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Resilienz im Einsatz: Was es bedeutet, immer bereit zu sein

Beide arbeiten täglich an der Front und sind zur Stelle, wenn die Bevölkerung Hilfe benötigt: Olivia Garcia, Polizistin bei der Stadtpolizei, und Othmar Wüest, Mitarbeiter von Feuerwehr und Zivilschutz St.Gallen. Sie erzählen im Gespräch, was sie bei ihrer Arbeit antreibt, wie sie mit belastenden Einsätzen umgehen und was für sie der Schlüssel zu mehr Resilienz ist.

 

Man muss das Erlebte in irgendeiner Form in den eigenen Rucksack stecken können und weitergehen.

Sie benötigen Hilfe oder interessieren sich weiter für die Auswirkungen von Stress und psychischer Belastung?

Auf der Webseite der FWZSSG neues Fenster erfahren Sie, wie Körper und Psyche auf belastende Situationen reagieren können, wann es ratsam ist, sich Unterstützung zu holen und was Betroffene selbst unternehmen können. Zudem finden Sie dort weitere Informationen zu Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) und der Wirkung von Stress.

Wie werden Sie von Ihrer Dienststelle unterstützt?

Wüest: Nach jedem Einsatz gibt es ein Debriefing. War es ein Routineeinsatz, wird das Technische besprochen. War es ein schwieriger, belastender Einsatz, kommt ein Einsatzabschlussgespräch (EAG) zum Zuge – dort wird mehr Fokus auf das Wohlbefinden der Mitarbeitenden gelegt und besprochen, ob weitere Massnahmen nötig sind.

Zudem können Angestellte stets anonym psychologische Hilfe beanspruchen oder auf einen unserer «Peers» zugehen. Diese bieten psychologische Hilfe an und gehen beispielsweise nach einem EAG auch proaktiv auf Mitarbeitende zu. Hauptaufgabe von ihnen ist, das Verständnis und Bewusstsein dafür zu stärken, wieso und wie der Körper auf Stresssituationen reagiert. Eine akute Belastungsstörung ist nämlich massiv und es kann bis zu drei Tage gehen, bis eine betroffene Person wieder klar denken kann. Wenn man die Symptome und den Ablauf aber versteht, kann man das Vergangene auch besser verarbeiten. Momentan sind insgesamt sieben Personen jeweils als Peers im Einsatz, darunter auch ich.

Garcia: Nach potenziell belastenden Einsätzen wird stets Wert auf konstruktives Debriefing gelegt. Als erste Ansprechperson haben wir ebenfalls speziell ausgebildete Peers, die als offenes Ohr und Unterstützung da sind. Diese gehen auch proaktiv auf Stapo-Mitarbeitende zu und holen sie niederschwellig bei einer Tasse Kaffee oder ähnlichem ab, wenn sie von einem heikleren Fall erfahren. Insgesamt haben zwischen acht und zehn Personen diese Rolle bei der Stadtpolizei inne. Natürlich gibt es auch die Option von externer psychologischer Hilfe.

Interview und Bilder: Charlotte Wirth