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Plötzlich auf der Flucht

Beim Gedanken an Begriffe wie «Archiv», «Keller», «Schachtel», «Akten» und «Schutzraum» entstehen vor dem geistigen Auge Bilder von dunklen, abgeschlossenen Räumen, in denen es kein Leben gibt. Vor sich türmenden Bergen an Informationen kann es schwierig sein, sich nicht darin zu verlieren. Doch je näher man «hineinzoomt», je genauer man hinschaut, desto besser gelingt es, ein individuelles Leben zu rekonstruieren. Und dann merkt man: Die Akten leben. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick in die tragische Geschichte von Joachim Steinmeier. Während er sich in St.Gallen aufhielt, wurde ihm der Erste Weltkrieg zum Verhängnis.

 

Solange Krieg herrschte, durften die Kantone niemanden aus ihrem Wohnsitzkanton ausweisen.

Wohnort von Joachim Steinmeier und Monika Hauenstein (1925). Quelle: StadtASG

Das Urteil gleicht einem Ultimatum. Hauenstein wie Steinmeier schienen den umgangssprachlichen «letzten Zwick an der Geissel» zu haben; ihnen drohten bei der nächsten Verfehlung strenge Konsequenzen, indem nämlich durch die Heimschaffung der Mutter und der Abschiebung des Vaters die Familie auseinandergerissen würde.

Text: Vera Zürcher, Stadtarchiv