„Natürlich machen wir auch Purzelbäume, aber das Projekt beinhaltet sehr viel mehr“, erklärt Petra Müller, als wir sie im Kindergarten Konkordiastrasse im Linsenbühl besuchen. Ihre Hauptaufgabe als Projektleiterin des Projekts "Purzelbaum Kindergarten" ist es Lehrpersonen zu schulen und Weiterbildungen im Bereich der Bewegungsförderung durchzuführen. Ausserdem ist sie auch Kindergartenlehrperson und setzt die regelmässigen Bewegungseinheiten und die ausgewogene Ernährung mit grosser Freude im Kindergarten um. Das schweizerische Projekt «Purzelbaum Kindergarten», welches sich an Kindergärten, Spielgruppen und Primarschulen richtet, hat das Ziel, die motorischen Fähigkeiten und die körperliche Aktivität von Kindern zu fördern und gleichzeitig, das Bewusstsein für gesunde Ernährungsgewohnheiten zu schärfen.
Motivieren und unterstützen
Petra Müller leitet seit 17 Jahren mit Begeisterung das Projekt in St.Gallen. In den letzten Jahren hat sich allerdings einiges verändert, vor allem die Medien- und Bildschirmzeit der Kinder. Petra Müller betont, dass sich schon kleine Kinder heutzutage weniger bewegen als früher, da sie immer mehr elektronische Medien konsumieren. Auch der Bewegungsradius für Kinder, die in der Stadt wohnhaft sind, sei meist kleiner, da sie oft einen kürzeren Schulweg hätten als solche, die auf dem Land leben. Umso wichtiger sei es, nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern zu motivieren, Bewegungsrituale in den Alltag einzubauen. Ihre Devise: Motivieren, den Spass an der Bewegung fördern und unterstützen.
Bewegung kreativ gestalten
Farbige Tücher, gute Musik und Bewegungskarten – das sind Hilfsmittel, die Petra in ihrer Tätigkeit als Purzelbaum-Beauftragte regelmässig benutzt, um gezielte koordinative Bewegungsabläufe, wie den Hampelmann, den Purzelbaum oder auch Seilspringen zu üben. Und das Beste daran ist, dass es auch bei den Kindern super ankommt. Salvador, ein Kindergartenkind von Petra, hat uns verraten, dass ihm das Spielen mit den bunten Tüchern am meisten Spass macht. Mit einfachen Hilfsmitteln zeigt Petra, dass Bewegung vor allem kreativ sein kann und dazu auch noch die Konzentration fördert. Petra Müllers Repertoire ist vielfältig und ermöglicht eine flexible Gestaltung des Unterrichts. Zu den weiteren Bewegungsaktivitäten gehören, das Turnen, Waldmorgen, freies Spielen und Experimentieren mit und ohne Bewegungsmaterialien im Innen- und Aussenbereich des Kindergartens.
Die Freude an der Bewegung
Petra Müller ist begeistert von ihrer Aufgabe: «Die Freude in den Gesichtern der Kinder zu sehen, wenn sie sich bewegen können, ist einfach grossartig», schwärmt sie. Auch die unterstützende Zusammenarbeit mit den verschiedenen Dienststellen der Stadt, wie dem Schulärtzlichen Dienst, der Dienststelle Sport und IBF, Stadtgrün und dem Hochbauamt betitelt sie als sehr wertvoll. Auf die Frage, ob ihr die Aufgabe nach so langer Zeit noch nicht verleidet sei, antwortet sie mit einem begeisterten «Nein! Es macht immer noch genauso viel Spass wie zu Beginn, Bewegung kommt nie aus der Mode».
