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Werkbeiträge 2018

Figur Kathrin Rieser

Die Stadt St.Gallen vergibt 2018 sechs Werkbeiträge in der Höhe von je CHF 10‘000. Ziel ist es, St.Galler Kulturschaffenden die Entwicklung und Realisierung von interessanten Projekten zu ermöglichen. Insgesamt wurden 27 Bewerbungen beurteilt. Davon stammen 16 aus dem Bereich Bildende Kunst, vier aus dem Bereich Musik, drei aus dem Bereich Tanz, zwei aus dem Bereich Literatur sowie je eine Eingabe aus den Bereichen Theater und Soziokultur.


Auf Empfehlung der Kommission für Kulturförderung hat der Stadtrat folgenden Kulturschaffenden einen Werkbeitrag zugesprochen: 

Vanessa Engensperger (Hopes & Venom)

Im Jahr 2013 erreichte die St.Galler Band Hopes & Venom den zweiten Platz im bandXost-Finale in der Grabenhalle. Dort legte sich für die Gründerin Vanessa Engensperger (Jahrgang 1990) der Grundstein, als Musikerin ihren Lebensunterhalt bestreiten zu wollen. Seither entwickelte sie die Band konstant weiter, hat sich in der lokalen Musikszene vernetzt und geniesst grosse Anerkennung in ihrem Genre. Die Musik ist ein Mix aus Neofolk, Metal-Einflüssen und verträumtem Rock. Vanessa Engensperger erschafft unkonventionelle Klänge, verpackt sie in Songs und lässt so Musik entstehen, die einem genreübergreifenden Publikum ungewohnte Hörwelten eröffnet. Auftritte am Open Air St.Gallen, dem Weihern Open Air Festival und dem Bergmal Festival in Zürich gehören zu wichtigen Stationen der ursprünglich zu zweit auftretenden Hopes & Venom. In den letzten drei Jahren sind ein Tontechniker sowie zwei St.Galler Tänzerinnen regelmässig mit von der Partie und unterstützen und bereichern die Live-Auftritte. Der Werkbeitrag gibt Vanessa Engensperger die Möglichkeit, ihr Bandprojekt weiterzuentwickeln, die Live-Shows auszubauen sowie den Dreh von aufwändigeren Videos zu produzieren. Somit kommt sie ihrem Ziel, mit Hopes & Venom eine Verbindung aus verschiedenen Disziplinen wie Musik, Tanz, Video und Licht zu schaffen, einen Schritt näher. 

Claudia Keel

Die St.Gallerin Claudia Keel (Jahrgang 1969) ist seit vielen Jahren als Künstlerin aktiv. Die ausgebildete Primarlehrerin absolvierte anschliessend eine Tanzausbildung und entschied sich dann für die Schule für Gestaltung St.Gallen. Dort schloss sie 2003 ab und zeigt ihre Arbeiten seitdem in zahlreichen Galerieausstellungen in der Stadt und der Region. 2003 erhielt sie einen Werkbeitrag der Stadt St.Gallen und 2010 des Kantons St.Gallen. Claudia Keel hat sich ganz der Ölmalerei verschrieben. Sie arbeitet mit einem in diesem Medium unüblichen lasierenden Farbauftrag, der ihren Bildern den Charakter einer überraschenden und flüchtigen Erscheinung verleiht. Seit vielen Jahren ist Claudia Keel auf der Suche nach einem Ausdruck für ihre inneren Bilder. Sie folgt keinem Konzept, sondern ihrer Intuition. Es entstehen sowohl abstrakte Bilder als auch gegenständliche und immer wieder solche, die an der Grenze des Deutbaren angesiedelt sind. Hierin liegt der besondere Reiz ihrer Arbeiten: Sie sind rätselhaft zum einen und erinnern an Bekanntes zum anderen. Mit einem Werkbeitrag sollen Claudia Keels offener Arbeitsprozess unterstützt und ihre unermüdliche Suche nach dem idealen Abbild des Innersten gewürdigt werden. 

Rachel Lumsden

Rachel Lumsden ist 1968 in Newcastle-Upon-Tyne GB geboren und lebt seit 2002 in St.Gallen. Sie studierte Bildende Kunst an der Nottingham Trent University und der Royal Academy School in London. Seit 2007 unterrichtet sie an der Hochschule Luzern im Bereich Design und Kunst. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen in der Stadt St.Gallen und in der gesamten Schweiz gezeigt. 2014 erhielt sie den Werkbeitrag des Kantons St.Gallen und 2005 der Stadt St.Gallen, 2009 wurde sie mit dem Förderpreis der Stadt St.Gallen ausgezeichnet. Rachel Lumsden malt ihre Bilder in kontrastreichen und doch harmonischen Farben und wendet virtuos die verschiedensten Maltechniken an. Am Anfang eines Bildfindungsprozesses stehen oft fotografische Vorlagen oder vorgefundene Abbildungen. Sie bilden den Ausgangspunkt für spielerische Variationen und Kompositionen, auch durch die Materialität der Farbe werden die Motive transformiert. Rachel Lumsden hat ihre Bild- und Technikuntersuchungen in der jüngsten Vergangenheit in kleinen Formaten vorangetrieben. Nun plant sie, grosse Formate zu malen und rechnet mit einer gesteigerten Bildintensität. Um die folgenden Fragen beantworten zu können, erhält sie einen Werkbeitrag: Wie können grosse Gemälde die gleiche Spontaneität, Leuchtkraft und Unmittelbarkeit erreichen? Wie kann das Bildliche an den Rand der Auflösung und Verdampfung getrieben werden? Wie kann das Sehen eine neue Qualität erreichen? 

