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Arbeiten im Betreibungsamt: Ein Zusammenspiel zwischen Recht und Mensch

Zahlungsbefehle ausstellen, Betreibungsauszüge erstellen und Pfändungen vollziehen – das ist nur ein kleiner Teil der umfassenden Aufgaben eines Betreibungsbeamten. Bogdan Todic, Leiter Betreibungsamt und Patrick Stauffer, Ressortleiter Betreibungsamt, gewähren uns einen Einblick in ihren Arbeitsalltag.

 

Versteigerungen von Liegenschaften treten zwar nicht täglich auf, gehören jedoch auch zum Aufgabengebiet.

Fakten

Jährlich werden in der Stadt St.Gallen ca. 30’000 Betreibungen eingeleitet. Im Jahr 2023 konnten insgesamt 27,4 Millionen Franken eingetrieben und an Gläubigerinnen und Gläubiger ausbezahlt werden, während weitere fünf Millionen Franken durch Gebühren eingenommen wurden. Die durchschnittlichen Kosten für eine Betreibung belaufen sich auf etwa 170 Franken.

Schwierige Situationen im Alltag meistern

Bei der täglichen Arbeit im Betreibungsamt gibt es wenige negative Zwischenfälle mit konkreten Bedrohungen, es kann aber zu Widerstand oder Unzufriedenheit seitens Kundschaft kommen. «Das darf man nie persönlich nehmen. Eine klare Abgrenzung ist wichtig und gehört dazu», erklärt Patrick Stauffer. «Wenn es zu einer unangenehmen Situation gekommen ist, besprechen wir das im Nachhinein im Team», ergänzt Bogdan Todic. Die Mitarbeitenden dürfen offen kommunizieren, wenn sie an ihre Grenzen stossen. «Damit man diese Situationen im Alltag nicht nach Hause nimmt, ist der Austausch zentral. Es handelt sich um Schicksale von anderen Menschen, mit denen die Mitarbeitenden konfrontiert sind. Dass man Mitleid verspürt, ist menschlich», führt Bogdan Todic aus. Gemäss Patrick Stauffer gibt es aber auch immer wieder schöne Momente. Diese zeigen sich beispielsweise, wenn sich Personen nach einem Verfahren bedanken und froh sind, ein schuldenfreies Leben zu führen.

Text: Jessica Eberhard, KOM