Katharina Risch ist als jüngste Tochter in einer fünfköpfigen Familie in Vaduz aufgewachsen. Als Schwester und Fan begleitete sie jeweils mit Freude ihren Bruder an seine Fussballtrainings und Spiele. «Bereits in dieser Zeit habe ich den Reiz dieses Ballsports auch für mich entdeckt», erzählt sie. Mit vier Jahren durfte sie erstmals in ein Fussballcamp, worauf sie kurzerhand eine Einladung vom Vaduzer Fussballverein für ein Schnuppertraining bekam. Seither ist das Fussballspielen auf Katharinas Weg ein stetiger Begleiter. Nach sechs Jahren im Vaduzer Fussballverein durfte sie als eine der besten Spielerinnen und Spieler in den Liechtensteiner Fussballverband (LFV) wechseln. «Im Zeitraum zwischen der Mannschaft U12 und U15 komplettierte ich als einziges Mädchen die Mannschaft», erzählt sie lächelnd. Dann kam der Wechsel in eine erste Frauenmannschaft.
Wohnen, arbeiten und spielen in St.Gallen
Als die Oberstufenzeit langsam zu Ende ging, entschied sich Katharina die United school of sports mit einer Lehre als Kauffrau zu absolvieren. Das bedeutete für die damals 15-Jährige zugleich auch einen Wechsel in einen Wochenaufenthalt in der Stadt St.Gallen. Praktischerweise konnte sie gleich bei ihrer älteren Schwester einziehen, welche an der Universität St.Gallen studiert. Daneben galt es auch den Fussballclub zu wechseln. Seit dem Sommer 2020 spielt Katharina Risch nun in der 1. Mannschaft des FC St.Gallen. Um dem Fussballspielen und den zahlreichen Trainings wirklich Zeit widmen zu können, wird sie von ihrem Ausbildungsbetrieb, der St.Galler Stadtwerke, und der United school of sports tatkräftig unterstützt. Eine Ausbildung an der United school dauert insgesamt vier Jahre. Die ersten zwei Jahre bestehen aus Schule und Training, worauf die anschliessenden beiden Jahre eine Zusammenstellung von Arbeit, Training und einigen wenigen Schullektionen sind.
Momentan besteht die Woche der 18-Jährigen aus viereinhalb Arbeitstagen, wobei sie am Freitagnachmittag die United school besucht. Daneben trainiert sie mindestens einmal pro Tag. Katharinas Dienstage, Mittwoche und Donnerstage beginnen mit einem Morgentraining im Gründenmoos, danach geht’s um ungefähr 11 Uhr an die Arbeit. Am Montag-, Dienstag-, Mittwoch-, und Freitagabend trainiert sie zudem mit dem ganzen Team im Espenmoos. Trotz diesem vollen Wochenprogramm und viel körperlicher Anstrengung kann sie diesen Alltag gut meistern: «Ich bin es gewohnt einen vollen Terminplan zu haben», sagt sie und lacht. Zeit für Erholung habe sie am Donnerstagabend und am Sonntag.
Sportliche Erfolge
In ihrer noch jungen Fussballerinnenkarriere durfte Katharina bereits einige sportliche Erfolge feiern. Dazu zählt die 18-Jährige den Wechsel vom LFV in die 1. Mannschaft des FCSG und das Erreichen des Cupfinals im Letzigrund in Zürich. Neben bereits gefeierten Erfolgen hat sie weitere Ziele und Wünsche für ihre Fussballerinnen-Karriere. Ein Traum wäre es, eines Tages in einem englischen Fussballverein spielen zu können – wie Katharinas Idol Lia Wälti dies bei Arsenal WFC kann.
Über den Aufschwung, welcher der Frauenfussball in den letzten Jahren erhalten hat, freut sich Katharina sehr. «Ich hoffe, dass dieses öffentliche Interesse weiter zunimmt und der Frauenfussball nicht nur sichtbarer, sondern auch professioneller werden kann.» Die meisten Frauen in ihrem Team arbeiten neben dem Fussballspielen 80 bis 100 Prozent. Je professioneller der Frauenfussball wird, desto besser kann sich jede Spielerin weiterentwickeln. «Der FC St.Gallen befindet sich auf einem guten Weg», betont Katharina.