Panorama Dance Theater (Ann Katrin Cooper und Tobias Spori)

Kulturmanagerin und -vermittlerin Ann Katrin Cooper (Jahrgang 1979) und Choreograf und Tänzer Tobias Spori (Jahrgang 1983) sind die kreativen Köpfe hinter dem Panorama Dance Theater. Die beiden gründeten die Kompanie 2014, seither sind zahlreiche Produktionen entstanden. Die Formation sucht immer wieder nach neuen interdisziplinären Herausforderungen und Aufführungssorten. Im aktuellen Projekt «Green, Green Grass of Home» steht der Begriff Heimat und alles, was er in sich birgt und mit sich bringt, im Fokus. Der Werkbeitrag ermöglicht Ann Katrin Cooper und Tobias Spori unter anderem ihre Recherchearbeit anhand derer sie sich auf die Suche nach Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Alters mit verschiedenen Lebensgeschichten begeben. Ziel ist es herauszufinden, woran Heimat festgemacht wird. Sind es Orte, Menschen, Gerüche oder Geräusche? Oder ist es das Essen, die Musik, die Sprache, der Dialekt? Die beiden suchen bewusst die Nähe und das Vertrauen zu den Interviewten, begeben sich nach Möglichkeit in deren Häuser, Unterkünfte, Gärten. Die persönlichen Erinnerungen, Klänge, Stimmen und Geschichten werden zusammengetragen und auf Video dokumentiert. Dies schafft die Voraussetzung und den Sound für ein performatives Tanzstück, das zu einem späteren Zeitpunkt auf die Bühne gelangen soll – als Ausdruck unterschiedlicher Perspektiven, Emotionen und Erfahrungen auf der Suche nach der ganz persönlichen, individuellen Heimat. 

Kathrin Rieser

Kathrin Rieser (Jahrgang 1977) ist seit rund zehn Jahren unter ihrem Künstlernamen eruk t. soñschein in den Bereichen Bildende Kunst, Theater und Performance in der Stadt St.Gallen tätig. In diesem Rahmen war sie an verschiedenen Ausstellungen und künstlerischen Aktionen beteiligt. Ein besonderer Schwerpunkt ihres künstlerischen Schaffens liegt beim Figuren- und Objekttheater: Kathrin Rieser gestaltet einzigartige Figuren und Installationen, die sich mit Motoren bewegen und mit einfachen Lampen beleuchtet sind. Nach mehrjähriger Erfahrung im Strassentheater mit einer Spielpartnerin wird Kathrin Rieser nun mit der Unterstützung des Werkbeitrags ihr erstes Solo-Strassen-Projekt realisieren. «El teatrito – das kleine Theater» macht sich die Strasse als Bühne und Lebensraum zu eigen. Mit einer mechanischen Installation, bestehend aus Marionetten und Musik, möchte Kathrin Rieser im öffentlichen Raum in kurzen Sequenzen kleine Geschichten erzählen, die die Vielfalt der Menschen auf der Strasse und deren Leben widerspiegelt. Das Publikum kann die Geschehnisse auf dem Theaterwagen beeinflussen. Die mechanischen Objekte werden aus weggeworfenem, recyceltem und wiederentdecktem Material hergestellt. Passend dazu der niederschwellige Zugang zum gewählten Sound: Mit Stimme, Ukulele und Loopgerät erzeugte Musik und Geräuschabläufe, untermalen das kreative Geschehen mit den kleinen Figuren. 

Salome Schmuki

Salome Schmuki (Jahrgang 1979) ist in St.Gallen geboren und aufgewachsen, lebt nach Studienzeiten in Zürich und in den Niederlanden wieder in der Stadt und hat einen weiteren Wohnsitz in Brüssel. Ihre Arbeiten waren unter anderem zu sehen in der Ausstellung «Heimspiel» (2015), im «Hiltibold» (2017), im Sitterwerk St.Gallen (2017) und im Kulturraum des Klosterbezirkes (2015). 2013 erhielt sie einen Werkbeitrag des Kantons St.Gallen. Sie hat zwei Bücher publiziert, und ihr Werk beinhaltet sprachbasierte Rauminstallationen, Videos sowie Arbeiten in analogen Drucktechniken. Salome Schmuki arbeitet im Grenzbereich zwischen Angewandter und Bildender Kunst. Sie interessiert sich seit längerer Zeit für Dyslexie. Basierend auf verschiedenen Aspekten des Lesevorgangs gestaltet sie typografische Designs, in welchen sie die Uniformität von Buchstaben gezielt aufbricht. Aktuell verfolgt Salome Schmuki die verschiedenen Aspekte ihres Projektes «Formen und Zeichen: Schrift ist Wiederholung» weiter. Der Werkbeitrag soll ihr ermöglichen, neue Experimente in der Schriftgestaltung und neue Arbeiten in verschiedenen Medien zu entwickeln. So sieht sie beispielsweise vor, sechs Videos zu erstellen, in denen sich Laut, Sprache und Zeichen auf neue Art und Weise durchdringen. Mit den zusätzlichen Ebenen von Zeit, Bewegung und Ton können so weitere Dimensionen von Sprache erkundet werden. In einem weiteren Schritt will sie Installationen entwickeln, um ihre Arbeiten in Ausstellungen zugänglich machen zu können.


Medienmitteilungen - Werkbeiträge 2018 (28.03.2018 11:16)



 








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