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Projektbeschrieb

Chronologie

Zurzeit konzipieren und erarbeiten verschiedene Organisationen, Institutionen, Verbände und weitere Anspruchgruppen zusammen mit der Stadt St.Gallen Lösungen für momentane Entwicklungen der St.Galler Innenstadt. Die zentrale Frage dabei ist, wie diese angesichts des Strukturwandels geeigneter gestaltet und belebt werden kann.

Innerhalb dieses Partizipationsprojekts wirken die Teilnehmenden direkt an der Erarbeitung eines Zukunftskonzepts inklusive einer neuen strategischen Ausrichtung mit Umsetzungsmassnahmen mit. Ziel ist es, attraktive Erlebnis- und Aufenthaltsorte zu schaffen. Das 2. Forum der Umsetzungsphase fand am 26. September 2018 statt.

Massnahmenfelder des Projekts: 

City Manager

Die Schaffung einer Anlaufstelle für die Innenstadt in Form eines «City Managers» erleichtert die Koordination der Bedürfnisse der verschiedenen Akteure in der Innenstadt und schafft einen integrierten Auftritt gegen aussen. Die Arbeitsgruppe leistet hier Pionierarbeit. Eine Koordinationsstelle in dieser Form ist in der Schweiz ein Novum. Fragen, die dementsprechend noch geklärt werden müssen, betreffen unter anderem die Rolle, die Organisationsstruktur beziehungsweise die Finanzierung des «City Managers». Nach ersten Umfragen zum Thema, wurde nun eine externe Agentur zur Ausarbeitung des Konzeptes hinzugezogen.

Digitale Vernetzung

Die Zukunft ist vernetzt. Online-Shopping stellt bekanntlich eine grosse Konkurrenz zum stationären Detailhandel dar. Die Digitalisierung bietet aber auch Chancen zur Umkehrung dieses Trends. In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule St.Gallen (FHS) soll im Rahmen eines Innosuisse-Projekts[1] eine Plattform entstehen, die es innerstädtischen Betrieben ermöglicht, über eine digitale Vernetzung die Identifikation und Verbundenheit der Bevölkerung mit der Innenstadt zu stärken, diese zu beleben und Kaufimpulse auszulösen. Die Einreichung des Projektes «City Engagement Messenger» wurde bereits vorgenommen. Der Projektstart ist für das Frühjahr 2019 vorgesehen..

Koordination und Kommunikation

Die Koordination zwischen den einzelnen Arbeitsgruppen ist essentiell zur Nutzung von Synergien zwischen den Massnahmenfeldern. Weiter wird die Organisation von Foren und weiterer Meetings sowie die Kommunikation über den Stand des Projekts durch die Standortförderung mit der Unterstützung von Pro City vorgenommen. Schwerpunkte des Massnahmenfelds sind die Organisation der Foren der Umsetzungsphase, die Führung des Projektbüros sowie die Kommunikation samt schweizweiter Präsentationen und Referaten.

Nutzung und Gestaltung Aussenraum

Dieses Massnahmenfeld sucht nach Lösungen, wie die Nutzung und die Gestaltung des Aussenraums, sowohl auf öffentlichen als auch auf privaten Plätzen, den sich verändernden Bedürfnissen angepasst werden kann. Dabei geht es um grundlegendende konzeptionelle Arbeiten, die von der Arbeitsgruppe vorgenommen werden. So sollen Gastronomiekonzepte, das Thema Nightlife, Bewilligungsverfahren sowie Gebühren für die Nutzung von öffentlichem Grund erforscht und die Positionierung bereits bestehender Märkte oder Gestaltungselemente hinterfragt werden. Momentan werden die Machbarkeit eines Online Tools für Gebühren und Bewilligungen sowie spezifische Vorschläge zum Thema Lebensraum geprüft.

Öffnungszeiten

Das Konsumverhalten der Bevölkerung hat sich verändert. Der rund um die Uhr verfügbare Onlinehandel sowie begünstigende Regelungen in den benachbarten Kantonen und dem nahen Ausland, setzen das traditionelle Geschäftsmodell der Innenstadtgeschäfte immer stärker unter Druck. Die geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen tragen diesen Veränderungen nur bedingt Rechnung. Gleichzeitig müssen jedoch auch die Bedürfnisse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer berücksichtigt werden. Die Arbeitsgruppe des Massnahmenfeldes strebt deshalb primär keine Erweiterung der gesetzlich erlaubten Öffnungszeiten an, sondern vielmehr die Möglichkeit diese flexibler zu gestalten. Der Arbeitsgruppe ist bewusst, dass für solche Anpassungen die Interessen und Vorbehalte aller Akteure berücksichtigt werden müssen. Der Prozess für Anpassungen von gesetzlichen Grundlagen hat bereits mit verschiedenen Gesprächen gestartet. Der Zeitrahmen für die politische Umsetzung ist jedoch noch offen.

Parkierungssituation

Es wird immer wieder geltend gemacht, dass teure, ungenügend ausgeschilderte oder fehlende Parkplätze in der Innenstadt für Kundinnen und Kunden sowie Gewerbetreibende, Gründe für das vermehrte Fernbleiben von Laufkundschaft in der Innenstadt sind. Anhand von fünf Teilprojekten will die Arbeitsgruppe des Massnahmenfeldes die genauen Herausforderungen des momentanen Zustands prüfen und notwendige Anpassungen aufzeigen sowie nach Möglichkeit anschliessend umsetzen. Die fünf Teilprojekte behandeln den Warenumschlag, die Lieferung an Endkunden (einen Velo-Hauslieferdienst), die Parkiersituation für Handwerker sowie andere Dienstleister, eine Catering-Bewilligung sowie ein Bonuskartensystem zur Vergünstigung der Parkiergebühren und weiteren Vorteilen. Die Teilprojekte befinden sich in verschiedenen Phasen, spezifische Vorschläge oder bereits ausführliche Konzepte wurden jedoch durchgängig erstellt.

