Miki, du wurdest am 22. November 2025 Weltmeister im Kickboxen in deiner Alterskategorie. Nimm uns mit: Wie hast Du den Wettkampf in Bregenz erlebt?
Ich war den ganzen Tag über ruhig und fokussiert. Es war sehr entspannt für mich. Ich war beeindruckt, wie viele Leute aus verschiedenen Ländern gekommen sind und ihr Land repräsentiert haben. Es war eine gute Stimmung, weil alle das gemacht haben, was sie gerne machen.
Nach dem letzten Kampf fiel eine grosse Last von mir ab. Ich konnte zuerst nicht realisieren, dass es jetzt fertig ist und ich gewonnen habe und Weltmeister geworden bin. Mein letzter Kampf war sehr kurz: Ich konnte meinen Plan durchziehen und bereits nach 25 Sekunden mit KO gewinnen. Anschliessend ging ich mit meiner Familie essen und mit meinen Cousins in einem Club feiern.
Wie bereitest du dich auf deine Kämpfe vor?
70 Prozent des Erfolgs sind Kopfsache. Wenn der Kopf nicht stimmt, nützt das beste Training nichts. Ich glaube fest an mich und an das, was ich kann. Ich war überzeugt, dass ich das schaffe. Ich habe mir als Ziel gesetzt, Weltmeister zu werden und mir das zwei Wochen vorher auf einen Zettel geschrieben: «Ich werde Weltmeister und nehme den Gürtel mit nach Hause.» In der Vorbereitung habe ich mich gedanklich viel in diese Situation hineinversetzt, wie es ist, Weltmeister zu werden. Am Abend vorher habe ich ein Bad genommen und mich entspannt. Danach fühlte ich mich erholt und bereit.
Wie kamst du zum Kickboxen?
Meine Mutter wollte, dass ich und mein Bruder ein Hobby haben. Ich habe vieles versucht, aber nichts hat mich richtig gefesselt – bis mich meine Mutter ins Kickbox-Training gebracht hat. Dort hat es mir vom ersten Tag an den «Ärmel reingezogen». Das war vor sechs Jahren. Es macht mir immer noch gleich viel Spass wie am ersten Tag. Der Tag, an dem ich meinen Kampf hatte, war nochmals ein Wendepunkt: Da wurde mir bewusst, dass ich mit meiner Leidenschaft auch etwas erreichen konnte.
Wie kannst du die Sportkarriere mit deiner Arbeit im Hausdienst verbinden?
Am Anfang der Lehre im Sommer 2025 habe ich zunächst einen Monat Pause vom Kickboxen gemacht, um mich darauf zu fokussieren. Aber ich habe schnell gemerkt, dass ich auch beides miteinander verbinden kann. Jetzt trainiere ich fünf Mal pro Woche. Es ist für mich ein guter Ausgleich. Ich kann mich auspowern, meine Energie rauslassen. Heute hilft mir der Sport auch in Situationen, in denen es mir nicht so gut geht.
Was gefällt dir an deiner Aufgabe bei Infrastruktur Bildung und Freizeit am meisten?
Die Vielfältigkeit und Selbständigkeit. Patrick Linder, mein Chef, traut mir sehr viel zu und lässt mich machen. Ich reinige zum Beispiel den Jugendtreff selbst. In unserem Team herrscht ein grosses Miteinander. Man muss auch nicht verstellen. Es ist zudem geplant, dass ich auch auf anderen Anlagen, zum Beispiel in den Fussballstadien oder in der Eishalle, arbeiten kann. Darauf freue ich mich sehr.
