Am Kadertag im August beleuchtete Lena Effinger, Senior Consultant und Psychologin der «energy factory St.Gallen», die Bedeutung von Werten aus wissenschaftlicher Perspektive. Sie legte dar, dass Werte nicht nur als Orientierung für das individuelle Handeln dienen, sondern auch das Miteinander verbessern. Gehen sie Hand in Hand mit einer klaren gemeinsamen Ausrichtung, stärken sie die Identifikation, Stabilität, Leistung und Motivation. Sie fördern ein starkes Wir-Gefühl, schaffen Bindung und Stolz, setzen gemeinsame Verhaltensmassstäbe und stärken das Vertrauen. Das wirkt nach innen und aussen und zahlt sich aus, da die Arbeitszufriedenheit steigt und die Fluktuation sinkt.
Unsere gemeinsamen Werte geben uns Orientierung und schaffen und bestimmen unsere Organisationskultur. Sie sind nicht nur theoretische Konzepte, sondern lebendige Prinzipien, die uns in der täglichen Zusammenarbeit unterstützen. Obwohl Teams und Mitarbeitende grösstenteils bereits eine konstruktive Wir-Kultur leben, fehlte bisher ein gemeinsames Verständnis davon. Genau das ändert das Festhalten gemeinsamer Werte. Sie gelten bereichsübergreifend und sollen von allen getragen werden.
Ein Marathon, kein Sprint
Die Einführung und Verankerung unserer Werte ist ein langfristiger Prozess. Es reicht nicht, sie nur festzulegen. Vielmehr müssen sie kontinuierlich in Erinnerung gerufen, gelebt und reflektiert werden. Die Projektgruppe hat deshalb Massnahmen entwickelt, um sicherzustellen, dass die Werte nachhaltig in die Arbeitskultur einfliessen und sich alle Mitarbeitenden damit auseinandersetzen. Diese Massnahmen sind vielfältig und werden fortlaufend angepasst, um den Bedürfnissen aller Mitarbeitenden gerecht zu werden. Die Verankerung folgt sieben Maximen. So sollen die Werte mit den Massnahmen beispielsweise erlebbar werden, auf bestehenden Prozessen aufbauen, auf Zielgruppen zugeschnitten sein und kontinuierlich erfolgen.
Von ich zu wir
Die Zusammenarbeit beginnt bei jeder und jedem Einzelnen. Deshalb ist es wichtig, dass sich alle aktiv mit den Werten auseinandersetzen, ihre persönliche Sichtweise dazu formulieren und diese mit ihren Kolleginnen und Kollegen diskutieren. Individuelle «Ich-Botschaften» helfen dabei, die Werte greifbar zu machen und ein gemeinsames Verständnis zu schaffen. Diese Botschaften sammeln wir in der ganzen Stadtverwaltung bis Ende Februar. Anschliessend wandern sie in die Arbeitsgruppe. Diese erarbeitet zuhanden des Stadtrats einen Vorschlag, der dann pro Wert drei bis fünf Ich-Botschaften auswählt. Die gewählten Ich-Botschaften machen den Wert greifbar und dienen Mitarbeitenden als Orientierungshilfe. Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern um die Auseinandersetzung mit sich und im Team.
Was ist dir und was ist uns wichtig? Diese Frage ermöglicht es, uns gegenseitig kennen zu lernen und unsere Werte im Arbeitsalltag zu verankern. Ein gemeinsames Verständnis zu schaffen und unsere Kultur über alle Dienststellen nachhaltig zu stärken, erfordert Zeit und kontinuierliches Engagement aller Mitarbeitenden. Schritt für Schritt entwickeln wir uns weiter – miteinander und für eine starke Zukunft.
Wertebotschafterinnen und -botschafter sind zentrale Ansprechpersonen für die Mitarbeitenden. Sie unterstützen die Führungskräfte dabei, die Werte in den Arbeitsalltag zu integrieren. Als Bindeglied zwischen den Mitarbeitenden und der Arbeitsgruppe helfen sie auch beim Monitoring und Controlling der Werteverankerung. Die Arbeitsgruppe Werte begleitet sie dabei. Die Dienststellenleitenden ernennen bis 15. September 2024 je nach Bedarf eine oder mehrere Personen aus jeder Dienststelle.
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