Signaletik

Das Hauptaugenmerk dieses Massnahmenfeldes liegt auf der Weg- und Hauptstromführung zur und durch die Innenstadt sowie den Informationsmöglichkeiten für ortsfremde Besucherinnen und Besucher. Dabei soll auch gewährleistet werden, dass die Beschilderungen ein einheitliches Erscheinungsbild aufweisen und Ortsunkundige sich besser über Attraktionen und aktuelle Aktivitäten informieren können. Dieses Massnahmenfeld wurde in der Priorisierung zurückgestuft, da bereits diverse Aktivitäten gemeinsam mit verschiedenen Akteuren vorangetrieben werden. So zum Beispiel im Stiftsbezirk im Rahmen des UNESCO Weltkulturerbes oder im Rahmen der Erneuerung des Bahnhofplatzes.

Smart Mobility als Attraktion

Technische Innovationen, wie zum Beispiel ein autonom fahrender Shuttlebus, können als Attraktionen mit nationaler oder sogar internationaler Ausstrahlung für eine Erhöhung des Bekanntheitsgrads der Stadt St.Gallen sorgen. Technische Abklärungen haben allerdings ergeben, dass aufgrund der topographischen und klimatischen Eigenschaften der Stadt St.Gallen die Umsetzung eines solchen Pilotprojekts mit der aktuellen Generation von Smart Shuttles kaum realisierbar ist. Deshalb wurde aufgrund der Machbarkeit beschlossen, das Massnahmenfeld aus dem Projekt «Zukunft St.Galler Innenstadt» auszulagern und als eigenständiges Projekt mit einem längerfristigen Planungshorizont aktiv voranzutreiben.

Sternenstadt

Die «Sternenstadt» stellt während der Weihnachtszeit ein wesentlicher Bestandteil der Anziehungskraft der Innenstadt dar. Im Hinblick auf den ganzheitlichen Ansatz des Projekts «Zukunft St.Galler Innenstadt» lag der Schritt deshalb nahe, diese als zusätzliches Massnahmenfeld zu integrieren. Der unverwechselbare Charakter und Charme der städtischen Weihnachtsbeleuchtung «AllerStern» bildet den Rahmen der Marke Sternenstadt, welche sich mittlerweile national und international etablieren konnte. «AllerStern» ist zum städtischen Wahrzeichen während der Adventszeit avanciert. «AllerStern» befindet sich heute in der zweiten Hälfte des prognostizierten Lebenszyklus und wird voraussichtlich noch sechs bis maximal acht Jahre in dieser Form betrieben werden können. Es scheint daher angezeigt, sich heute die nötigen Gedanken zu machen, wie die Marke «Sternenstadt» für die Zukunft positioniert werden soll, damit sich die Marke weiterentwickelt und an Wert zunimmt, um das Interesse an einem Bummel durch die Innenstadt weiterhin attraktiv zu gestalten. Mit einer externen Agentur wird zurzeit ein Strategiepapier ausgearbeitet. Der Verein «Sternenstadt» bleibt jedoch klar selbstständig und wird weiter im Milizsystem geführt.

Touristische Aktivitäten und Angebote

Dieses Massnahmenfeld fokussiert sich darauf, die touristischen Ausrichtungen und Ansätze der Stadt zu überprüfen um das wirtschaftliche Potential  nationaler und internationaler Gäste besser zu nutzen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Ausarbeitung von Massnahmen, die eine bessere Vermarktung der Stadt St.Gallen ermöglichen. Die Arbeitsgruppe beabsichtigt, den bestehenden Stadtplan weiterzuentwickeln. Dies sowohl in Bezug auf den Inhalt, als auch in Bezug auf die Verfügbarkeit dieses Plans. Weiter ist eine elektronische Plattform «Visit St.Gallen» angedacht, auf welcher touristische Angebote und Informationen aus einer Hand angeboten werden. Die Einführung dieser Plattform ist für Mitte 2019 vorgesehen. Der Entscheid zur Weiterentwicklung des Stadtplanes wird im Herbst 2018 gefällt.

Zwischennutzungen

Die Herausforderung leerstehender Ladenflächen ist bekannt. Mietende möchten vermehrt keine langfristigen, unveränderbare Mietverhältnisse mehr eingehen. Neue Geschäftsmodelle wie Zwischennutzungen, Pop-up-Stores[2] oder Shop-Sharing[3] sollen wieder für eine bessere Auslastung der Verkaufsflächen in der Innenstadt sorgen und interessierte Kundinnen und Kunden anlocken. Die Vermittlungsplattform popupshops.ch bringt Anbieter und Nachfrager zusammen. Diese Plattform soll in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule St.Gallen (FHS) im Rahmen des Innosuisse-Projekts[1] «Pop-Up City» vorangetrieben und weiterentwickelt werden. Parallel dazu prüft die Arbeitsgruppe die Bedürfnisse der Grundeigentümerschaft, sodass eine für St.Gallen passende Lösung umgesetzt werden kann. Weiter wurde bereits eine Hinweisliste seitens der Verwaltung für Zwischennutzungen und Bewilligungen erarbeitet und veröffentlicht. 

 

[1] Innosuisse ist die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung. Sie fördert wissenschaftsbasierte Innovationsprojekte und bringt Schweizer KMU mit Forschungspartnern zusammen.

[2] Ladenflächen werden nur über eine kurze Zeitperiode (wenige Wochen bis Monate) durch ein Unternehmen gemietet.

[3] Gemeinsame, gleichzeitige Nutzung von Ladenflächen durch mehrere Unternehmen. 

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