in der Erziehung ab. So ist ihm wichtig, seinen Kindern beispielsweise die Gefahren im Strassenverkehr aufzuzeigen und das richtige Verhalten auch vorzuleben.
Der singende Polizist
Seine eigene Kindheit hat Dionys Widmer als wohlbehütet und schön in Erinnerung. Dank seinen Eltern entdeckte er seine Liebe zur Musik schon früh. Das Talent wurde ihm in die Wiege gelegt. Bereits in der vierten Klasse lernte er Klavier spielen und durfte seinen Eltern in den Chor begleiten. So wurde er zum passionierten Sänger und Musiker. Er engagierte sich im Jugendchor und gründete mit seinen Schulkollegen eine Band. Später zog es ihn auf immer grössere Bühnen. Highlights waren die Auftritte in der Weihnachtsshow oder den SRF-Unterhaltungssendungen am 1. August von Beat Antennen oder beim Princely Tattoo in Lichtenstein mit der Polizeimusik. Die Bühnenerfahrung hilft ihm auch im Beruf als Mediensprecher der Stadtpolizei. So macht es ihn nicht nervös, wenn er der nationalen Presse nach einem Grossereignis Rede und Antwort stehen muss. Weil heute neben Familie und Beruf die Zeit fehlt, tritt Dionys Widmer nicht mehr so oft auf. Hie und da greift er jedoch an einer Hochzeit im Freundes- und Bekanntenkreis noch zum Mikrofon. Falls später wieder einmal mehr Zeit für Hobbys bleibt, würde er gerne wieder mehr Musik machen. Am liebsten zusammen mit ein paar Kollegen in einer Band.
Das Business mit dem Rasenmähen
Neben der Musik betreibt Dionys seit seiner Kindheit ein weiteres Hobby mit viel Ehrgeiz und Erfolg. Mit der Frage «Händ sie en Rase?» ergatterte er sich als kleiner Junge seine ersten Aufträge zum Rasenmähen. Brummte im Winkeln-Quartier ein Motor, war klein Dionys rasch zur Stelle. Er liess keine Gelegenheit ungenutzt und heuerte auch bei seinen Lehrpersonen an. Seine Religionslehrerin nutzte die Gunst der Stunde und engagierte Dionys für die Pflege ihres üppigen Umschwungs rund um ihr Haus am Zürichsee. Weil sich die Reise von Winkeln nach Rapperswil für ein paar Stunden nicht lohnte, reiste Dionys zusammen mit seinem Bruder und seiner Cousine jeweils für mehrere Tage an und quartierte sich im Gästezimmer ein. Neben der Arbeit genossen sie so über viele Jahre Ferien am See. Heute kümmert er sich nur noch um sein eigenes Grün. Der Rasen vor seiner Parterrewohnung in Andwil wird regelmässig gepflegt. Seinem prüfenden Auge entgeht kein Löwenzahn und er ist sichtlich stolz auf sein ganz privates Green.
Tanz auf zu vielen Bühnen
Mehr Aufmerksamkeit als früher schenkt Dionys Widmer heute seiner Gesundheit. Seit einigen Monaten plagen ihn gesundheitliche Beschwerden. Das hat sein Leben grundlegend verändert. Ein Teil seiner Unbeschwertheit ging verloren und er musste einen Gang zurückschalten. So kann und will er heute nicht mehr so viele Ämtli in Vereinen und Organisationen übernehmen und konzentriert sich mehr auf seine Familie und den Beruf. Die ruhige Zeit während der Pandemie hat ihm bei der Veränderung seines Alltags geholfen. Dionys Widmer nutzte die Zeit zum Kochen, Motorradfahren und vor allem für Stunden mit der Familie. Diesen Lebensstil möchte er auch in Zukunft beibehalten.
Blickt er heute in die Zukunft, kann er sich gut vorstellen, auch in zehn Jahren noch bei der Stadtpolizei tätig zu sein. Sein Beruf fasziniert und fordert ihn jeden Tag aufs Neue und verlangt viel Flexibilität. Obwohl er bei seinen Einsätzen immer auch wieder mit tragischen Geschichten konfrontiert wird, Polizist ist nach wie vor sein Traumberuf.
