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Projektbeschrieb

Chronologie

Zurzeit konzipieren und erarbeiten verschiedene Organisationen, Institutionen, Verbände und weitere Anspruchgruppen zusammen mit der Stadt St.Gallen Lösungen für momentane Entwicklungen der St.Galler Innenstadt. Die zentrale Frage dabei ist, wie diese angesichts des Strukturwandels geeigneter gestaltet und belebt werden kann.

Innerhalb dieses Partizipationsprojekts wirken die Teilnehmenden direkt an der Erarbeitung eines Zukunftskonzepts inklusive einer neuen strategischen Ausrichtung mit Umsetzungsmassnahmen mit. Ziel ist es, attraktive Erlebnis- und Aufenthaltsorte zu schaffen. Die aktuellsten Informationen zum Projekt sind unter Publikationen zu finden.

Massnahmenfelder des Projekts: 

City Manager

Die Schaffung einer Anlaufstelle für die Innenstadt erleichtert die Koordination der Bedürfnisse der verschiedenen Akteure in der Innenstadt und schafft einen integrierten Auftritt gegen aussen. Die Arbeitsgruppe leistet hier Pionierarbeit. Eine Koordinationsstelle in dieser Form ist in der Schweiz ein Novum. Das Modell des "City Management Boards" ist aktuell in Umsetzung und soll auf 2020 aktiv werden. Als Startformation besteht das Gremium aus den fünf Institutionen Gewerbe Stadt St.Gallen, ProCity St.Gallen, Gastro Stadt St.Gallen, St.Gallen-Bodensee Tourismus sowie der städtischen Standortförderung, welche auch den organisatorischen Lead übernimmt.

Digitale Vernetzung

Die Zukunft ist vernetzt. Online-Shopping stellt bekanntlich eine grosse Konkurrenz zum stationären Detailhandel dar. Die Digitalisierung bietet aber auch Chancen zur Umkehrung dieses Trends. In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule St.Gallen (FHS) soll im Rahmen eines Innosuisse-Projekts [1] eine Plattform entstehen, die es innerstädtischen Betrieben ermöglicht, über eine digitale Vernetzung die Identifikation und Verbundenheit der Bevölkerung mit der Innenstadt zu stärken, diese zu beleben und Kaufimpulse auszulösen. Der «City Messenger» wurde als Projekt von Innosuisse gutgeheissen, nun startet die Konzeptionsphase. Die Umsetzung und Lancierung der Applikation ist für den Herbst 2019 geplant.

Koordination und Kommunikation

Die Koordination zwischen den einzelnen Arbeitsgruppen ist essentiell zur Nutzung von Synergien zwischen den Massnahmenfeldern. Weiter wird die Organisation von Foren und weiterer Meetings sowie die Kommunikation über den Stand des Projekts durch die Standortförderung mit der Unterstützung von Pro City vorgenommen. Schwerpunkte des Massnahmenfelds sind die Organisation der Foren der Umsetzungsphase, die Führung des Projektbüros sowie die Kommunikation samt schweizweiter Präsentationen und Referaten.

Nutzung und Gestaltung Aussenraum

Dieses Massnahmenfeld sucht nach Lösungen, wie die Nutzung und die Gestaltung des Aussenraums, sowohl auf öffentlichen als auch auf privaten Plätzen, den sich verändernden Bedürfnissen angepasst werden kann. Dabei geht es um grundlegendende konzeptionelle Arbeiten, die von der Arbeitsgruppe vorgenommen werden. So sollen Gastronomiekonzepte, das Thema Nightlife, Bewilligungsverfahren sowie Gebühren für die Nutzung von öffentlichem Grund erforscht und die Positionierung bereits bestehender Märkte oder Gestaltungselemente hinterfragt werden. Momentan werden die Machbarkeit eines Online Tools für Gebühren und Bewilligungen sowie spezifische Vorschläge zum Thema Lebensraum geprüft.

Öffnungszeiten

Das Konsumverhalten der Bevölkerung hat sich verändert. Der rund um die Uhr verfügbare Onlinehandel sowie begünstigende Regelungen in den benachbarten Kantonen und dem nahen Ausland, setzen das traditionelle Geschäftsmodell der Innenstadtgeschäfte immer stärker unter Druck. Die geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen tragen diesen Veränderungen nur bedingt Rechnung. Gleichzeitig müssen jedoch auch die Bedürfnisse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer berücksichtigt werden. Die Arbeitsgruppe des Massnahmenfeldes strebt deshalb primär keine Erweiterung der gesetzlich erlaubten Öffnungszeiten an, sondern vielmehr die Möglichkeit diese flexibler zu gestalten. Der Arbeitsgruppe ist bewusst, dass für solche Anpassungen die Interessen und Vorbehalte aller Akteure berücksichtigt werden müssen. Der Prozess für Anpassungen von gesetzlichen Grundlagen hat bereits mit verschiedenen Gesprächen gestartet. Der Zeitrahmen für die politische Umsetzung ist noch offen. Aktuell wird die Lösung über ein Reglement als Tourismusgemeinde erarbeitet. Dabei ist es in einem bestimmten Perimeter möglich, die Ladenöffnungszeiten flexibler zu gestalten.

