Die Dienststelle Gesellschaftsfragen: Nah an den Menschen
Die Dienststelle Gesellschaftsfragen (GF) ist für viele Vereine und Akteure des zivilgesellschaftlichen Engagements Anlaufstelle, besonders dort, wo finanzielle Unterstützung und Beratung diesbezüglich gefragt ist. Die städtischen Quartiere werden durch Freiwilligenarbeit zu Lebens- und Begegnungsorten. So liegt es auf der Hand, auch innerhalb der Dienststelle die beiden Themenfelder in einer Zuständigkeit zu bündeln.
Mit der finanziellen Unterstützung soll freiwilliges und integratives Handeln angeregt und unterstützt werden
Mit der momentan vakanten Stelle liegt der Fokus in der Unterstützung gesellschaftsrelevanter Projekte und Veranstaltungen in den Bereichen Integration, Alter, Generationen, Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung sowie Quartiere, die das Zusammenleben, die Alltagsbewältigung, die Partizipation und Chancengerechtigkeit verbessern. «Mit der finanziellen Unterstützung soll freiwilliges und integratives Handeln angeregt und unterstützt werden», sagt Tatiana Pinto Cardoso, Co-Leiterin Grundlagen Kontrakte Projekte bei GF.
Unterstützt werden nur Angebote, die offen, gemeinnützig und in St.Gallen verankert sind. Auch dreijährige Beiträge, wie beim Projekt «Medizinische Grundversorgung für Sans-Papiers», sind möglich. Die Rolle der GF bleibt dabei klar: weniger operative Durchführung, mehr strategische Beratung, Vernetzung und Controlling.
Mehr als Energie: Wie die St.Galler Stadtwerke Vereine stärken
Auch die St.Galler Stadtwerke (sgsw) engagieren sich für das Leben in der Stadt. Jährlich profitieren über 100 Vereine, Projekte und Anlässe von finanzieller oder materieller Unterstützung. Ob Sport, Kultur oder Soziales, im Zentrum der Partnerschaft stehen lokale Organisationen, deren Angebote sich an die Stadtbevölkerung richten.
Installationen und das Bereitstellen von Energie liegt in unserer Kernkompetenz. Wenn wir dies mit einem Sponsoring verbinden können – umso besser
Der Grossteil der Unterstützung ist finanzieller Natur: Die Vereine benötigen das Geld für die Juniorenausbildung, zur Anschaffung von neuem Material oder für die Sicherstellung des Spielbetriebs. Daneben richten die sgsw auch Sachsponsorings aus: «Installationen und das Bereitstellen von Energie liegt in unserer Kernkompetenz. Wenn wir dies mit einem Sponsoring verbinden können – umso besser», sagt Caroline Tanner, Managerin Marketing und Kommunikation bei sgsw.
Hinter vielen Vereinen stehen zahlreiche Personen, die sich im Ehrenamt engagieren. Ihre Freizeit und ihr Verein liegen den Helferinnen und Helfern am Herzen, so dass sie viele Stunden dafür aufbringen. Diese Verbundenheit ist auch bei Gesprächen der St.Galler Stadtwerke mit den zuständigen Personen stets sichtbar, das macht die Unterstützung noch persönlicher. Oft verbindet die sgsw und die Vereine eine langjährige Partnerschaft.
Vereine können sich unkompliziert per E-Mail bewerben. Entscheidend sind lokale Verankerung, Gemeinnützigkeit und ein klarer Nutzen für die St.Galler Bevölkerung.
Die Dienststelle Umwelt und Energie: Freiwilligenarbeit als Klimamotor
Für die Dienststelle Umwelt und Energie (UE) ist Freiwilligenarbeit ein Schlüssel zur Umsetzung der Klimaziele und damit zentraler Bestandteil des städtischen Netto-Null-Pfads. Im Energiekonzept 2050 spielt das Engagement der Bevölkerung und der Vereine eine tragende Rolle, insbesondere in den Bereichen Konsum und Ressourcen sowie Querschnittshandlungsfelder. (Gemeinsam wirkt neues Fenster, Gemeinsam wirkt — Intranet Stadt St.Gallen neues Fenster)
Klimaschutz ist eine gemeinsame Aufgabe in unterschiedlichen Rollen
«Klimaschutz ist eine gemeinsame Aufgabe in unterschiedlichen Rollen», betont Stefan Tittmann, Projektleiter Konsum & Ressourcen. Die Dienststelle Umwelt & Energie versteht sich dabei als Ermöglicherin: Sie schafft Räume, öffnet Türen innerhalb der Verwaltung, unterstützt bei der Kommunikation oder finanziert Projekte aus dem Energiefonds – immer dort, wo ein klarer Nutzen für das Ziel der Klimaneutralität entsteht.
Wie stark diese Zusammenarbeit wirkt, zeigt sich in konkreten Beispielen: Die Filmreihe KlimaKino der KlimaSeniorinnen, Velo-Fahrkurse von Pro Velo oder die RestEssBar, die überschüssige Lebensmittel verteilt. Auch der Verein Meter, der Menschen befähigt, Dinge selbst zu reparieren oder herzustellen, profitiert von solchen städtischen Rahmenbedingungen. überall gilt: Die Stadt unterstützt – doch leben tun die Projekte durch freiwilliges Engagement.
Freiwilligenarbeit als städtische Stärke
Die Einblicke in die verschiedenen städtischen Dienststellen zeigen deutlich: Freiwilligenarbeit ist in St.Gallen kein Nebenschauplatz, sondern ein zentraler Pfeiler des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Ob über finanzielle Beiträge, fachliche Beratung, Strukturen für Vernetzung oder das Schaffen von Räumen für neue Ideen – die Stadt setzt an vielen Stellen gezielt Impulse, damit Engagement wachsen kann. Dabei steht stets der Mensch im Mittelpunkt: jene Personen, die ihre Zeit, ihre Kompetenzen und ihre Leidenschaft einbringen.
Benevol übernimmt den zentralen Teil der Beratungsarbeit für Vereine in der Stadt St.Gallen. Die Stiftung bietet Know-how für alle, die einen Verein gründen, Freiwillige gewinnen oder Projekte strukturieren möchten. Neu soll Benevol auch Klimaengagierten Raum bieten als Treffpunkt, Netzwerkplattform und Ideenraum. Die GF unterstützt diese Arbeit jährlich finanziell mit einem Subventionsbeitrag.
Was die Stadt bereitstellt, sind Möglichkeiten. Was daraus entsteht, ist das Resultat der gelebten Solidarität und Eigeninitiative zahlreicher Freiwilliger. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass St.Gallen lebendig bleibt, Verantwortung teilt und Zukunft gestaltet. Freiwilligenarbeit ist damit nicht nur Unterstützung, sie ist Motor, Brücke und Herzstück einer engagierten Stadt.
Davide Giovanoli
