Städte fordern Einführung von Velostrassen

Lindenstrasse St.Gallen

Die Städte Basel, Bern, Luzern, St.Gallen und Zürich führten Pilotversuche zu «Velostrassen» durch, welche das Bundesamt für Strassen (ASTRA) bewilligte. Die vom ASTRA ausgewerteten Ergebnisse zeigen eine sehr gute Akzeptanz der Velostrassen bei der Bevölkerung sowie ein hohes Sicherheitsempfinden der Verkehrsteilnehmenden. Im Weiteren werden im Schlussbericht die positiven Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern bestätigt.


Velostrassen ermöglichen hochwertige Veloverbindungen abseits von Hauptstrassen. Um deren Wirkung beurteilen zu können, wertete das ASTRA in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Unfallverhütung (bfu) die Ergebnisse der acht bewilligten Pilotstrecken aus. In der Stadt St.Gallen wurde eine Velostrasse auf der Lindenstrasse im Abschnitt Werk- bis Lukasstrasse getestet. Es wurde der Einfluss dieses neuen Verkehrsregimes auf die Verkehrssicherheit, die Qualität und den Komfort für den Veloverkehr sowie dessen Akzeptanz bei den Verkehrsteilnehmenden untersucht. Diese Messungen und die Befragungen der Verkehrsteilnehmenden und Anwohnenden lieferten die Daten für den Bericht.

Seit Anfang Januar 2019 liegt der Schlussbericht des ASTRA zum Pilotversuch «Velostrassen» vor. Der Schlussbericht zeigt eine hohe Akzeptanz der Velostrassen bei den Verkehrsteilnehmenden und eine Zunahme des Veloverkehrs innerhalb der jeweiligen Versuchsperimeters. Es konnte eine Komfortsteigerung für den Veloverkehr erzielt werden, ohne dass es bei den anderen Verkehrsteilnehmenden zu nennenswerten Qualitätseinschränkungen gekommen wäre. Das Unfallgeschehen auf den Pilotstrecken verlief unauffällig. Unbestritten ist, dass die Signale und markierten Velosymbole einen Beitrag an die Verdeutlichung der Veloführung beziehungsweise an die Sichtbarkeit des Veloverkehrs leisten können. Velostrassen sind unter Berücksichtigung bestimmter, sicherheitsfördernder Faktoren eine zweckmässige Ergänzung der bestehenden Verkehrsregeln. Der Pilotversuch hat zudem gezeigt, dass Velostrassen nur auf geeigneten Strecken angewandt werden sollen und keine Billiglösung sind. Sie müssen sorgfältig geplant und gestaltet werden.

Gemäss ASTRA seien die Erkenntnisse jedoch nicht ausreichend und erlauben aufgrund der tiefen Fallzahlen und der kurzen Laufzeit des Versuchs keine schlüssigen Aussagen. Daher wird das ASTRA die Ergebnisse des Pilotversuchs und über Sicherheitskriterien mit betroffenen Fachgremien und –verbänden diskutieren. Gestützt darauf wird über das weitere Vorgehen entschieden. Bis zum definitiven Entscheid dürfen die Pilotstrecken in Betrieb bleiben.

Die Pilotstädte sind von den Velostrassen, wie sie im Ausland unter dem Begriff «Fahrradstrasse» seit Jahren bekannt sind, überzeugt. Sie erachten es als zentral, dass sie auf Bundesebene verankert werden, um diese künftig entsprechend planen und gestalten zu können. Insbesondere mit Blick auf den «Bundesbeschluss Velo», den die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger Ende September 2018 sehr deutlich angenommen haben, ist es wichtig die Veloförderung voranzutreiben. Die Pilotstädte erachten die Velostrassen als Mosaikstein in der Veloverkehrsförderung und werden weiter eng mit dem ASTRA zusammenarbeiten.


Medienmitteilungen - Städte fordern Einführung von Velostrassen (05.02.2019 11:00)



 








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