Philipp Aeby, Sie und Ihr Team haben mit dem Projekt «automatisiertes Einsatzoptimierungssystem für die Fernwärmerzeugung» den diesjährigen LEADER Digital Award gewonnen. Worum genau geht es in Ihrem Projekt?
Das Projekt befasst sich mit dem sogenannten Zentraloptimierten Betrieb (ZOB), welcher einen automatisierten Betrieb der Fernwärmezentrale ermöglicht. Das Projekt umfasst die Berechnung der Netzlast, die Erstellung eines wirtschaftlichen oder ökologischen Erzeugerportfolios, die netzhydraulische Überprüfung mit den gewählten Erzeugern sowie ein entsprechendes Einstellen der Systeme in den Heiz(kraft)werken vor Ort. Die Systeme können aber auch eine vorausschauende Prognose erstellen, mit welcher Fahrpläne für sämtliche benötigte Energien erstellt werden. Das System kann gewissermassen «in die Zukunft sehen». So können wir die Kosten der Fernwärmeerzeugung optimieren oder auch andere Optimierungsziele – zum Beispiel eine CO2-Reduktion – erreichen.
Warum haben Sie sich für den LEADER Digital Award beworben?
Unter anderem möchten wir aufzeigen, dass die Digitalisierung kein Schreckgespenst ist. Im Gegenteil: Wenn man sich die Digitalisierung richtig zu Nutze macht, kann sie vieles erleichtern. Wir haben drei verschiedene Systeme zu einem zentraloptimierten Betrieb zusammengeführt. Dieses Projekt wird uns auch die nächsten zehn Jahre weiter beschäftigen, da die Fernwärme ständig ausgebaut wird und das System weitere Ausbaumöglichkeiten und Optimierungen für den ganzen Querverbund Wärme, Gas und Strom beinhält.
Sie haben die Jury überzeugt und mit Ihrem Projekt Gold geholt. Was bedeutet der Preis für Sie?
Für uns ist dieser Preis eine Bestätigung, dass wir etwas Sinnvolles machen. Das erfüllt uns natürlich mit Stolz. Bis jetzt haben wir das Projekt im stillen Kämmerchen vorangetrieben – jetzt wird es auch nach aussen getragen. Dadurch könnte auch ein spannender Austausch mit anderen Städten entstehen. Man bekommt meist nicht mit, wie es andere machen.
