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Mit dem Kehrichtwagen in eine neue Zeit

Brände im Kehrichtwagen, Belader ohne Regenschutz und die Abfalldeponie mitten im Quartier Lachen: Walter Lüthi hat die alten Zeiten der Kehrichtabfuhr in St.Gallen miterlebt – und mitgeprägt. Als Stellvertreter des Chefs Kehrichtabfuhr war der heute 90-Jährige massgeblich an der Umstellung vom Ochsner-Kübel auf den Kehrichtsack beteiligt.

 

Die Kübelmänner wurden jeweils mit Wein, Schokolade, Zigaretten sowie mit Bargeld beschenkt.

Chronik

1903: Die Deponie Gallenmist in der Waldau wird in Betrieb genommen.

1936: Die Stadt St.Gallen führt die «staubfreie Kehrichtabfuhr» auf Basis des Systems Ochsner ein.

1965: In ersten Unternehmen und Wohnblöcken wird das Kübel- durch das Containersystem ersetzt.

1967: Mit dem Gallemescht-Fest wird am 1. Juli die Schliessung der Deponie gefeiert. Hier wurden etwa 1,8 Millionen Tonnen Kehricht entsorgt. Die Deponie Tüfentobel wird eröffnet.

1971: Kehrichtsäcke werden für die Kehrichtabfuhr zugelassen.

1972: Die Kehrichtverbrennungsanlage im Sittertobel wird in Betrieb genommen.

1973: «Modellfall St.Gallen»: Die Stadt macht mit dem Versuch einer Separatsammlung von Altpapier national Schlagzeilen. In der Folge wird die Sammlung (in durchsichtigen Säcken) eingeführt.

1975: Als erste Schweizer Gemeinde führt die Stadt St.Gallen die Sackgebühr ein.

Und heute? Der Kehrichtsack hat sich zum Energieträger für die Fernwärme entwickelt und kann auch im Unterflurcontainer entsorgt werden. Das Gebiet der ehemaligen Deponie Gallenmist ist weitgehend überbaut, unter anderem mit dem städtischen Werkhof Waldau, und gilt als «belasteter Standort». Walter Lüthi wohnt als Rentner ganz in der Nähe seines früheren Wirkungsorts und weiss, was unter und hinter uns liegt.

Text: Tobias Fischer, Umwelt und Energie