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Werkbeiträge 2020

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Die Stadt St.Gallen vergibt 2020 acht Werkbeiträge in der Höhe von je CHF 10’000. Ziel ist es, St.Galler Kulturschaffenden die Entwicklung und Realisierung von interessanten Projekten zu ermöglichen. Insgesamt wurden 35 Bewerbungen beurteilt. Davon stammten 24 aus den Bereichen Bildende und Angewandte Kunst, vier aus dem Bereich Musik, drei aus dem Bereich Tanz und Theater, zwei aus dem Bereich Literatur. Zwei Eingaben waren interdisziplinär.


Asi Föcker (Bildende Kunst)

Asi Föcker ist seit einigen Jahren mit ihren einzigartigen künstlerischen Projekten in der Stadt St.Gallen präsent. Sie arbeitet mit Licht, Luft, Bewegung, Raum und Klang. Die Künstlerin geht von alltäglichen Gegenständen und Materialien aus und sucht die fragilen Stimmungen in der Bewegung von Objekten und Licht. In ihrem innovativen Projekt «Reflektogramm» experimentiert sie mit Reflexionen auf grossformatigem Fotopapier, ohne den Umweg über eine Kamera zu nehmen. Asi Föcker will den Charakter von Licht, das nicht Greifbare und Momenthafte untersuchen und wie es sich vor und in unseren Augen abzeichnet, welche Spuren, Formationen und Abdrücke es hinterlässt. Sie geht von einer Verwandtschaft zwischen dem Innenraum des Auges und dem verdunkelten Atelier aus.

Wassily (Musik)

Basil Kehl ist einerseits Sänger, Songwriter und Produzent des St.Galler Duos «Dachs». Andererseits verfolgt er unter dem Namen «Wassily» sein instrumentales Soloprojekt. Die Live-Konzerte finden schweizweit in der elektronischen Musikszene grossen Anklang. Wassily steht dabei hinter unzähligen Effektgeräten und Synthesizern. Ziel seines aktuellen Projektes ist es, eine stärkere Verbindung zum Publikum aufzubauen und eindeutiger als Live-Act, denn als DJ wahrgenommen zu werden. Dazu sollen Instrumente gezielt für Live-Momente eingesetzt werden, der Mensch sichtbarer und die Songstrukturen auf einen grösstmöglichen Anteil an Live-Musik getrimmt werden. Damit steht Basil Kehl ein intensiver Arbeitsprozess bevor.

Machina Imaginis (Bildende Kunst)

Machina Imaginis erschafft Maschinen. Das Kollektiv von Jonathan Owadja, Marie Malou und Marcel Siegwart versteht Maschinen als Kunstwerk und Installation, als Instrument, Spielzeug und Performancewerkzeug. Sie bereisen Kunst- und Performancefestivals – finden aber auch in Kindergärten grossen Anklang. Aktuell ist der Bau einer grossen Imaginationsmaschine geplant. Ihre Tasten und Schalter sollen mit Licht- und Tonfunktionen ausgestattet sein und alle bedient werden dürfen. Dadurch erhält die Maschine eine interaktive und akustische Dimension. Die über 20 Klangregister fordern Aktion, lassen sich kombinieren und mit einem Licht-Metronom verbinden. Hinzu kommen Klangmodulatoren. So wird der Mensch vor der Maschine zum Musiker und Dirigenten zugleich. Die Vorstellungskraft wird aktiviert, Stimmungen werden erzeugt und die Sinne herausgefordert.

Raphael Reichert (Bildende Kunst)

Raphael Reichert übt seine künstlerische Praxis fast vollständig im digitalen Raum aus. Diese Entscheidung folgt der Überzeugung, dass sich die Kunst dadurch erfolgreich dem Kunstmarkt und dem vorherrschenden Kunstsystem verwehren kann. Mit dem Video als einem der Leitmedien der Kulturproduktion reagiert Reichert auf gesellschaftliche Fragestellungen. Aktuell arbeitet der Künstler an einer selbstreflexiven Arbeit über den Kunstmarkt und das Medium Performance und an einem Projekt über den Aspekt der Selbstoptimierung beim Realisieren künstlerischer Arbeit. Kritisch untersucht er den Imperativ der Selbstoptimierung und des damit verbundenen Funktionierens in der Leistungsgesellschaft.

Stefan Rohner (Bildende Kunst)

Stefan Rohner ist seit vielen Jahren als Künstler und Fotograf in der Stadt St.Gallen präsent und entwickelt kontinuierlich und beharrlich seine Arbeit weiter. Mit seinem Projekt «Breathe the Green» macht der Künstler auf aktuelle Diskussionen im Gebiet der Botanik aufmerksam. Ausgehend von der Photosynthese setzt er sich mit Thesen zur Kommunikationsfähigkeit von Pflanzen, ihrer Intelligenz oder der Annahme eines Bewusstseins von Pflanzen auseinander. Das Projekt besteht aus einer Video-Arbeit und Textfragmenten. Der erstgenannte Teil basiert auf Kamerafahrten durch gewachsene und künstlich angelegte Pflanzenwelten sowie kleinen Installationen und Aktionen. Für den analytischen Teil sind Interviews mit Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen und Textrecherchen geplant.

Benjamin Ryser (Musik)

Benjamin Ryser ist Klangkünstler und Teil des Kollektivs «o!sland», zusammen mit der Medienkünstlerin Dorothy Wong Ka Chung. Das Kollektiv entwickelt multimediale Arbeiten, in denen politische Kontexte durch die Perspektive persönlicher Erfahrung verhandelt werden. Mit dem Werkbeitrag der Stadt St.Gallen will Benjamin Ryser gemeinsam mit Dorothy Wong Ka Chung ein Community Art-Projekt mit den indigenen Truku in Taiwan verwirklichen. Klang in Form von Sprachaufnahmen und Field Recordings soll als Austauschplattform genutzt werden. Gemeinsames Thema sind die Vorstellungen von Zuhause. Geplant sind ein Hörstück, eine Ausstellung und ein audiovisuelles Künstlerbuch.

Florian Vetsch und Christoph Keller (interdisziplinär)

Die Literaten und Publizisten Christoph Keller und Florian Vetsch vereinen in ihrem Projekt «Der Superheldenkomplex. Eine Anthologie» Kanonisches von Cervantes bis Toni Morrison und Zeitgenössisches. Es sollen Stellungnahmen Aussenstehender sowie künstlerische Beiträge und Illustrationen in einem imposanten Sammelband assortiert werden mit Einführungen der beiden Herausgeber und Interviews mit bekannten Beigezogenen. Das Vorhaben hat einen interdisziplinären Anspruch. Florian Vetsch ist im Genre ausserordentlicher Lesebücher mehrfach ausgewiesener Fachmann.

Clemens Waibel (Angewandte Kunst)

Clemens Waibel befasst sich mit der ästhetischen Wirkung der Computerkunst und der generativen Kunst. Ihn faszinieren die Unvorhersehbarkeit des Ergebnisses aufgrund der scheinbaren Fähigkeit des Computers, chaotische Systeme in eine ästhetische Form zu bringen. Er erzeugt echte, sowie unechte Zufallszahlen und stellt sie via Maschine in Form einer Grafik dar. Die ausführenden Maschinen baut er aus recycelten elektromechanischen Komponenten ausgedienter Alltagsgegenstände. Aktuell hat er vor, seine Daten aus dynamischen Systemen zu generieren, statt mit Zufallszahlen zu arbeiten, und diese Systeme in Grafiken zu übersetzen.

 


Medienmitteilungen - Werkbeiträge 2020 (29.04.2020 09:00)



 








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