07. Juli 2022, 10:00 Uhr | Bereich Medienmitteilungen

Entwicklungsplanung St.Fiden-Heiligkreuz ohne Gesamtüberdeckung

Die Ergebnisse der vertieften Machbarkeitsstudie zur Gesamtüberdeckung der Gleise und der Nationalstrasse im Gebiet St.Fiden liegen vor. Die Überdeckung ist technisch, städtebaulich und wirtschaftlich machbar. Über das weitere Vorgehen konnten die beteiligten Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer jedoch keinen Konsens erzielen. Der Stadtrat sieht dennoch vor, die Entwicklungsplanung St.Fiden – Heiligkreuz auf der Grundlage der bisherigen Arbeiten (Testplanung, Masterplanung und Machbarkeitsstudien Gesamtüberdeckung) und unter Einbezug der unmittelbar betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer weiterzuführen.

Entwicklungsplanung St.Fiden-Heiligkreuz ohne Gesamtüberdeckung

Die Stadt St.Gallen beabsichtigt, das Gebiet St.Fiden – Heiligkreuz zu entwickeln. Das Stadtparlament genehmigte im Frühjahr 2016 einen Planungskredit für die Erarbeitung eines Zukunftsbilds für das Gebiet. In den Jahren 2016 und 2017 wurde unter Einbezug verschiedener Interessengruppen eine Testplanung durchgeführt und ein Zukunftsbild entwickelt. Im Anschluss an die Testplanung wurde entschieden, eine Gesamtüberdeckung des Areals zu prüfen, da von einer solchen zusätzlichen Chance für die Stadtteilentwicklung erwartet werden. Die resultierende grobe Machbarkeitsprüfung wurde Anfang 2019 durch unabhängige Teams bezüglich Positionierung und Nachfrage sowie Wirtschaftlichkeit im Rahmen einer Zweitmeinung überprüft. Die Zweitmeinungen haben aufgezeigt, dass eine Gesamtüberdeckung grundsätzlich möglich ist, die Wirtschaftlichkeit aber kritisch beurteilt wird und einer vertieften Abklärung bedarf.

 

Nachweis der Machbarkeit

Zur Klärung der ausstehenden Fragen wurde eine vertiefte Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Die Gesamtkosten zur Erarbeitung der Studie für die Gesamtüberdeckung in der Summe von CHF 885'000 wurden zu einem bedeutenden Teil von einer Einfachen Gesellschaft getragen, die sich aus lokalen Immobilienentwickelnden und Vertreterinnen und Vertretern aus der Wirtschaft zusammensetzt. Das Stadtparlament hat im September 2020 auf Antrag des Stadtrats einen Beitrag von CHF 368'500 bewilligt. Die vertiefte Studie zeigt auf, dass die Gesamtüberdeckung technisch, städtebaulich und auch wirtschaftlich machbar ist. Sie zeigt aber auch Herausforderungen in den Bereichen Freiraum, Stadtklima und Nachhaltigkeit auf. Das grösste Projektrisiko bleibt nach Aussage der Studie nach wie vor der zeitliche Druck aufgrund der Vorgaben der SBB in Bezug auf die Erweiterung der Gleisanlagen im Gebiet St.Fiden bis im Jahr 2035. Der Stadtrat hat die Erkenntnisse der vertieften Machbarkeitsstudie zur Kenntnis genommen und bereits im vergangenen Jahr zum Ausdruck gebracht, dass das Projekt eine grosse Chance für die zukünftige Stadtentwicklung darstellt.

 

Weitere Planung ohne Gesamtüberdeckung

In der Zwischenzeit haben die Stadt, die Regierung des Kantons St.Gallen, die Einfache Gesellschaft, die SBB sowie die Genossenschaft Migros Ostschweiz und das Bundesamt für Strassen Gespräche geführt mit dem Ziel, sich über das weitere Vorgehen zu einigen. Die Investorinnen und Investoren der Einfachen Gesellschaft haben sich schriftlich bereit erklärt, die notwendige Vorfinanzierung der Projektphase im Umfang von CHF 26 Mio. zu leisten. Leider konnte trotzdem kein Konsens zu einer Weiterführung der Planung einer Gesamtüberdeckung gefunden werden. Massgeblich ist insbesondere die Haltung der SBB, welche für weitere Planungen einer Gesamtüberdeckung ihre Grundstücke nicht zur Verfügung stellen können. Entscheidend dafür sind die aus der vertieften Machbarkeitsstudie gewonnenen Erkenntnisse und die darauf entstandenen Vorbehalte aufgrund betrieblicher Überlegungen, fehlender Etappierbarkeit des Projekts und des hohen Zeitdrucks. Eine Gesamtüberdeckung ist ohne die Kooperation mit den SBB nicht realisierbar. Die SBB erklären sich jedoch nach wie vor bereit, die Entwicklung des Gebiets auf den Grundlagen der Testplanung von Ende 2017 weiterzuführen, sofern die übrigen Grundeigentümerschaften ebenfalls diese Absicht verfolgen. Die SBB haben zudem einen möglichen Lösungsansatz eingebracht, der eine etappierte Realisierung einer Teilüberdeckung von Gleisfeld und Autobahn in Betracht zieht. Die Investorinnen und Investoren signalisieren, dass sie noch immer bereit sind, in eine finanzielle Vorleistung zu gehen, sofern das Projekt visionär bleibt.

 

Entwicklungsplanung St.Fiden – Heiligkreuz

Der Stadtrat will die Entwicklungsplanung St.Fiden – Heiligkreuz auf der Grundlage der beiden Verfahren und Studien (Testplanung, Masterplanung und Machbarkeitsstudien Gesamtüberdeckung) und unter Einbezug der beteiligten Partnerinnen und Partner weiterführen. Zu diesem Zweck wird er nun Gespräche mit den Grundeigentümerschaften und den Investorinnen und Investoren zur Klärung der weiteren Zusammenarbeit und des Vorgehens führen. Die Entwicklungsplanung St.Fiden – Heiligkreuz soll auch in Zukunft partnerschaftlich und unter Einbezug der Bevölkerung erfolgen.

 

1 Kommentare
  • Stefan 07. Juli 2022 15:07
    Eine Gesamtüberdeckung wäre definitiv die beste Lösung gewesen. Schade, dass sich die SBB querstellen. Auch wenn es natürlich Risiken für den Bahnbetrieb gäbe, wäre es eine einmalige Chance. Andernorts investiert SBB Immobilien ja auch massiv in die Überbauung von Bahnarealen, nur leider nicht oder nur selten in der Ostschweiz.

    Weiter gibt es seitens der SBB eigentlich nur schlechte Nachrichten für die Stadt St.Gallen: kein Viertelstundentakt bei der S-Bahn (inkl. 3. Gleis Gossau - St.Gallen) bis mindestens 2035, keine Direktverbindungen nach Bern ab 2035, kein St.Galler Vollknoten sowie Beschleunigung der Verbindungen nach Zürich um 2035 wegen dem FV-Dosto Debakel, kein weiterer Ausbau der Verbindungen nach München aus Kapazitätsgründen… Wenigstens konnte der durchgehende Halbstundentakt ins Rheintal, welche die SBB aus Spargründen zuerst nicht einführen wollten, nach Druck aus der Politik gerettet werden. Aber auch dann soll bei der zweiten Verbindung nicht Fernverkehrsrollmaterial, sondern S-Bahn Züge von Thurbo zum Einsatz kommen.
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