Fabian Kleemann, warum ist die Stadt St.Gallen seit neuestem auch auf TikTok?
Die Stadt St.Gallen hat mit ihrer Social-Media-Arbeit schon immer das Ziel verfolgt, dort zu sein, wo die Bevölkerung ist. Allein in der Schweiz nutzen rund 1.7 Millionen Personen TikTok. Nach der Stadtpolizei wollen nun auch wir TikTok als neuen Kanal erschliessen, um die jüngere Generation weiterhin zu erreichen. Sie wird nämlich kaum auf anderen Plattformen wie Instagram oder Facebook «nachrutschen». Es ist aber auch ein Trugschluss, dass TikTok nur eine «App für Jugendliche» sei: Mehr als die Hälfte der User sind über 25 Jahre alt.
Zur chinesischen Social-Media-Plattform gibt es auch kritische Stimmen. Warum lohnt es sich für Behörden trotzdem, auf TikTok präsent zu sein?
Generell ist Datenschutz im Zusammenhang mit Social Media ein kontrovers diskutiertes und wichtiges Thema. Fakt ist: Immer mehr Menschen bewegen sich auf TikTok und wir wollen auch diese erreichen. Die Privatsphäre-Einstellungen haben die Nutzerinnen und Nutzer teilweise selbst in der Hand, indem sie etwa Kontakte und Standort nicht mit der App teilen. Zur Frage, ob es für Behörden sinnvoll ist, auf TikTok zu sein, lautet unsere Antwort: Ja. Unser Ziel ist es, mit unterhaltsamen Inhalten Reichweite zu erzielen und so ein Eingangstor auch für unsere sachlicheren Inhalte zu schaffen. Und einen Blick hinter die Kulissen zu geben und zu zeigen «Hier zu arbeiten, macht Spass, ist aber auch sinnvoll». Sollten sich die Bedenken zum Datenschutz aber zuspitzen und sich TikTok als zusätzlicher Kanal nicht bewähren, können wir ihn rasch wieder abstellen. Aber abhängen lassen wollen wir uns nicht. Seit Jahren gehört die Stadt St.Gallen zu den Vorreiterinnen der Social-Media-Nutzung. Und das soll so bleiben.
Die ersten TikToks haben bereits eine gute Reichweite erzielt. Ein Kurzvideo zur Kläranlage hat vor zwei Wochen auch auf Instagram den bisherigen Rekord geknackt und wurde fast 300'000 Mal angeschaut. Was war bei dieser Geschichte das Erfolgsrezept?
Die Idee für dieses Video basiert auf einem «Trend», wo man Dinge zeigt, die am jeweiligen Ort «einfach Sinn ergeben» – in diesem Fall genau das Gegenteil (hier geht’s direkt zum Video neues Fenster). Generell läuft auf TikTok sehr viel über Trends, sprich vieles ist kontextbezogen und schliesst an vorherige Videos an. Gelungen ist ein TikTok dann, wenn es einem bestehenden Trend einen originellen Dreh verleihen kann. Im Kläranlagen-TikTok ist Thomas Kindle von ESG sehr sympathisch rübergekommen und es war auch einfach spannend, was die Menschen von St.Gallen alles den
