Accesskeys

Testplanung zeigt grosses Potenzial für St.Fiden-Heiligkreuz

Areal des Gebiets St.Fiden

Das Zukunftsbild für das Gebiet St.Fiden-Heiligkreuz liegt vor: Vier interdisziplinäre Planungsteams haben seit Anfang Jahr Varianten für die Entwicklung des Stadtteils erarbeitet, die in einem breit abgestützten Begleitgremium diskutiert worden sind. Im Schlussbericht mit den Syntheseergebnissen werden Empfehlungen für das weitere Vorgehen abgegeben. Die Planung bestätigt das grosse Potenzial im Umfeld des Bahnhofs St.Fiden für einen neuen Stadtteil, der die Quartiere St.Fiden und Heiligkreuz verbindet.


Ein breit abgestütztes Begleitgremium, zusammengesetzt aus Fachexpertinnen und Fachexperten der Disziplinen Städtebau, Freiraum, Verkehr, Stadtsoziologie und Stadtökonomie sowie Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung, hat sich zu insgesamt fünf Workshops getroffen und dabei eine Vielzahl von Fragen und Lösungsvorschlägen rund um das Gebiet St.Fiden–Heiligkreuz diskutiert. Die fachliche Bearbeitung nahmen die Büros Harder Spreyermann, KCAP, Salewski & Kretz (alle Zürich) sowie Morger und Partner aus Basel vor. In einer ersten Bearbeitungsphase war die Entwicklung von möglichen Szenarien gefragt. Mit individuell gesetzten Leitplanken erarbeiteten die Teams anschliessend je eine Gesamtkonzeption. Die jeweiligen Konzepte der Planungsteams wurden von den Fachleuten und dem Begleitgremium bewertet und in einer Synthese zusammengefasst. Im Schlussbericht zur Testplanung sind die wichtigsten Erkenntnisse sowie Empfehlungen für die weiteren Planungsarbeiten festgehalten. Der Schlussbericht ist unter www.stadtsg.ch/stfiden auf der städtischen Website einsehbar.

Scharnier zwischen Olma und Spital

Insgesamt zeigt sich ein sehr hohes Entwicklungspotenzial im Kerngebiet rund um den Bahnhof St.Fiden. Das Areal der heutigen Werkhöfe an der Steinachstrasse bildet eine Scharnierfunktion zwischen Olma Messen und Kantonsspital. Aufgrund der Lage und dem spezifischen Potenzial wird es als Medtech-/ ICT-Cluster benannt. Durch Hochhäuser im Talboden sollen die Schwerpunktgebiete akzentuiert und miteinander in Beziehung gesetzt werden. Weitere grossflächige Transformations- und Interventionsgebiete drängen sich gemäss Schlussbericht nicht auf. Nachverdichtungen oder punktuelle Eingriffe stehen im Vordergrund. Die beiden Stadtachsen St.Jakob-Strasse / Langgasse sowie Rorschacher Strasse sollen in ihrer Struktur erhalten und gestärkt werden. Die bestehenden Quartiere tragen einen wichtigen Teil zur Qualität und Identität dieses Stadtteils bei.

Städtebauliches Gegenüber für die Nordseite

Beim Kerngebiet Bahnhof St.Fiden hat sich gezeigt, dass der ursprüngliche Entwicklungsschwerpunkt auf der Nordseite ein adäquates städtebauliches Gegenüber auf der Südseite erhalten soll. Das heutige Betriebsareal der SBB auf der Südseite der Geleise birgt ein grosses Entwicklungspotenzial. Die Reduktion der Lärmemissionen von der Autobahngalerie stellt dabei ein wichtiges Element dar. Diese beeinflussen die Nutzungsmöglichkeiten und die Wohnqualität im Quartier stark. Die Bebauungen nördlich und südlich der Geleise sollen sich in ihrem Charakter und ihrer Nutzungsausrichtung unterscheiden. Für die Nordseite wird ein neues Zentrum mit hoher Dichte und publikumsorientierten Nutzungen bzw. Dienstleistungs- und Mischnutzungen angestrebt. Auch ein Hotel ist vorstellbar. Die Migros soll auf der Nordseite verbleiben und eine wichtige Ankernutzung bilden. Die Bachstrasse soll als attraktiver Stadtraum ausgebildet werden. Die südliche Bebauung soll das angrenzende Wohn- und Gewerbequartier abschliessen. Hier sind Mischnutzungen mit einem höheren Wohnanteil vorgesehen.

