Alles begann 2008 in der Wirtschaft vom Polizeiposten an der Vadianstrasse. Thomas und Sévérine Niederer essen gemeinsam Zmittag und kommen ins Gespräch. Der Rest ist Geschichte. Mittlerweile wohnen sie gemeinsam mit ihren zwei Kindern am Bodensee. Sie teilen zwar ihr Leben miteinander, versuchen aber, Berufliches und Privates zu trennen.
Zwei unterschiedliche Wege zur Stadtpolizei
Thomas hat sich seinen Kindheitstraum erfüllt und die Polizeischule absolviert. Nachdem er viele Jahre im Schichtdienst tätig war, bewarb er sich im vergangenen Jahr auf die Leiter-Funktion des neugeschaffenen Ressorts Gewaltschutz. Seit dessen Gründung im Dezember 2022 leitet er dieses Ressort nun, welches aus der Fachstelle für häusliche Gewalt und dem Bedrohungs- und Risikomanagement besteht. Unter seiner Leitung wurde das Ressort aufgebaut und professionalisiert.
Sévérine ist die Leiterin des Human Resources und hat bereits während ihrer Ausbildung an der Wirtschaftsmittelschule ein Praktikum bei der Stadtpolizei absolviert. Als dann zu einem späteren Zeitpunkt eine Stelle frei wurde, hat sie den Weg zurück zu der Stadtpolizei gefunden und hat seither innerhalb der Dienststelle verschiedene Funktionen ausgeübt. Ihr Aufgabengebiet als Leiterin Human Resources ist breit gefächert und umfasst alles von der Personalrekrutierung über die Betreuung und Begleitung von Personalfällen bis hin zur Leitung ihres Teams.
«Ach so, ihr seid verheiratet!»
Im Arbeitsalltag haben die beiden nicht viele Berührungspunkte. Da ihre Büros nicht nebeneinander liegen, kommt es auch vor, dass sie sich während einer Arbeitswoche gar nicht sehen. Wenn, dann nur, wenn es sich um personelle Angelegenheiten in Thomas’ Ressort handelt, meint Sévérine. «Für Vakanzen im Ressort Gewaltschutz haben wir auch schon Bewerbungsgespräche zusammen geführt!», sagt sie und fügt hinzu: «Ja, das war schon noch speziell.» Da seien bei den Bewerbenden vielleicht schon Fragen aufgetaucht wegen des gleichen Nachnamens, aber die würde man ja bei einem Vorstellungsgespräch nicht stellen, ergänzt Thomas. Später, wenn die Mitarbeitenden dann eingearbeitet waren, sei es schon zum einen oder anderen Aha-Moment gekommen: «Ach so, ihr seid verheiratet! Ja das ergibt Sinn.» Diese Aussage haben beide schon öfter gehört und müssen immer wieder darüber schmunzeln.
Verständnis ist das A und O
Das gegenseitige Verständnis sehen beide als riesigen Vorteil, wenn man bei der gleichen Arbeitgeberin tätig ist. Gerade wenn es um den Schichtdienst ging oder auch heute noch zwischendurch ein Wochenendeinsatz für Thomas ansteht, hat Sévérine viel Verständnis. Sie kennt die Hintergründe und Situation bestens. Beide arbeiten zugunsten der Familie Teilzeit und schätzen die flexiblen Arbeitszeiten bei der Stadtpolizei. «Wenn ich zum Beispiel ein Bewerbungsgespräch habe, schaut Thomas, dass er an diesem Tag freinehmen kann und die Kinderbetreuung übernehmen kann», meint Sévérine.
Berufliches und Privates trennen
Thomas und Sévérine sind sich ihren Rollen, Pflichten und Aufgaben bewusst. Deshalb trennen sie Privates und Berufliches so gut es geht. Gerade in Sévérines Funktion als Leiterin des HR ist es ihr sehr wichtig, den Mitarbeitenden mit Respekt zu begegnen und Geschichten nicht ins Private zu tragen. Das bedeutet für beide aber auch, dass sie sich erst gar keine heiklen Fragen stellen und die jeweilige Rolle des anderen respektieren. «Klar gibt es immer wieder auch Themen, die uns beide betreffen, über die wir dann gemeinsam reden», sagt Thomas. Bei anderen Paaren sei das nicht anders, fügt Sévérine an. Man erzähle sich zuhause Sachen von der Arbeit und was gerade so läuft. Das sei bei ihnen auch so. «Aber, wie Thomas es gesagt hat, schauen wir bewusst, dass Berufliches nicht zu oft thematisiert wird», sagt Sévérine und lacht: «Mit zwei Kindern haben wir genug andere Themen, die uns beschäftigen.»
