Daniel Zuberbühler, wie habt ihr bei den VBSG mit den Werten der Stadt gearbeitet?
Als erstes war für mich klar, dass wir als Geschäftsleitungsmitglieder auch gleich Wertebotschafter/innen sein müssen. Der Fisch stinkt vom Kopf! Werte müssen verinnerlicht und sichtbar vorgelebt werden. Sonst schaffen wir es nicht, etwas zu bewirken.
Gemeinsam mit dem Kader diskutierten wir in einem Workshop, was die fünf Werte für uns bei den VBSG bedeuten. Wir haben verschiedene, VBSG-spezifische, Ich-Botschaften entwickelt und auch darüber gesprochen, was heute schon gut läuft und wo wir Verbesserungspotenzial sehen. Danach haben wir die von den Kadern gesammelten Ich-Botschaften mit ausgewählten Mitarbeitenden aus allen Bereichen diskutiert und angereichert.
Wie kommen nun diese Werte und Ich-Botschaften zu jedem Busfahrer und jeder Busfahrerin?
Bis Ende Jahr werden die Werte mit den dazugehörenden Ich-Botschaften mit allen Mitarbeitenden in Workshops besprochen. Dabei wird auch diskutiert, was heute schon gut läuft und was noch nicht. Ziel ist, dass jedes Team sich zwei bis drei Themen zur Verbesserung der Zusammenarbeit vornimmt und dranbleibt. Die Führungskräfte sind wichtige Treiber dieser Wertediskussion.
Inwiefern haben die Werte Einfluss auf die tägliche Führungsarbeit?
Bei den VBSG befinden wir uns in einer Transformation von einer eher hierarchisch geführten Unternehmung hin zu einer mehr menschenorientierten Führung auf Augenhöhe. Die Werte sind hierfür eine wichtige Grundlage und geben Orientierung.
Mit den Kadern haben wir besprochen, was die fünf Werte für die tägliche Führungsarbeit bedeuten. Wir haben uns in der Geschäftsleitung gefragt, worauf es in den nächsten drei Jahren bei den VBSG ganz konkret ankommt und was jetzt gute Führung für uns bedeutet.
Alle Führungskräfte holen sich systematisch Feedback von Mitarbeitenden, Peers und Vorgesetze/r ein. Die Geschäftsleitung und der erste Teil der Führungskräfte haben dieses Feedback nun bereits erhalten.
Das löst etwas aus, oder?
Ich war sehr gespannt auf die Rückmeldungen von meinen Kolleginnen und Kollegen. Und es war schön zu sehen, wie ehrlich sie waren. Danach habe ich das Feedback mit der Geschäftsleitung sehr offen diskutiert und dann Peter Jans in einem Gespräch dargelegt, woran ich konkret arbeiten möchte und wie ich das tue. Auch ich habe Themen, in denen ich mich verbessern kann. Im Führungskräftetraining vertiefen wir die Führungsleitsätze nochmal intensiv. Dazu investieren wir einen Tag pro Quartal. Ich denke, dass dieser Prozess für uns alle sehr wertvoll ist.