Passerelle als Brückenschlag

Ein zentrales Element, das sich im Lauf des Verfahrens herauskristallisiert hat, ist eine neue Passerelle für den Langsamverkehr, welche als wichtiger, städtebaulich ausformulierter Brückenschlag die Quartiere verbinden soll. Neben den verkehrlichen Funktionen inklusive Perronzugang soll ein attraktiver Ort für Aufenthalt und Begegnung geschaffen werden. Die Passerelle soll Bestandteil einer Langsamverkehrs- und Freiraumverbindung werden, welche zwischen den beiden bestehenden Stadtachsen ausgestaltet werden soll und die Anbindung ans neue Zentrum sicherstellt. Mit einem Netz an bestehenden und neuen Freiräumen sollen die vorhandenen Qualitäten gestärkt und akzentuiert werden.

Verfahrensanpassung nötig

Der Stadtrat unterstützt die Erkenntnisse und Empfehlungen der Syntheseergebnisse. Sie stellen eine wertvolle Basis für die Weiterentwicklung und Positionierung der Quartiere dar. Die Testplanung zeigt auf, dass die Voraussetzungen für einen dichten, urbanen und lebendigen Stadtteil gegeben sind. Die vielfach propagierte Vision einer vollständigen Überdeckung wurde von keinem Team der Testplanung vorgeschlagen, dies aus ökonomischen, bautechnischen und städtebaulichen Gründen. Der Stadtrat verschliesst sich der Vision einer Überdeckung jedoch nicht.

Da die Weiterplanung auf der Nordseite nicht isoliert geschehen soll und sich technische und planerische Fragen stellen, wurde eine Verfahrensanpassung beschlossen. Anstelle eines städtebaulichen Wettbewerbes für das Gebiet nördlich des Bahnhofs St.Fiden werden vorerst wichtige Fachthemen vertieft und in einem Masterplan für das Gebiet rund um den Bahnhof St.Fiden festgehalten. Der Masterplan wird voraussichtlich Ende 2018 vorliegen.

Die Erarbeitung des Masterplans erfolgt durch die Metron Raumentwicklung AG und wird durch das bestehende Gremium mit externen Fachexpertinnen und Fachexperten begleitet. Weiter wird eines der vier bisher am Planungsprozess beteiligten Büros städtebauliche Fragen vertiefen. 

Textalternative zum Video


Medienmitteilungen - Testplanung zeigt grosses Potenzial für St.Fiden-Heiligkreuz (07.12.2017 10:30)



 

2 Kommentare
Sehr geehrte Damen und Herren

Es freut mich, dass nicht eine Platte über das ganze Areal erstellt wird. Nicht klar ist mir, wie der zusätzliche Verkehr von den bestehenden Strassen "geschluckt" werden soll. Die Autobahnzufahrt St. Fiden ist ja heute schon oft verstopft. Dem Verkehrsproblem muss Aufmerksamkeit geschenkt werden. Wir bauen heute viel und vergessen die Auswirkungen auf die Strassen, aber auch auf den öffentlichen Verkehr.

Freundliche Grüsse

Othmar Gerschwiler
1 Antwort » Antwort
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Abklärungen bezüglich Verkehr sind Teil der technischen Machbarkeitsstudien, die jetzt folgen werden.
0 Antworten » Antwort

Servicespalte