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Schulhaus Tschudiwies soll weiterhin fürs Quartier genutzt werden

Schulunterricht

Heute betreibt die Stadt St.Gallen im Schuleinzugsgebiet Tschudiwies-Centrum mit den Schulhäusern St.Leonhard und Tschudiwies zwei Primarschulstandorte. Aufgrund deutlich rückläufiger Schülerzahlen im Quartier wird künftig nur noch ein Schulhaus benötigt. Daher beabsichtigt der Stadtrat, das Schulhaus Tschudiwies einer anderen Nutzung zuzuführen. Der Quartierverein Tschudiwies-Centrum reichte am 9. Februar 2017 beim Stadtrat eine Petition mit gemäss seinen Angaben 1'197 Unterschriften ein. Diese verlangt, dass im Primarschulhaus Tschudiwies weiterhin Klassen unterrichtet werden sollen.


Der Stadtrat hat die Frage nochmals geprüft. Er ist zum Schluss gekommen, dass die Reduktion auf einen Standort in Verbindung mit einer Umnutzung des Schulhauses Tschudiwies angesichts der daraus resultierenden betrieblichen und pädagogischen Verbesserungen nötig und sachlich begründet ist.

In den beiden Schulhäusern Tschudiwies und St.Leonhard wurden im Schuljahr 2007/08 insgesamt 16 Klassen unterrichtet. Aktuell sind es noch elf Klassen und für das Schuljahr 2022/23 werden nur noch neun Klassen prognostiziert. Dieser deutliche Rückgang eröffnet die Möglichkeit, dass künftig alle Kinder aus dem Quartier in einem Schulhaus unterrichtet werden können. Dafür bietet sich das Schulhaus St.Leonhard an, welches derzeit umfassend saniert wird. Zudem werden dort ein Turnhallenneubau erstellt und die räumlichen Voraussetzungen für den Betrieb einer Tagesbetreuung (FSA+) geschaffen.

Der Stadtrat hat aufgrund einer Petition die Vor- und Nachteile der Umnutzung des Schulhauses Tschudiwies nochmals sorgfältig geprüft und gegeneinander abgewogen. Er anerkennt, dass die Schliessung des Schulbetriebs aus Sicht des Quartiers als Verlust empfunden werden kann. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass ein Teil der Schülerinnen und Schüler einen längeren Schulweg zurücklegen muss. Dem gegenüber ergeben sich aus dem Verzicht auf den Standort Tschudiwies erhebliche betriebliche und qualitative Vorteile. Würden beide Primarschulstandorte beibehalten, könnten die kantonal vorgeschriebene Bandbreite und die städtische Vorgabe nach möglichst ausgeglichenen Klassengrössen künftig nicht mehr eingehalten werden. Die Konzentration auf einen Standort erleichtert darüber hinaus das Zusammenwirken der Beteiligten. Seit dem Baustart auf der Schulanlage St.Leonhard werden alle Klassen aus dem Quartier provisorisch am Standort Tschudiwies unterrichtet. Dabei sind die Lehrpersonen der beiden Schulhäuser nicht nur räumlich zusammengerückt. Was gewinnbringend begonnen hat, kann und soll nach dem gemeinsamen Umzug ins Schulhaus St.Leonhard fortgesetzt werden. Beim Betrieb des Provisoriums hat sich gezeigt, dass sich hinsichtlich des Schulwegs keine besonderen Probleme ergeben, wenn alle Kinder aus dem Quartier den gleichen Primarschulstandort besuchen. Schliesslich ist von Bedeutung, dass im Schulhaus St.Leonhard im Februar 2018 ein familienergänzendes Betreuungsangebot (FSA+) eingeführt wird. Für die „Tschudiwies-Kinder“, welche künftig dieses Angebot nutzen, fällt bei einer Zusammenlegung der Standorte der Weg zwischen Schule und Betreuungseinrichtung weg.

 

Im Ergebnis fallen die Vorteile einer Reduktion auf einen Standort in Verbindung mit der Umnutzung des Schulhauses Tschudiwies stärker ins Gewicht als die Nachteile. Ausschlaggebend sind dabei nicht allein die Kosten, sondern vielmehr die weiteren betrieblichen und pädagogischen Verbesserungen, die sich bei einer Reduktion auf einen Standort ergeben.

 

Späteren Generationen soll jedoch nichts verbaut werden. Daher soll das Schulhaus Tschudiwies der Bevölkerung und dem Quartier in einer geeigneten Nutzungsform erhalten bleiben. Es sollen Lösungen weiterverfolgt werden, welche einerseits einen Nutzen stiften und andererseits geeignet sind, der Befürchtung einer allfälligen Abwanderung von Familien mit Kindern wirksam zu begegnen. Der Stadtrat wird die Suche nach alternativen Nutzungen unter Einbezug des Quartiervereins an die Hand nehmen.

 

Der Stadtrat hat frühzeitig und transparent informiert. Im September 2014 stimmten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger einem Ausführungskredit für die Sanierung und den Ausbau der Primarschulanlage St.Leonhard zu. In der Abstimmungsbroschüre wurde unter dem Titel „Schulraumplanung“ ausgeführt: „Ist das sanierte Schulhaus St.Leonhard bezogen, wird aufgrund der Prognosewerte das Schulhaus Tschudiwies für die Schulkinder aus dem Einzugsgebiet der beiden Schulhäuser voraussichtlich nicht mehr benötigt.“ Im Juni 2015 wurde ein Postulat mit Fragen zur Schulraumplanung und zum Ausbau der Tagesbetreuung (FSA+) eingereicht. Am 27. Januar 2017 stellte der Stadtrat den Mitgliedern des Stadtparlaments die Postulatsantwort zu. Zum Schulhaus Tschudiwies wird darin ausgeführt, dass dieses künftig für den schulischen Unterricht nicht mehr benötigt werde und für eine allfällige alternative Nutzung erhalten bleiben solle. Gleichentags fand eine Informationsveranstaltung im Schulhaus Tschudiwies statt. In Nachachtung des Erstinformationsrechts des Stadtparlaments erfolgte die Information der Erziehungsberechtigten sowie der Einwohnerinnen und Einwohner des Quartiers zum frühst möglichen Zeitpunkt.

 


Medienmitteilungen - Schulhaus Tschudiwies soll weiterhin fürs Quartier genutzt werden (09.03.2017 10:28)



 








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