Parkierungssituation

Es wird immer wieder geltend gemacht, dass teure, ungenügend ausgeschilderte oder fehlende Parkplätze in der Innenstadt für Kundinnen und Kunden sowie Gewerbetreibende, Gründe für das vermehrte Fernbleiben von Laufkundschaft in der Innenstadt sind. Anhand von fünf Teilprojekten will die Arbeitsgruppe des Massnahmenfeldes die genauen Herausforderungen des momentanen Zustands prüfen und notwendige Anpassungen aufzeigen sowie nach Möglichkeit anschliessend umsetzen. Die fünf Teilprojekte behandeln den Warenumschlag, die Lieferung an Endkunden (einen Velo-Hauslieferdienst), die Parkiersituation für Handwerker sowie andere Dienstleister, eine Catering-Bewilligung sowie ein Bonussystem zur Honorierung von Stammkundinnen und -kunden der Innenstadt. Die Teilprojekte befinden sich in verschiedenen Phasen, spezifische Vorschläge oder bereits ausführliche Konzepte wurden jedoch durchgängig erstellt.

Signaletik

Das Hauptaugenmerk dieses Massnahmenfeldes liegt auf der Weg- und Hauptstromführung zur und durch die Innenstadt sowie den Informationsmöglichkeiten für ortsfremde Besucherinnen und Besucher. Dabei soll auch gewährleistet werden, dass die Beschilderungen ein einheitliches Erscheinungsbild aufweisen und Ortsunkundige sich besser über Attraktionen und aktuelle Aktivitäten informieren können. Dieses Massnahmenfeld wurde in der Priorisierung zurückgestuft, da bereits diverse Aktivitäten gemeinsam mit verschiedenen Akteuren vorangetrieben werden. So zum Beispiel im Stiftsbezirk im Rahmen des UNESCO Weltkulturerbes oder im Rahmen der Erneuerung des Bahnhofplatzes.

Sternenstadt

Die «Sternenstadt» stellt während der Weihnachtszeit ein wesentlicher Bestandteil der Anziehungskraft der Innenstadt dar. Im Hinblick auf den ganzheitlichen Ansatz des Projekts «Zukunft St.Galler Innenstadt» lag der Schritt deshalb nahe, diese als zusätzliches Massnahmenfeld zu integrieren. Der unverwechselbare Charakter und Charme der städtischen Weihnachtsbeleuchtung «AllerStern» bildet den Rahmen der Marke Sternenstadt, welche sich mittlerweile national und international etablieren konnte. «AllerStern» ist zum städtischen Wahrzeichen während der Adventszeit avanciert. «AllerStern» befindet sich heute in der zweiten Hälfte des prognostizierten Lebenszyklus und wird voraussichtlich noch sechs bis maximal acht Jahre in dieser Form betrieben werden können. Es scheint daher angezeigt, sich heute die nötigen Gedanken zu machen, wie die Marke «Sternenstadt» für die Zukunft positioniert werden soll, damit sich die Marke weiterentwickelt und an Wert zunimmt, um das Interesse an einem Bummel durch die Innenstadt weiterhin attraktiv zu gestalten. Ein Marketingkonzept wurde erstellt und mit konkreten Massnahmen bestückt. Der Verein «Sternenstadt» bleibt  selbstständig und wird weiter im Milizsystem geführt. Er ist verantwortlich für die Umsetzung der definierten Massnahmen. Im Herbst 2019 soll die erste Aktivität im Rahmen von "10 Jahre AllerStern" realisiert werden.

Touristische Aktivitäten und Angebote

Dieses Massnahmenfeld fokussiert sich darauf, die touristischen Ausrichtungen und Ansätze der Stadt zu überprüfen um das wirtschaftliche Potential  nationaler und internationaler Gäste besser zu nutzen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Ausarbeitung von Massnahmen, die eine bessere Vermarktung der Stadt St.Gallen ermöglichen. Die Arbeitsgruppe beabsichtigt, den bestehenden Stadtplan weiterzuentwickeln. Dies sowohl in Bezug auf den Inhalt, als auch in Bezug auf die Verfügbarkeit dieses Plans. Das Resultat ist eine virtuelle und interaktive Panoramatour durch St.Gallen, welche auf allen digitalen Kanälen und besonders attraktiv als VR-Erlebnis (Virtual Reality) eingesetzt werden kann. Weiter ist eine zentrale Datenbank für regionale Veranstaltungen in Planung, die als zentrale Stelle für alle Veranstaltungen aus jegwelchen Sparten fungiert. Damit ist ein einfacher und direkter Zugang auf einen Veranstaltungskalender für Besucherinnen und Besucher der Stadt St.Gallen gewährleistet.

Zwischennutzungen

Die Herausforderung leerstehender Ladenflächen ist bekannt. Mietende möchten vermehrt keine langfristigen, unveränderbare Mietverhältnisse mehr eingehen. Neue Geschäftsmodelle wie Zwischennutzungen, Pop-up-Stores[2] oder Shop-Sharing[3] sollen wieder für eine bessere Auslastung der Verkaufsflächen in der Innenstadt sorgen und interessierte Kundinnen und Kunden anlocken. Die Vermittlungsplattform popupshops.ch bringt Anbieter und Nachfrager zusammen. Diese Plattform soll in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule St.Gallen (FHS) im Rahmen des Innosuisse-Projekts[1] «Pop-Up City» vorangetrieben und weiterentwickelt werden. Parallel dazu prüft die Arbeitsgruppe die Bedürfnisse der Grundeigentümerschaft, sodass eine für St.Gallen passende Lösung umgesetzt werden kann. Weiter wurde bereits eine Hinweisliste seitens der Verwaltung für Zwischennutzungen und Bewilligungen erarbeitet und veröffentlicht. 

 

[1] Innosuisse ist die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung. Sie fördert wissenschaftsbasierte Innovationsprojekte und bringt Schweizer KMU mit Forschungspartnern zusammen.

[2] Ladenflächen werden nur über eine kurze Zeitperiode (wenige Wochen bis Monate) durch ein Unternehmen gemietet.

[3] Gemeinsame, gleichzeitige Nutzung von Ladenflächen durch mehrere Unternehmen. 

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