Roger Oehy, warum wird im Sommer so viel gebaut?
Zunächst ist es natürlich das Wetter: In den Wintermonaten ist es feucht und kalt, was die Arbeiten oftmals verzögert und komplizierter macht – da wird's schnell teuer. Deshalb führen wir solche Arbeiten zwischen Mitte März bis Herbst aus, das ist unsere Hauptsaison. Ab Oktober könnten wir einen Deckbelag wie hier nicht mehr einbauen, wenn wir die gleiche Qualität gewährleisten wollen.
Welche Herausforderungen gibt es beim Bauen im Sommer?
Im Sommer ist es fast umgekehrt wie im Winter: Es ist teilweise zu warm, dass ein Belag genügend schnell abkühlen kann. Wenn man ihn dann zu schnell wieder befährt, kann es Schäden geben. Und auch im Sommer muss das Wetter mitspielen: Eine so trockene Woche für den Einbau des Deckbelags in der Felsenstrasse hatten wir bis jetzt die ganzen letzten Monate nicht, deshalb können wir von Glück reden, dass der Termin eingehalten werden konnte. Diese Woche mussten wir sogar noch kurzfristig umdisponieren. Weil die Oberflächentemperatur des Deckbelages bei Sonnenschein zu hoch wird, um die Markierungen aufzubringen, mussten wir diese Arbeiten auf die Nacht verschieben. Die Farbe würde sonst zu schnell «abbinden», was eine schöne, gleichmässige Oberflächenstruktur verunmöglichen würde.
Kannst du einen Einblick geben, was zu einer solchen Organisation alles dazu gehört?
Es gibt verschiedene Firmen für die einzelnen Schritte, die es zu koordinieren gilt. Von Vorarbeiten an den Belägen über das Waschen der Strasse, dem Hauptteil Deckbelagseinbau zu den Markierungen und schlussendlich dem Mobiliar wie Bänke und Pfosten. Es gehört auch dazu, die Anwohnenden zu informieren, auch wenn es bei ganz kurzfristigen Änderungen nicht immer möglich ist. Wir sind immer auch im Austausch mit der Stadtpolizei, die die Strassensperrung signalisiert. Stimmt das Wetter, muss alles sehr schnell gehen: Erst zwei Tage vorher kann man wirklich das «Go» geben. Das Belagswerk muss offen haben, die Strassenbaufirma genügend Leute aufbieten. Alles muss aufeinander abgestimmt sein und jede Baustelle ist anders. Das macht es immer wieder spannend und ich bin froh, wenn wie hier am Ende alles wie am Schnürchen gelaufen ist.
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