Ausgabe 4-24 | Dezember 2024
Wenn man sich dieser Tage auf die Weltnachrichten einlässt, kann einem selbst als überzeugtem Agnostiker schon der Gedanke kommen, dass da eigentlich nur beten hilft, zu wem oder was auch immer. Ukraine, Gaza, Libanon, Syrien – diese Kriegs- und Krisenherde allein würden ja schon reichen, aber das Massensterben im Sudan oder Jemen, wann haben Sie darüber zuletzt gelesen? Status der Welt im Allgemeinen: zum Verzweifeln.
Die vorliegende Ausgabe des Stadtspiegels nimmt sich nicht der Weltlage an, sondern der Frage, wie wir den Herausforderungen standhalten können, denen wir ausgesetzt sind. Ein aktuelles Zauberwort zu diesem Thema lautet Resilienz, ein Begriff aus der Werkstoffphysik. Hier gelten Materialen als resilient, die nach Momenten der extremen Spannung wieder in ihren Ursprungszustand zurückkehren, wie etwa Gummi.
Bei Menschen soll das Prinzip ähnlich funktionieren: Resiliente Menschen besitzen eine seelisch hohe Widerstandskraft und Beweglichkeit. Diese Stehauf-Menschen erholen sich nicht nur erstaunlich schnell von extremen Stresssituationen, sondern gehen sogar gestärkt aus ihnen hervor. Nicht allen Menschen wird Resilienz in die Wiege gelegt. Die Ergebnisse der Resilienzforschung machen aber Hoffnung. Unter bestimmten Voraussetzungen können wir alle unser seelisches Immunsystem stärken, denn die Resilienzforschung ist davon überzeugt, dass resilientes Verhalten erlernbar ist.
Seien Sie unbesorgt, ich komme an dieser Stelle nicht in Versuchung, Sie von guten Vorsätzen für das Neue Jahr zu überzeugen. Die Lektüre des Stadtspiegels möchte ich Ihnen aber schon empfehlen.
Geschätzte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Tag für Tag setzen Sie sich für ein lebenswertes St.Gallen ein und lassen mit diesem Einsatz St.Gallen Stadt sein und werden. Für Ihr Tun und Lassen, das die Arbeit des Stadtrates trägt und ihm ausgewogene Entscheide möglich macht, kann ich Ihnen nicht genug danken. Besten Dank!
Mögen Ihnen die Festtage gelingen und lassen Sie uns gemeinsam für Frieden einstehen.
Markus Buschor
Stadtrat Direktion Planung und Bau
PS: Sollten Sie der Weihnachtslieder überdrüssig werden, geniessen Sie das Lied 99 Luftballons in der Fassung der einmaligen Zaho de Sagazan.
Fokus «Resilienz»
Der Stadtspiegel stellt das Thema Resilienz in den Mittelpunkt. Mitarbeitende berichten, wie sie ihre persönliche Widerstandskraft stärken und bewahren. Dabei zeigen sie auch, wie Resilienz nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Organisationen hilft, Herausforderungen zu meistern und gestärkt aus Veränderungen hervorzugehen.
Persönlich: Winzerin mit grünem Herzen
Die Leidenschaft für Pflanzen und Tiere hat sie zum Wein gebracht. Denn Fabia Knechtle Glogger hat sich der Umwelt verschrieben – nicht nur beruflich, sondern mit Herz und Seele. Von klein auf geprägt von der Liebe zur Natur, lebt sie ihre Berufung von einer nachhaltigen Zukunft als Umweltingenieurin, Naturschützerin und Winzerin.
Wenn Erwachsene die Musikschul-Bank drücken
Die städtische Musikschule will Begeisterung für Musik wecken – auch bei bereits erwachsenen Schülerinnen und Schülern. Eine von ihnen ist Kristin Schmidt. Seit 18 Jahren nimmt die Co-Leiterin Kulturförderung Musikunterricht im Cembalospiel bei Musikschullehrerin Marie-Louise Dähler. Wir haben die beiden bei einer gemeinsamen Musiklektion besucht.
Von denkwürdigen Wahlen, goldenen Regeln und unfreiwilligen Lachern
Das Stadtparlament zwischen zwei Legislaturen: Der scheidende Parlamentspräsident Vica Mitrovic blickt zurück auf theatralische Wortmeldungen, unfreiwillige Lacher und einen augenöffnenden Vergleich mit Napoleon. Tatiana Pinto Cardoso spricht über die denkwürdige Geschichte ihrer Wahl, ihre goldene Regel im Umgang mit «ihren» Geschäften und warum sie als Vorbereitung auf die Parlamentsarbeit Wein trinkt. Der neu gewählte Parlamentarier Hans Peter Arpagaus verrät erste Ideen für politische Vorstösse und erzählt, wie er Schichtdienst und Parlamentsarbeit unter einen Hut bringen will.
Von Lochkarten zur «EDV» – ein Computer für die Stadt St.Gallen
Von Lochkarten über Grossrechner bis in die Cloud: Waren die ersten städtischen Schritte ins Computerzeitalter noch umständlich, so waren sie doch der Startschuss für eine digitale Revolution. Was damals als teures Experiment für Steuerverwaltung und Lohnbuchhaltung begann, entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zur hochmodernen IT-Infrastruktur, die nicht nur die Stadt, sondern bis über die Kantonsgrenzen hinaus vernetzte. Eine Geschichte von Pioniergeist, Herausforderungen und technologischem Wandel.
