Sobald Janik Rutz erste Schritte machen konnte, fing sein Vater an, mit ihm auf den Strassen seines Wohnquartiers in Abtwil Fussball zu spielen. Als er älter wurde, nahmen andere Nachbarskinder langsam den Platz seines Vaters ein und sie konkurrierten in kleinen Nachbarschaftsturnieren. Bald begann Janik mit dem Fussballclub Winkeln zu trainieren und nahm an den ersten Matchs und Turnieren teil. Mit elf Jahren wechselte er in die Jugend des FC St.Gallen und lernte grundlegende Abläufe und Tricks sowie Disziplin, welche ihm auch hilft, den heutigen Alltag zu meistern.
Berufslehre und Sportkarriere unter einem Hut
Als die Oberstufe langsam zu Ende ging und es auf die Lehrstellensuche ging, konnte er weiterhin bei der Jugend St.Gallen spielen. Zugleich hätte er in die Akademie-FCSG aufgenommen werden können, eine Unterkunft für junge Nachwuchsfussballtalente, welche einen zu langen Anreiseweg für das tägliche Training im Gründenmoos haben. Da Janik aber mit seiner Familie in Abtwil lebt und dementsprechend einen kurzen Anreiseweg hat, wohnt er nicht in der Akademie und beansprucht auch sonst keine Unterstützung von einer Sportschule oder Ähnlichem. Trotzdem kann Janik seine Berufslehre als Kaufmann bei der St.Galler Stadtverwaltung mit einer Sportkarriere vereinbaren. «Möglich machen es einige Abmachungen, die ich mit meiner Arbeitgeberin sowie der Berufsschule treffen konnte», erzählt er. Am Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag kann der 17-Jährige die Berufsschule sowie die Arbeit bereits um 15.45 Uhr verlassen, um an den Abendtrainings teilzunehmen. Am Mittwoch beginnt sein Tag mit einem Morgentraining um 8.30 Uhr auf dem Fussballplatz.
Genau geregelte Abläufe hat Janik Rutz auch vor jedem Match am Samstag. Vier Stunden vor Beginn eines Matchs isst er eine Portion Pasta mit Tomatensauce. Zweieinhalb Stunden danach dehnt er sich, um seine Muskeln zu aktivieren, zugleich nimmt er ein Päckli Magnesium zu sich. Bis zur Traineransprache, worauf anschliessend auch gleich der Match beginnt, spaziert er noch ungefähr 15 Minuten und hört dabei englischen Rap. Zum Ritual nach dem Spiel gehören eine geregelte Matchanalyse und ein Spaziergang, um sich wieder zu erholen und bereitzumachen für einen nächsten Match.
Mit dem Start der Berufslehre als Kaufmann bei der St.Galler Stadtverwaltung hat der rechte Verteidiger 2022 vom FCSG zum FC Wil gewechselt. Ein taktischer Wechsel, denn bei Wil erhofft sich Janik mehr Spielzeit an Matchs, was wiederum besser für seine fussballerische Entwicklung ist. Bei beiden Mannschaften ist der Konkurrenzkampf ein grosses Thema. Mit diesem Druck weiss Janik umzugehen: «Für mich war es immer ein zusätzlicher Ansporn besser als meine Teamkameraden zu spielen», sagt er.
Auf dem zweiten Platz des internationalen Helvetia Cups
Nach seinen sportlichen Highlights gefragt, nennt Janik das Begleiten der Nationalmannschaft der Schweiz in ihrem Trainingslager vor drei Jahren. Vor einem Jahr kam ein weiteres Element auf seiner Liste hinzu: Mit der U17-Mannschaft des FC St.Gallens erreichte Janik den zweiten Platz des internationalen Helvetia Cup, wo sie das Team Benfica Lissabon im Viertelfinale und Paris Saint German im Halbfinale schlugen.
