Ausgabe 4-22 | Dezember 2022
Mitsprache ist eines der Grundprinzipien unserer Demokratie. Die Frage, wer unter welchen Bedingungen wann abstimmen und wählen kann, ist aber sehr unterschiedlich geregelt. In der Schweiz können volljährige Schweizerinnen vergleichsweise erst seit kurzer Zeit mitreden. Und weiterhin leben viele volljährige Menschen in unserer Stadt, die nicht abstimmen oder wählen dürfen.
Seit dem 1. Januar 2021 hat die Stadt ein überarbeitetes Partizipationsreglement. Damit wollen wir eine Mitwirkung aller Bevölkerungsgruppen ermöglichen – unabhängig des staatsbürgerlichen Status. Die Stadt hat sich vorgenommen, relevante Informationen auf verschiedenen Kanälen einfach und verständlich zugänglich zu machen. Zusätzlich werden verschiedene Möglichkeiten angeboten, um mitzuwirken: der Bevölkerungsvorstoss, öffentliche Mitwirkungsverfahren, Workshops, die E-Partizipationsplattform.
Gerne empfehle ich Ihnen das Themendossier Partizipation im aktuellen Stadtspiegel zur Lektüre. Für die Stadtverwaltung ist Partizipation aufwendig und braucht viel Zeit. Auch wenn wir seit Jahren auf dem Weg zu einer besseren Partizipationskultur sind, zeigen sich immer wieder neue Herausforderungen. Insofern sind wir immer noch am Lernen. Doch wenn wir auch im Kleinen Demokratie leben wollen, ist das Beschreiten dieses Wegs zentral. Ziel soll sein, dass die Menschen sich in unserer Stadt wohlfühlen, das Gefühl haben, dazuzugehören und mitentscheiden zu können. Die Stadtverwaltung soll als eine Organisation erfahren werden, die den Menschen dient, sie im Alltag unterstützt, sie aber auch beschützt und für Ordnung und Gerechtigkeit sorgt. Unsere Arbeit ist zum Wohle der Menschen in unserer Stadt.
In diesem Sinne danke ich allen Mitarbeitenden: Danke für Ihre Bereitschaft, unsere Stadt lebenswert zu gestalten. Danke für Ihren täglichen Einsatz für unsere Bevölkerung. Für die anstehende Weihnachtszeit wünsche ich Ihnen allen, dass diese wichtigen Ziele für unsere «grosse Familie» auch im kleinen Kreis Realisierung finden. Ich wünsche Ihnen frohe und gesellige Fest- und Ferientage.
Maria Pappa
Stadtpräsidentin
Vom Stadtmelder bis zum Ideenspielplatz
Zur Stadt St.Gallen führen viele Wege der Mitwirkung – sei es, um eine Idee einzubringen, bei Projekten mitzureden, oder einfach ein Feedback an die Stadtverwaltung zu geben. Das neue Partizipationsreglement ist seit fast zwei Jahren in Kraft: Zeit für eine Zwischenbilanz, wo wir mit unserer Partizipationskultur stehen.
Ein Nachtdienst mit Fabienne Schenk
Social-Media-Polizistin Fabienne Schenk gibt Einblick in ihren Arbeitsalltag: Was genau macht sie auf Social Media? Mit welchen Herausforderungen ist sie konfrontiert? Und warum sind Polizistinnen und Polizisten heute auch auf Social Media nicht mehr wegzudenken?
Quereinsteigerin mit voyeuristischer Seite
Es geht um Geburt und Tod, Hochzeit und Scheidung – um die dramatischen Meilensteine des Lebens: Zivilstandsbeamtin Sabine Hosennen möchte Menschen bei den wichtigen Momenten in ihrem Leben kompetent unterstützen und begleiten. Dafür ist die Walliserin, die es einst der Liebe wegen nach St.Gallen verschlagen hat, sogar gerne «wieder ein wenig Lehrling».
«Alles fahrt Schii»
Erinnern Sie sich noch an die Zeiten, als es auf dem Stadtgebiet eine Skisprungschanze gab und die Skilifte auch im Sommer liefen? Und haben Sie gewusst, dass die Skiferien in St.Gallen einst ganze fünf Wochen dauerten? In unserer Reihe «Funde aus dem Stadtarchiv» werfen wir einen Blick zurück auf die Entwicklung des Skisports in der Gallusstadt.
Von einem Überraschungsfund und weiteren Anekdoten
Ende Dezember verabschiedet sich Stephan Wenger in den Ruhestand. Im Abschiedsgespräch blickt der Leiter Bevölkerungsdienste auf 32 Jahre bei der Stadtverwaltung zurück und verrät unter anderem, warum er einmal vier «James Bond»-Pistolen verkauft hat, wie es dazu kam, dass er für 50 Katzen ein Plätzchen suchen musste und was seine Pläne für die Zukunft sind.
