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Die Denkfabrik im Osten

Bildauszug von St.Gallen West

Die Wirtschaftsregion St. Gallen hat ein hohes Innovationspotenzial, wie die Studie «Innovationen St. Gallen Plus» zeigt. Sie ist die Grundlage für einen Innovationspark, der Forschung, Unternehmen und Universität zusammenbringt.


ST. GALLEN. Ein textiler EGK-Sensor auf einem Brustgurt, der ein Elektrokardiogramm aufzeichnet – gedacht für Feuerwehrleute im Einsatz, Militärs oder herzkranke Patienten: Acht Jahre hat die Empa am heute marktreifen Produkt herumgetüftelt. «Ein Beispiel, wie multidisziplinäres Zusammenarbeiten funktioniert», sagt Alex Dommann, Mitglied der Empa-Direktion: «Vom Forschungspartner über den Faserhersteller, den Sticker, den Technologiehersteller bis hin zum Systemhersteller und zum medizinischen Partner.» Lässt sich diese Technologie schliesslich auch noch verkaufen, «so ist das Innovation im besten Sinn», sagt Dommann.

Beim Konkreten hapert's

Die Schweiz ist spitze im Entdecken von Wissen. Wenn es aber darum geht, das neue Wissen in konkrete Projekte umzuwandeln, fällt sie zurück. Aus diesem Manko ist 2006 die Vision eines Nationalen Innovationsparks entstanden, der Forschungsaktivitäten von international tätigen Spitzenunternehmen in die Schweiz holen will. «Produktentwicklung in unmittelbarer Nähe von Wirtschaft und Forschung: Das ist das absolute Erfolgsrezept», verweist der St. Galler Volkswirtschaftschef Benedikt Würth auf Studien. Künftig, sagen wir im Jahr 2025, würde der textile EGK-Sensor wohl in kürzerer Zeit entwickelt. Rund um das Empa- und Tagblattareal wäre ein Technologiepark im Aufbau, der Leute mit Ideen zusammenbringt, sie diese ausprobieren und zusammen mit den Akteuren aus Wirtschaft und Forschung im Verbund zu marktreifen Produkten vorantreiben liesse – Entwicklung aus einer Hand am gleichen Ort. Der Technologiepark wäre wiederum Teil eines Innovationscampus, der neben der Empa weitere Forschungsstätten umfasst und sich seinerseits weiter vernetzt – mit der Universität St. Gallen etwa, den Industriestandorten in St. Gallen West/Gossau Ost oder Arbon.

Gute Karten für die Ostschweiz

Was heute noch in weiter Ferne scheint, könnte Wirklichkeit werden, wenn sich der Kanton St. Gallen gemeinsam mit der Wirtschaftsregion St. Gallen als Netzwerkstandort Ost des «Swiss Innovation Park» bewirbt – falls sich die Idee im nationalen Parlament endgültig durchsetzt (siehe «Ein Ostschweizer Portfolio»). Der Perimeter umfasst das Gebiet, das sich an Wirtschaftsbeziehungen zwischen Bodensee, der Region St. Gallen und dem Kanton Appenzell-Ausserrhoden orientiert, bindet aber auch die angrenzenden Regionen und Kantone mit ein.

Noch sind die Kriterien des Bundes an einen Netzwerkstandort nicht alle bekannt. Der St. Galler Stadtpräsident Thomas Scheitlin glaubt aber an gute Karten. «Gemessen am Schweizer Durchschnitt ist der Wirtschaftsraum St. Gallen mit dem Zentrum St. Gallen gekennzeichnet durch einen hohen Anteil an Beschäftigten in den wissensintensiven Dienstleistungen und einen relativ niedrigen Anteil in den High-Tech-Branchen.»

Der Leuchtturm HSG

Nährboden für das Innovationsklima sind laut Studie «eine Reihe erstklassiger Ausbildungs- und Forschungsstätten». Dazu gehört der Leuchtturm, die europaweit bekannte Universität St. Gallen (HSG), «die die technisch-naturwissenschaftlich orientierten Zentrumsstandorte ETH Zürich und Lausanne in vielerlei Hinsicht ergänzt», sagt Volkswirtschaftschef Benedikt Würth. «Die Empa am Standort St. Gallen, bereits Teil des ETH-Kosmos, und die hohe Dichte an weiteren Forschungsinstitutionen in der Ostschweiz – etwa das Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos bringen dem Innovationspark einen klaren Mehrwert.» Die Fachhochschulen St. Gallen, Rapperswil, NTB Buchs und HTW Chur sind auf nationale und internationale Partner ausgerichtet. Und noch eine Trumpfkarte: In unmittelbarer Nähe der Empa bestehen strategische Landreserven und freie Entwicklungsflächen.

 

Quelle: St.Galler Tagblatt vom 24.09.2013

 


Standort St.Gallen - Die Denkfabrik im Osten (24.09.2013 09:11)



 

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