Ausgabe 4-25 | Dezember 2025
Im Editorial vor einem Jahr habe ich mit Blick auf die Weltlage festgehalten, dass da eigentlich nur beten hilft, zu wem oder was auch immer, und dass der Status der Welt im Allgemeinen mit zum Verzweifeln zu benennen ist. Es wäre leider vermessen, am Jahresende 2025 von einer Besserung der Weltlage zu schreiben.
Umso mehr möchte ich Ihnen die Lektüre dieser Ausgabe des Stadtspiegels empfehlen. Unter anderem werden in Kurzporträts Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt vorgestellt, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich engagieren und sich mit diesem Engagement gegen das Verzweifeln stellen.
Gerade in der heutigen Zeit erschliesst sich die Bedeutung, die freiwillige und ehrenamtliche Tätigkeiten für unsere Gesellschaft haben. Der ältere Begriff Ehrenamt lässt anklingen, dass es sich in der Regel um soziale und kommunikative Aktivitäten handelt, bei denen das Soziale, die Gemeinschaft selbst, im Mittelpunkt steht.
Diese Tätigkeiten haben das Ziel, soziale Bindungen zu ermöglichen und zu leben, wie es bei sehr vielen Vereinen der Fall ist. Oder das Soziale, die Gemeinschaft, in der man lebt, wird selbst zum Gegenstand dieser Tätigkeiten – wie bei der Freiwilligen Feuerwehr, bei organisierten Formen der Nachbarschaftshilfe oder anderen caritativen Tätigkeiten.
Auch wo sich Bürgerinnen und Bürger freiwillig zusammenschliessen, um für einen gewissen Zeitraum für ein Ziel – ein Umweltprojekt, eine Lebensform, einen Freiraum – zu kämpfen, wird uns verdeutlicht, in welchem Masse soziales Handeln seinen Sinn in sich tragen kann.
Geschätzte Mitarbeiterinnen, geschätzte Mitarbeiter, auch in diesem Jahr sind wir mit viel Einsatz unserer Erwerbsarbeit nachgekommen. Für Ihren Einsatz danke ich Ihnen bestens. Mögen Ihnen die Festtage gelingen und lassen Sie uns gemeinsam für Frieden einstehen.
Markus Buschor
Stadtrat Direktion Planung und Bau
Fokus: Gemeinsam für eine engagierte Stadt
Viele unserer Mitarbeitenden schenken ihre Zeit, ihre Energie und ihr Herz jenen, die Unterstützung brauchen – in Vereinen, Quartieren oder internationalen Projekten. In unserem Fokus zur Freiwilligenarbeit geben wir Einblick in ihre Geschichten und zeigen, wie viel Kraft im ehrenamtlichen Engagement steckt.
Persönlich: Liebe auf den ersten Stampfer
Stephan Wanner bringt Ordnung nicht nur in den Friedhof Bruggen, sondern auch auf das Tanzparkett. Seit 15 Jahren tanzt er Line Dance und gibt diese Leidenschaft zusammen mit seiner Frau Gaby bei den Buffalo Dancers in Herisau weiter.
Mit Rechts-Links-Schwäche durchs Sparprogramm
Mit der Vision einer offenen, inklusiven und nachhaltigen «Stadt der Chancen» angetreten, sah sich Jacqueline Gasser-Beck in ihrem Jahr als Präsidentin des Stadtparlaments vor allem gezwungen, dieses durch die Diskussion um fehlende Finanzmittel und Sparsamkeit zu manövrieren. Dass Gestaltungswillen und Kreativität dabei nicht auf der Strecke blieben, dafür sorgte die Bäckerstochter, Juristin und KI-Spezialistin mit der ihr eigenen Kombination aus Weltgewandtheit und sanktgaller «Brötigkeit».
Beinahe ein Jahrhundert Abstinenz – Der Alkoholgegnerbund St.Gallen
In diesen Tagen wird in Bundesbern über die Alkoholempfehlungen diskutiert. Grossflächige Debatten um den Alkoholkonsum reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Früher engagierte man sich in einem der vielen alkoholkritischen Vereine. Ein solcher Verein, dessen abstinente Mitglieder sich politisch und gesellschaftlich engagierten, soll hier vorgestellt werden: Der Alkoholgegnerbund, Sektion St.Gallen.
